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Die drei Uhren

Was Restrukturierungsberatung leistet — und was nicht

Gemeinsame Zahlenbasis als Ausgangspunkt einer Restrukturierung – Auswertung von Liquiditäts- und ErgebnisrechnungIn einer angespannten Lage laufen drei Uhren gleichzeitig, und sie laufen unterschiedlich schnell. Die erste ist die Liquiditätsuhr. Sie misst in Tagen und Wochen und lässt nicht mit sich verhandeln: Am Fälligkeitstag ist das Geld da oder es ist nicht da. Die zweite ist die Ergebnisuhr. Preisanpassungen, Kostenprogramme und Standortentscheidungen wirken über Quartale, meist über ein ganzes Geschäftsjahr. Die dritte ist die Vertrauensuhr bei Banken, Gesellschaftern, Lieferanten und der eigenen Belegschaft. Sie läuft am unauffälligsten und lässt sich am schwersten zurückstellen: Eine gekürzte Kreditlinie kehrt selten von allein in den alten Zustand zurück.

Der eigentliche Beratungsgegenstand ist die Reihenfolge zwischen diesen drei Uhren. Ein Kostenprogramm, das erst im nächsten Geschäftsjahr wirkt, hilft einem Haus nicht weiter, dessen Liquiditätsuhr in acht Wochen abläuft. Umgekehrt kann eine rein liquiditätsgetriebene Maßnahme, die Lieferanten unangekündigt trifft, die Vertrauensuhr so beschleunigen, dass der Umbau danach nicht mehr finanzierbar ist. Deshalb steht am Anfang keine Maßnahmenliste, sondern eine gemeinsame Zahlenbasis: eine Liquiditätsvorschau auf Wochenebene, eine Ergebnisrechnung, die dauerhafte von einmaligen Effekten trennt, und eine Übersicht der bereits gegebenen Zusagen. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Maßnahme auf welche Uhr einzahlt.

Was Restrukturierungsberatung nicht leistet. Sie ersetzt weder anwaltliche noch wirtschaftsprüferische Prüfung. Fragen zur Insolvenzantragspflicht, zu Haftungsrisiken der Geschäftsführung, zum Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen nach StaRUG oder zur Eigenverwaltung sind Rechtsfragen; sie gehören in jedem Einzelfall zu den dafür zugelassenen Berufsträgern und werden auf dieser Seite ausschließlich einordnend beschrieben. Sie ist außerdem keine Zusage über das Verhalten Dritter: Ob eine Bank eine Linie verlängert, ein Gesellschafter Kapital nachschießt oder ein Großkunde bleibt, entscheiden diese Beteiligten selbst. Und sie nimmt der Geschäftsführung die Entscheidung nicht ab — externe Erfahrung kann Optionen sauber aufbereiten, bewerten und begründen; verantworten muss sie das Haus.

Frühindikatoren

Wann externe Unterstützung in einer angespannten Lage trägt

Externe Unterstützung ist nicht in jeder Lage die richtige Antwort. Wo die Zahlen belastbar sind, im Haus Kapazität für die Umsetzung frei ist und eine vergleichbare Situation schon einmal bewältigt wurde, ist der eigene Weg meist schneller und günstiger. Die folgenden Ausgangslagen erreichen uns dagegen regelmäßig als Anfrage. Sie sind Beispiele und keine abschließende Liste — und ausdrücklich keine Aussage über die Lage eines einzelnen Lesers.

1. Planung und Ist laufen dauerhaft auseinander

  • Abweichungen wiederholen sich über mehrere Monate, und die Erklärung wechselt jedes Mal.
  • Nicht jede Abweichung ist ein Krisenzeichen — entscheidend ist, ob sie sich erklären und fortschreiben lässt.

2. Die Liquiditätsvorschau reicht nicht weit genug

  • Der Blick reicht wenige Wochen, größere Fälligkeiten liegen aber dahinter.
  • Eine belastbare Vorschau auf Wochenebene ist die Voraussetzung für jede weitere Entscheidung.

