Beratung für Restrukturierung und Sanierung
Restrukturierungsberatung: Liquidität sichern und das Ergebnis wieder tragfähig machen
Restrukturierung bezeichnet den geordneten Umbau eines Unternehmens, dessen Ergebnis oder Zahlungsfähigkeit nicht mehr aus eigener Kraft trägt. Betroffen sind dabei drei Ebenen zugleich: die Liquidität der nächsten Monate, die Ertragskraft des Geschäfts und das Vertrauen von Banken, Gesellschaftern, Lieferanten und Belegschaft. Wichtig wird das Thema, sobald Planung und Ist dauerhaft auseinanderlaufen. Nötig sind dann eine belastbare Zahlenbasis, eine Reihenfolge, die kurzfristige Zahlungsfähigkeit und dauerhafte Ertragskraft nicht gegeneinander ausspielt, und Menschen mit Erfahrung aus vergleichbaren Lagen. Rechtliche Bewertungen bleiben dabei Sache von Anwaltschaft und Wirtschaftsprüfung.
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Was Restrukturierungsberatung leistet — und was nicht
In einer angespannten Lage laufen drei Uhren gleichzeitig, und sie laufen unterschiedlich schnell. Die erste ist die Liquiditätsuhr. Sie misst in Tagen und Wochen und lässt nicht mit sich verhandeln: Am Fälligkeitstag ist das Geld da oder es ist nicht da. Die zweite ist die Ergebnisuhr. Preisanpassungen, Kostenprogramme und Standortentscheidungen wirken über Quartale, meist über ein ganzes Geschäftsjahr. Die dritte ist die Vertrauensuhr bei Banken, Gesellschaftern, Lieferanten und der eigenen Belegschaft. Sie läuft am unauffälligsten und lässt sich am schwersten zurückstellen: Eine gekürzte Kreditlinie kehrt selten von allein in den alten Zustand zurück.
Der eigentliche Beratungsgegenstand ist die Reihenfolge zwischen diesen drei Uhren. Ein Kostenprogramm, das erst im nächsten Geschäftsjahr wirkt, hilft einem Haus nicht weiter, dessen Liquiditätsuhr in acht Wochen abläuft. Umgekehrt kann eine rein liquiditätsgetriebene Maßnahme, die Lieferanten unangekündigt trifft, die Vertrauensuhr so beschleunigen, dass der Umbau danach nicht mehr finanzierbar ist. Deshalb steht am Anfang keine Maßnahmenliste, sondern eine gemeinsame Zahlenbasis: eine Liquiditätsvorschau auf Wochenebene, eine Ergebnisrechnung, die dauerhafte von einmaligen Effekten trennt, und eine Übersicht der bereits gegebenen Zusagen. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Maßnahme auf welche Uhr einzahlt.
Was Restrukturierungsberatung nicht leistet. Sie ersetzt weder anwaltliche noch wirtschaftsprüferische Prüfung. Fragen zur Insolvenzantragspflicht, zu Haftungsrisiken der Geschäftsführung, zum Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen nach StaRUG oder zur Eigenverwaltung sind Rechtsfragen; sie gehören in jedem Einzelfall zu den dafür zugelassenen Berufsträgern und werden auf dieser Seite ausschließlich einordnend beschrieben. Sie ist außerdem keine Zusage über das Verhalten Dritter: Ob eine Bank eine Linie verlängert, ein Gesellschafter Kapital nachschießt oder ein Großkunde bleibt, entscheiden diese Beteiligten selbst. Und sie nimmt der Geschäftsführung die Entscheidung nicht ab — externe Erfahrung kann Optionen sauber aufbereiten, bewerten und begründen; verantworten muss sie das Haus.
Wann externe Unterstützung in einer angespannten Lage trägt
Externe Unterstützung ist nicht in jeder Lage die richtige Antwort. Wo die Zahlen belastbar sind, im Haus Kapazität für die Umsetzung frei ist und eine vergleichbare Situation schon einmal bewältigt wurde, ist der eigene Weg meist schneller und günstiger. Die folgenden Ausgangslagen erreichen uns dagegen regelmäßig als Anfrage. Sie sind Beispiele und keine abschließende Liste — und ausdrücklich keine Aussage über die Lage eines einzelnen Lesers.
1. Planung und Ist laufen dauerhaft auseinander
- Abweichungen wiederholen sich über mehrere Monate, und die Erklärung wechselt jedes Mal.
- Nicht jede Abweichung ist ein Krisenzeichen — entscheidend ist, ob sie sich erklären und fortschreiben lässt.
2. Die Liquiditätsvorschau reicht nicht weit genug
- Der Blick reicht wenige Wochen, größere Fälligkeiten liegen aber dahinter.
- Eine belastbare Vorschau auf Wochenebene ist die Voraussetzung für jede weitere Entscheidung.
3. Ein Ergebnisprogramm bleibt hinter seiner Zusage zurück
- Maßnahmen sind beschlossen und dokumentiert, im Ergebnis sind sie nicht zu sehen.
- Meist fehlt nicht die Idee, sondern die Zuordnung zu einer Person, einem Termin und einer Zahl.
4. Finanzierungspartner fragen nach einem Konzept
- Banken oder Gesellschafter erwarten eine nachvollziehbare Darstellung von Lage, Ursachen und Weg.
- Welcher Standard dabei verlangt wird, klärt der jeweilige Partner — das ist keine Frage, die von außen vorweggenommen werden kann.
5. Das Portfolio trägt seine eigene Struktur nicht mehr
- Mehrere Standorte, Werke oder Produktlinien binden Kapital, ohne ihren Beitrag zu leisten.