3. Ein Ergebnisprogramm bleibt hinter seiner Zusage zurück

  • Maßnahmen sind beschlossen und dokumentiert, im Ergebnis sind sie nicht zu sehen.
  • Meist fehlt nicht die Idee, sondern die Zuordnung zu einer Person, einem Termin und einer Zahl.

4. Finanzierungspartner fragen nach einem Konzept

  • Banken oder Gesellschafter erwarten eine nachvollziehbare Darstellung von Lage, Ursachen und Weg.
  • Welcher Standard dabei verlangt wird, klärt der jeweilige Partner — das ist keine Frage, die von außen vorweggenommen werden kann.

5. Das Portfolio trägt seine eigene Struktur nicht mehr

  • Mehrere Standorte, Werke oder Produktlinien binden Kapital, ohne ihren Beitrag zu leisten.
  • Solche Entscheidungen brauchen eine Datengrundlage, die Deckungsbeiträge und Verbundeffekte sauber trennt.

6. Eine Schlüsselposition ist kurzfristig unbesetzt

  • Kaufmännische Leitung oder Werksleitung fällt aus, während ohnehin viel zu entscheiden ist.
  • Eine erfahrene Besetzung auf Zeit hält den Betrieb handlungsfähig, bis dauerhaft besetzt ist.

Erkennen Sie Ihre Ausgangslage in einer dieser Beschreibungen wieder? Zwanzig Minuten reichen, um zu sortieren, welche Zahl zuerst gebraucht wird, welche Frage an eine anwaltliche oder wirtschaftsprüferische Prüfung gehört und welches Profil für den nächsten Schritt infrage kommt.

Eingriffsebenen

Woran Restrukturierungsberatung im Unternehmen ansetzt

Die folgenden Ebenen werden einzeln oder in Kombination besetzt — je nachdem, welche der drei Uhren gerade am schnellsten läuft. In der Praxis beginnt es fast immer mit Lagebeurteilung und Liquiditätssicht; alles Weitere baut darauf auf. Es handelt sich um einen Ausschnitt, nicht um ein festes Programm: Welche Ebenen tatsächlich gebraucht werden, entscheidet die Ausgangslage.

Lagebeurteilung und Liquiditätssicht

Der Einstieg in jedes Mandat: eine Liquiditätsvorschau auf Wochenebene, eine Ergebnisrechnung mit Trennung dauerhafter und einmaliger Effekte und eine Übersicht der bestehenden Zusagen. Ziel ist eine Zahlenbasis, der alle Beteiligten folgen können — nicht die schnellste, sondern die belastbarste Antwort.

Sanierungs- und Restrukturierungskonzept

Ursachen, Leitbild, Maßnahmen und Planrechnung in einer nachvollziehbaren Darstellung, an der sich Entscheidungen ausrichten lassen. Standards wie IDW S6 benennen wir und arbeiten anschlussfähig dazu; ein Testat oder Gutachten nach einem solchen Standard ist eine Leistung von Wirtschaftsprüfung beziehungsweise den dafür zugelassenen Berufsträgern und wird hier nicht erbracht. Welcher Standard im Einzelfall verlangt wird, klärt der Finanzierungspartner.

Kosten- und Ergebnisprogramme

Maßnahmen mit Verantwortlichem, Termin und Ergebniswirkung, gegliedert nach Wirkungshorizont. Der aufwendige Teil ist nicht das Finden der Hebel, sondern die Nachverfolgung: Welche Maßnahme ist beschlossen, welche wirkt bereits, welche ist verschoben. Prozess- und Einkaufshebel gehören dazu und werden vertieft in der Prozessberatung und der Einkaufsberatung behandelt.

Operative Restrukturierung: Werke, Standorte, Portfolio

Entscheidungen über Standorte, Werke und Produktlinien auf Basis von Deckungsbeiträgen, Verbundeffekten und Auslastung — und die Umsetzung, die daraus folgt. Wo ein Programm tief in die Fertigung reicht, arbeiten wir mit den Profilen und dem Vorgehen aus Operations und Prozessoptimierung zusammen, statt es hier ein zweites Mal aufzubauen.

Working Capital und Cash-Steuerung

Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten sind der Hebel, der am schnellsten auf die Liquiditätsuhr wirkt und keine Ertragskraft kostet: Reichweiten je Artikelgruppe, ein geordnetes Forderungsmanagement und eine Zahlungssteuerung, die Prioritäten offenlegt statt sie täglich neu zu improvisieren.

Stakeholder- und Finanzierungsgespräche begleiten

Aufbereitung der Zahlen und Argumente für Gespräche mit Banken, Gesellschaftern und weiteren Beteiligten, dazu ein abgestimmter Kommunikationsfahrplan. Was in diesen Gesprächen entschieden wird, entscheiden die Beteiligten selbst — eine Zusage über Kreditlinien, Stundungen oder Kapitalmaßnahmen kann und wird von hier aus nicht gegeben. Fragen der Refinanzierung und Kapitalstruktur behandelt die Seite zu Corporate Finance.

Welche dieser Ebenen bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem kurzen Gespräch einordnen. Schildern Sie uns die Ausgangslage — Sie erhalten eine Einschätzung zum sinnvollen Einstieg und zu den Profilen, die dafür in Betracht kommen.

Reichweite

In welcher Reichweite wir arbeiten

Über das Ergebnis entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als die Reichweite des Mandats: wie viel externe Kapazität mit welcher Befugnis über welchen Zeitraum arbeitet. Die vier folgenden Formen kommen am häufigsten vor und lassen sich im Verlauf ineinander überführen.

Standortbestimmung
Lagebild in wenigen Wochen

Eine erfahrene Person erstellt die Zahlenbasis: Liquiditätsvorschau, Ergebnisrechnung, Übersicht der Zusagen. Ergebnis ist ein Lagebild, das Entscheidungen trägt — ohne dass damit schon über Maßnahmen entschieden wäre.

Konzeptarbeit
Konzept mit Maßnahmenplan

Ein kleines Team erarbeitet Ursachen, Leitbild, Maßnahmen und Planrechnung gemeinsam mit Ihren Fachbereichen. Die Arbeit ist anschlussfähig zu den Standards, die Finanzierungspartner üblicherweise erwarten; deren Prüfung und Testierung bleibt bei den dafür zugelassenen Häusern.

Taskforce
Kurzfristige Besetzung vor Ort

Der Fall, in dem es schnell gehen muss: Besetzung einer Führungs- oder Steuerungsrolle innerhalb kurzer Zeit, mit hohem Präsenzanteil am Standort und enger Taktung — häufig tägliche Cash-Sicht und wöchentliche Maßnahmenrunde. Sinnvoll bei Vakanz in der kaufmännischen oder operativen Leitung oder wenn eine Instanz mit Entscheidungsnähe fehlt.

Umsetzungsbegleitung
Begleitung bis zur Wirkung

Externe Kapazität arbeitet über Monate neben Ihren Teams an der Umsetzung und am Nachverfolgungssystem. Der Auftrag endet, wenn die Maßnahmen im Regelberichtswesen des Hauses geführt werden und nicht mehr in einer Projektliste.

Branchenpraxis

Restrukturierung nach Branche: was den Handlungsspielraum bestimmt

Die Werkzeuge einer Restrukturierung ähneln sich über Branchen hinweg; der Handlungsspielraum tut es nicht. Er hängt daran, wie viel Kapital im Umlaufvermögen gebunden ist, wie schnell Kapazität umgewidmet werden kann, wie lang die Vertragsbindungen laufen und wie stark regulatorische Auflagen die Reihenfolge vorgeben. In einem Werk mit hoher Fertigungstiefe liegt der Hebel bei Beständen und Auslastung, im Handel bei Sortiment und Flächenproduktivität, im Projektgeschäft bei Kalkulation und Nachtragsmanagement. Genau deshalb besetzen wir nach Branchenerfahrung: Wer die Kostenstruktur, die üblichen Vertragswerke und die Taktung eines Sektors kennt, verliert die ersten Wochen nicht mit dem Verstehen der Ausgangslage. Aus 25 Fachbereichen und über 300 Rollenprofilen lässt sich diese Erfahrung gezielt zuschneiden. Die folgenden Felder sind die, in denen uns Anfragen am häufigsten erreichen — ein Ausschnitt, kein Sortiment.

Restrukturierung in Industrie und Maschinenbau – automatisierte Fertigungszelle

Industrie & Maschinenbau

Restrukturierung bei Automobilzulieferern – Montagelinie in der Fahrzeugfertigung

Automotive & Zulieferer

Restrukturierung im Handel – Verkaufsfläche mit Sortimentsauslage

Handel & Konsumgüter

Restrukturierung in Bau und Immobilienwirtschaft – fertiggestelltes Wohnquartier

Bau & Immobilienwirtschaft

Restrukturierung in Logistik und Transport – Hochregallager im Betrieb

Logistik & Transport

Restrukturierung in Gesundheitswirtschaft und Life Sciences – Laborarbeitsplatz

Gesundheitswirtschaft & Life Sciences

Restrukturierung in Industrie und Maschinenbau – automatisierte Fertigungszelle

Industrie & Maschinenbau

Restrukturierung bei Automobilzulieferern – Montagelinie in der Fahrzeugfertigung

Automotive & Zulieferer

Restrukturierung im Handel – Verkaufsfläche mit Sortimentsauslage

Handel & Konsumgüter

Restrukturierung in Bau und Immobilienwirtschaft – fertiggestelltes Wohnquartier

Bau & Immobilienwirtschaft

Restrukturierung in Logistik und Transport – Hochregallager im Betrieb

Logistik & Transport

Restrukturierung in Gesundheitswirtschaft und Life Sciences – Laborarbeitsplatz

Gesundheitswirtschaft & Life Sciences

Vorhabenstypen

Vorhaben, die in einer Restrukturierung beauftragt werden — und ihre Steuerungsgröße

Was tatsächlich beauftragt wird, fällt überwiegend in vier Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge und eine Größe, an der sich der Fortschritt ablesen lässt. Die Aufzählung ist ein Ausschnitt — Mandate mischen diese Typen regelmäßig.

Liquiditätssicherung und Wochenvorschau

Ausgangslage: Der Blick auf die Zahlungsfähigkeit reicht nur wenige Wochen, größere Fälligkeiten liegen dahinter. Der Weg führt über eine rollierende Wochenvorschau, eine Priorisierung der Zahlungsausgänge und die Hebel im Umlaufvermögen. Steuerungsgröße ist die freie Liquidität am Ende jeder Planwoche.

Sanierungskonzept als Entscheidungsgrundlage

Ausgangslage: Finanzierungspartner oder Gesellschafter erwarten eine nachvollziehbare Darstellung von Lage, Ursachen und Weg. Erarbeitet werden Ursachenanalyse, Leitbild, Maßnahmenplan und Planrechnung. Steuerungsgröße ist die Nachvollziehbarkeit der Herleitung; ob eine Prüfung oder Testierung verlangt wird, entscheidet der jeweilige Partner mit den dafür zugelassenen Häusern.

Kosten- und Ergebnisprogramm

Ausgangslage: Das Ergebnis trägt die Kostenstruktur nicht mehr, einzelne Maßnahmen laufen bereits, ohne sichtbar zu wirken. Die Arbeit besteht aus Hebelidentifikation, Zuordnung zu Verantwortlichen und Terminen sowie einer Nachverfolgung, die zwischen beschlossen, wirksam und verschoben unterscheidet. Steuerungsgröße ist die nachweisbare Ergebniswirkung.

Standort- und Portfolioentscheidung

Ausgangslage: Mehrere Standorte oder Produktlinien binden Kapital, ohne ihren Beitrag zu leisten. Der Weg führt über eine Ergebnisrechnung je Einheit, die Verbundeffekte sauber ausweist, über Szenarien und Umsetzungsfolgen. Steuerungsgröße ist der Ergebnisbeitrag je Einheit nach Verbund. Arbeits- und mitbestimmungsrechtliche Fragen sind früh fachlich zu klären und liegen außerhalb dieser Beratung.

Besetzung

Welche Profile eine Restrukturierung tragen

Die Reichweite des Mandats bestimmt die Besetzung: Eine Lagebeurteilung braucht ein anderes Profil als eine Taskforce mit Führungsverantwortung, und beim Übergang in die Umsetzung wechselt der Schwerpunkt oft ein zweites Mal. Die folgenden Profile werden besonders häufig angefragt — ein Ausschnitt, über die Kategorieseiten sind weitere Rollen erreichbar.

Von der Lagebeurteilung bis zur Wirkungskontrolle: der Ablauf

Dauer und Tiefe der Schritte hängen von Größe, Struktur und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst die Zahlen, dann die Ursachen, dann der Weg, dann die Umsetzung und ihre Kontrolle. Ein Schritt wird nicht übersprungen, sondern nur verkürzt, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt.

Schritt 1 einer Restrukturierung: Aufnahme der Zahlenbasis und der bestehenden Zusagen

1. Lagebeurteilung

Liquiditätsvorschau auf Wochenebene, Ergebnisrechnung mit Trennung dauerhafter und einmaliger Effekte, Übersicht der bestehenden Zusagen.
Gespräche mit Buchhaltung, Vertrieb und Betrieb zeigen, welche Zahlen im Alltag tatsächlich verwendet werden — und welche nur im Bericht stehen.
Ergebnis ist ein Lagebild, dem alle Beteiligten folgen können, samt benannter offener Punkte.
Schritt 2: Ursachenanalyse und Bestimmung des Handlungsrahmens

2. Ursachen und Handlungsrahmen

Warum das Ergebnis nicht trägt: Marktseite, Kostenstruktur, Portfolio, Kalkulation oder Steuerung — meist mehrere Ursachen mit unterschiedlichem Gewicht.
Der Handlungsrahmen wird gemeinsam abgesteckt: was vertraglich und gegenüber Finanzierungspartnern möglich ist.
Rechtlich zu bewertende Fragen werden hier benannt und an anwaltliche oder wirtschaftsprüferische Prüfung übergeben.
Schritt 3: Maßnahmenplan mit Reihenfolge und Wirkungshorizont

3. Maßnahmen und Reihenfolge

Jede Maßnahme erhält Verantwortlichen, Termin, erwartete Wirkung und Wirkungshorizont.
Die Reihenfolge folgt den drei Uhren: was auf die Liquidität einzahlt, zuerst; was das Ergebnis dauerhaft trägt, parallel; was Vertrauen kostet, nur angekündigt.
Zurückgestellte Maßnahmen werden benannt statt verschwiegen.
Schritt 4: Abstimmung des Wegs mit Gesellschaftern, Finanzierungspartnern und Belegschaft

4. Abstimmung mit den Beteiligten

Aufbereitung der Zahlen und der Herleitung für die anstehenden Gespräche, samt Kommunikationsfahrplan für die Belegschaft.
Der Ausgang dieser Gespräche liegt bei den Beteiligten; vorbereitet wird die Grundlage, nicht die Entscheidung.
Rückmeldungen fließen in den Plan zurück, bevor die Umsetzung beginnt.
Schritt 5: Umsetzung der Maßnahmen im laufenden Betrieb

5. Umsetzung

Die Maßnahmen laufen im Tagesgeschäft mit — wöchentliche Maßnahmenrunde, solange nötig tägliche Sicht auf die Liquidität.
Wo eine Führungsrolle fehlt, wird sie auf Zeit besetzt statt improvisiert.
Abweichungen werden früh sichtbar, weil eine verschobene Maßnahme im Plan stehen bleibt statt still zu verschwinden.
Schritt 6: Wirkungskontrolle und Übergabe in das Regelberichtswesen

6. Wirkungskontrolle und Übergabe

Gemessen wird an der Ergebnis- und Liquiditätswirkung, nicht an der Zahl umgesetzter Maßnahmen.
Die Nachverfolgung wandert aus der Projektliste in das Regelberichtswesen; Zuständigkeiten werden dauerhaft zugeordnet.
Der Auftrag endet, wenn das Haus die Steuerung selbst führt — nicht, wenn die Liste abgehakt ist.
Kostenrahmen

Kosten und Tagessätze: was ein Interim Manager in einer Restrukturierung kostet

Die Abrechnung läuft über unser Netzwerk je Einsatztag; Projektpauschalen und erfolgsabhängige Anteile gibt es nicht. Das Budget entsteht aus zwei Größen: dem Satz und der Zahl der Tage. Die zweite ist in Restrukturierungen die schwerer zu planende, weil Präsenzanteil und Taktung über den Verlauf schwanken.

Was den Satz bewegt. An erster Stelle die Seniorität und die Entscheidungsnähe der Rolle: Wer eine Gesellschaft führt oder gegenüber Finanzierungspartnern auftritt, liegt deutlich über einer Rolle, die zuarbeitet. Danach die Dringlichkeit — eine Besetzung innerhalb weniger Tage verengt den Kandidatenkreis. Dann die Branche: Wer die Kostenstruktur und die Vertragswerke eines Sektors kennt, bringt Zeit ein, die sonst am Anfang verloren geht. Der Vor-Ort-Anteil schlägt in beide Richtungen aus: Taskforce-Einsätze mit hohem Präsenzanteil liegen über Mandaten, die überwiegend remote laufen. Zuletzt die Projektdauer — ein Mandat über zwölf Monate liegt pro Tag unter einem Sechs-Wochen-Einsatz.

Die Bandbreiten aus dem eigenen Rollenbestand, so wie sie auf den jeweiligen Rollenseiten stehen. Für die kaufmännische Grundlagenarbeit — Liquiditätsvorschau, Ergebnisrechnung, Kennzahlen — 700 bis 1.300 € pro Tag (Freelance Financial Controller, Freelance Liquiditätsmanager, Freelance Business Controller, Freelance Treasury Manager). Für die operative Hebelarbeit an Prozessen und Kosten 800 bis 1.600 € (Freelance Lean Management Consultant, Freelance Operational Excellence Consultant). Für die Steuerung eines Vorhabens mit Krisenerfahrung 1.300 bis 2.200 € (Freelance Krisenmanager). Führungsverantwortung auf Zeit liegt darüber: 1.000 bis 1.900 € für die Werks- und Produktionsleitung (Interim Produktionsleiter, Interim Werksleiter) und 1.300 bis 2.500 € für die kaufmännische und die Gesamtverantwortung (Interim CFO, Interim COO, Interim CEO). Es sind Spannen mit Kontext, keine Festpreise — wo ein Profil darin liegt, entscheidet der Mandatszuschnitt.

Stufenweise budgetieren statt in einer Summe. Sinnvoll ist, in drei Stufen zu denken. Die Lagebeurteilung ist die kleinste und lässt sich eng begrenzen, ohne den weiteren Weg vorwegzunehmen. Die Konzeptstufe ist umfangreicher, weil Fachbereiche eingebunden und Planrechnungen aufgebaut werden. Die Umsetzungsstufe ist die längste und die, die sich am besten an der erzielten Wirkung messen lässt. Nach jeder Stufe lässt sich neu entscheiden — der praktische Vorteil gegenüber einer Budgetierung in einer Summe.

Unterschied zur Beauftragung einer Gesellschaft oder Kanzlei. Eine Restrukturierungsgesellschaft oder eine Kanzlei wird als Haus beauftragt und stellt ein Team; abgerechnet wird nach deren eigenen Modellen. Über unser Netzwerk wird eine benannte Person auf Zeit beauftragt, deren Tagessatz und Profil vorher feststehen. Wichtig dabei: Ein Freelancer-Einsatz ersetzt keine Testats- oder Gutachtenleistung. Prüfung und Testierung nach einem Standard wie IDW S6 sowie jede rechtliche Bewertung bleiben Leistungen der dafür zugelassenen Berufsträger; deren Honorare werden hier bewusst nicht beziffert.

Welche Profile in Frage kommen, hängt an der Reichweite des Mandats. Die Übersicht steht unter Restrukturierung & operative Effizienz; die kaufmännischen Profile stehen unter Finanzen & Controlling, die Führungsrollen auf Zeit unter Strategie & Managementberatung und die standortnahen Rollen unter Operations & Produktion. Grenzt Ihr Vorhaben an Refinanzierung oder einen Anteilsverkauf, ist die Seite zu Corporate Finance der richtige Einstieg; reicht es tief in die Fertigung, die Abläufe oder den Einkauf, dann Operations und Prozessoptimierung, Prozessberatung und Einkaufsberatung. Rechtliche und wirtschaftsprüferische Fragen gehören in eine Einzelfallprüfung durch die dafür zugelassenen Berufsträger.

Marktlage

Der Handlungsspielraum ist am Anfang am größten

24.064

Unternehmensinsolvenzen wurden 2025 in Deutschland registriert, 10,3 % mehr als im Vorjahr.
Statistisches Bundesamt (2026)

28,4 %

der mittelständischen Unternehmen arbeiten mit einer Eigenkapitalquote unter 10 % — ein dünner Puffer für Rückschläge.
KfW-Mittelstandspanel 2025

285.000

Beschäftigte waren 2025 von Unternehmensinsolvenzen betroffen. Restrukturierung setzt an, bevor diese Stufe erreicht ist.
Creditreform Wirtschaftsforschung
Nachgefragt

Häufig gestellte Fragen zur Restrukturierungsberatung

Restrukturierungsberatung begleitet den geordneten Umbau eines Unternehmens, dessen Ergebnis oder Zahlungsfähigkeit nicht mehr aus eigener Kraft trägt. Sie beginnt mit einer belastbaren Zahlenbasis und führt über Ursachenanalyse und Maßnahmenplan bis in die Umsetzung. Inhaltlich umfasst das Lagebeurteilung, Sanierungs- und Restrukturierungskonzept, Kosten- und Ergebnisprogramme, operative Restrukturierung von Werken und Portfolio, Working Capital sowie die Vorbereitung von Gesprächen mit Banken und Gesellschaftern. Nicht enthalten sind rechtliche Bewertungen und wirtschaftsprüferische Prüfungen; diese bleiben in jedem Einzelfall Sache der dafür zugelassenen Berufsträger.
Die Begriffe überschneiden sich und werden im Alltag oft synonym verwendet. Üblicherweise beschreibt Restrukturierung den strukturellen Umbau — Portfolio, Standorte, Organisation, Kostenbasis — unabhängig davon, ob eine akute Krise vorliegt. Sanierung wird meist enger für die Wiederherstellung der Ertrags- und Zahlungsfähigkeit eines bereits angeschlagenen Unternehmens verwendet und ist häufiger mit den Erwartungen von Finanzierungspartnern verbunden. Davon zu unterscheiden sind wiederum die rechtlich geregelten Verfahren, etwa der Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen nach StaRUG oder die Eigenverwaltung. Ob und wann ein solches Verfahren in Betracht kommt, ist eine Rechtsfrage und im Einzelfall anwaltlich zu prüfen; diese Seite ordnet die Begriffe nur ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Der Handlungsspielraum ist am Anfang am größten und wird mit jedem Monat kleiner, in dem Planung und Ist auseinanderlaufen. Typische Auslöser sind wiederkehrende Planabweichungen ohne stabile Erklärung, eine Liquiditätsvorschau, die nicht bis zur nächsten größeren Fälligkeit reicht, oder die Nachfrage eines Finanzierungspartners nach einem nachvollziehbaren Konzept. Sinnvoll ist ein Einstieg immer dann, wenn zuerst Klarheit über die Zahlen fehlt — nicht erst, wenn die Maßnahmen feststehen. Ob die eigene Lage bereits rechtlich relevante Schwellen berührt, gehört in eine fachliche Einzelfallprüfung.
In der Praxis erwarten Finanzierungspartner eine nachvollziehbare Herleitung: Darstellung des Unternehmens und seiner Lage, Analyse der Krisenursachen, ein Leitbild des sanierten Unternehmens, ein Maßnahmenplan mit Verantwortlichen, Terminen und erwarteter Wirkung sowie eine integrierte Planrechnung aus Ergebnis, Bilanz und Liquidität. Für die Erstellung und Beurteilung solcher Konzepte gibt es fachliche Standards, etwa IDW S6. Wir benennen diese Standards und arbeiten anschlussfähig dazu; eine Prüfung oder Testierung nach einem solchen Standard ist eine Leistung der dafür zugelassenen Berufsträger und wird über unser Netzwerk nicht erbracht. Welcher Standard im konkreten Fall verlangt wird, klärt der jeweilige Finanzierungspartner.
Die Lagebeurteilung ist der kürzeste Abschnitt und liegt je nach Datenlage und Größe des Hauses meist im Bereich weniger Wochen. Die Erarbeitung eines Konzepts dauert erfahrungsgemäß länger, weil sie Mitwirkung im ganzen Haus erfordert. Die Umsetzung ist der mit Abstand längste Teil und richtet sich nach dem Wirkungshorizont der Maßnahmen: Hebel im Umlaufvermögen zeigen sich früh, strukturelle Entscheidungen über Standorte oder Portfolio wirken über Quartale. Eine allgemeingültige Dauer lässt sich daraus nicht ableiten.
Immer dann, wenn eine Rolle nicht nur beraten, sondern entscheiden und führen muss — und wenn es schnell gehen soll. Typisch sind drei Fälle: eine Vakanz in der kaufmännischen oder operativen Leitung mitten in einer ohnehin anspruchsvollen Phase; eine Taskforce-Situation, in der eine erfahrene Besetzung binnen kurzer Zeit vor Ort arbeiten soll, mit hohem Präsenzanteil und enger Taktung; und der Fall, dass die vorhandene Führung durch das Tagesgeschäft gebunden ist. Der Unterschied zur klassischen Beratung liegt im Mandat: Ein Interim Manager trägt eine Rolle im Unternehmen, statt sie von außen zu begleiten.
Die Spannen auf unseren Rollenseiten reichen von 700 € pro Tag für kaufmännische Grundlagenarbeit bis 2.500 € für die Gesamtverantwortung auf Zeit. Dazwischen liegen die operative Hebelarbeit bei 800 bis 1.600 €, die Steuerung mit Krisenerfahrung bei 1.300 bis 2.200 € und die Werks- und Produktionsleitung bei 1.000 bis 1.900 €. Wo ein Profil innerhalb seiner Spanne liegt, entscheiden Seniorität, Dringlichkeit der Besetzung, Branchenerfahrung, Vor-Ort-Anteil und die Laufzeit des Mandats. Abgerechnet wird nach Tagessatz, ohne Projektpauschale und ohne erfolgsabhängige Bestandteile; das Budget ergibt sich aus Satz und Zahl der Einsatztage.
Ein pauschaler Preis lässt sich seriös nicht nennen, weil der Aufwand mit Unternehmensgröße, Anzahl der Standorte, der Qualität der Datenbasis und der geforderten Nachweistiefe stark schwankt. Belastbar ist nur die eigene Rechengröße: Über unser Netzwerk entstehen Kosten aus Tagessatz mal Einsatztagen, und die Sätze der dafür infrage kommenden Profile liegen zwischen 700 und 2.200 € pro Tag. Deshalb empfehlen wir, stufenweise zu budgetieren. Zu beachten ist außerdem: Eine Prüfung oder Testierung nach einem fachlichen Standard sowie anwaltliche Begleitung sind eigenständige Leistungen anderer Berufsträger; ihre Honorare werden hier nicht beziffert.
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