- Solche Entscheidungen brauchen eine Datengrundlage, die Deckungsbeiträge und Verbundeffekte sauber trennt.
6. Eine Schlüsselposition ist kurzfristig unbesetzt
- Kaufmännische Leitung oder Werksleitung fällt aus, während ohnehin viel zu entscheiden ist.
- Eine erfahrene Besetzung auf Zeit hält den Betrieb handlungsfähig, bis dauerhaft besetzt ist.
Erkennen Sie Ihre Ausgangslage in einer dieser Beschreibungen wieder? Zwanzig Minuten reichen, um zu sortieren, welche Zahl zuerst gebraucht wird, welche Frage an eine anwaltliche oder wirtschaftsprüferische Prüfung gehört und welches Profil für den nächsten Schritt infrage kommt.
Woran Restrukturierungsberatung im Unternehmen ansetzt
Die folgenden Ebenen werden einzeln oder in Kombination besetzt — je nachdem, welche der drei Uhren gerade am schnellsten läuft. In der Praxis beginnt es fast immer mit Lagebeurteilung und Liquiditätssicht; alles Weitere baut darauf auf. Es handelt sich um einen Ausschnitt, nicht um ein festes Programm: Welche Ebenen tatsächlich gebraucht werden, entscheidet die Ausgangslage.
Lagebeurteilung und Liquiditätssicht
Der Einstieg in jedes Mandat: eine Liquiditätsvorschau auf Wochenebene, eine Ergebnisrechnung mit Trennung dauerhafter und einmaliger Effekte und eine Übersicht der bestehenden Zusagen. Ziel ist eine Zahlenbasis, der alle Beteiligten folgen können — nicht die schnellste, sondern die belastbarste Antwort.
Sanierungs- und Restrukturierungskonzept
Ursachen, Leitbild, Maßnahmen und Planrechnung in einer nachvollziehbaren Darstellung, an der sich Entscheidungen ausrichten lassen. Standards wie IDW S6 benennen wir und arbeiten anschlussfähig dazu; ein Testat oder Gutachten nach einem solchen Standard ist eine Leistung von Wirtschaftsprüfung beziehungsweise den dafür zugelassenen Berufsträgern und wird hier nicht erbracht. Welcher Standard im Einzelfall verlangt wird, klärt der Finanzierungspartner.
Kosten- und Ergebnisprogramme
Maßnahmen mit Verantwortlichem, Termin und Ergebniswirkung, gegliedert nach Wirkungshorizont. Der aufwendige Teil ist nicht das Finden der Hebel, sondern die Nachverfolgung: Welche Maßnahme ist beschlossen, welche wirkt bereits, welche ist verschoben. Prozess- und Einkaufshebel gehören dazu und werden vertieft in der Prozessberatung und der Einkaufsberatung behandelt.
Operative Restrukturierung: Werke, Standorte, Portfolio
Entscheidungen über Standorte, Werke und Produktlinien auf Basis von Deckungsbeiträgen, Verbundeffekten und Auslastung — und die Umsetzung, die daraus folgt. Wo ein Programm tief in die Fertigung reicht, arbeiten wir mit den Profilen und dem Vorgehen aus Operations und Prozessoptimierung zusammen, statt es hier ein zweites Mal aufzubauen.
Working Capital und Cash-Steuerung
Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten sind der Hebel, der am schnellsten auf die Liquiditätsuhr wirkt und keine Ertragskraft kostet: Reichweiten je Artikelgruppe, ein geordnetes Forderungsmanagement und eine Zahlungssteuerung, die Prioritäten offenlegt statt sie täglich neu zu improvisieren.
Stakeholder- und Finanzierungsgespräche begleiten
Aufbereitung der Zahlen und Argumente für Gespräche mit Banken, Gesellschaftern und weiteren Beteiligten, dazu ein abgestimmter Kommunikationsfahrplan. Was in diesen Gesprächen entschieden wird, entscheiden die Beteiligten selbst — eine Zusage über Kreditlinien, Stundungen oder Kapitalmaßnahmen kann und wird von hier aus nicht gegeben. Fragen der Refinanzierung und Kapitalstruktur behandelt die Seite zu Corporate Finance.
Welche dieser Ebenen bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem kurzen Gespräch einordnen. Schildern Sie uns die Ausgangslage — Sie erhalten eine Einschätzung zum sinnvollen Einstieg und zu den Profilen, die dafür in Betracht kommen.
In welcher Reichweite wir arbeiten
Über das Ergebnis entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als die Reichweite des Mandats: wie viel externe Kapazität mit welcher Befugnis über welchen Zeitraum arbeitet. Die vier folgenden Formen kommen am häufigsten vor und lassen sich im Verlauf ineinander überführen.
Lagebild in wenigen Wochen
Eine erfahrene Person erstellt die Zahlenbasis: Liquiditätsvorschau, Ergebnisrechnung, Übersicht der Zusagen. Ergebnis ist ein Lagebild, das Entscheidungen trägt — ohne dass damit schon über Maßnahmen entschieden wäre.
Konzept mit Maßnahmenplan
Ein kleines Team erarbeitet Ursachen, Leitbild, Maßnahmen und Planrechnung gemeinsam mit Ihren Fachbereichen. Die Arbeit ist anschlussfähig zu den Standards, die Finanzierungspartner üblicherweise erwarten; deren Prüfung und Testierung bleibt bei den dafür zugelassenen Häusern.
Kurzfristige Besetzung vor Ort
Der Fall, in dem es schnell gehen muss: Besetzung einer Führungs- oder Steuerungsrolle innerhalb kurzer Zeit, mit hohem Präsenzanteil am Standort und enger Taktung — häufig tägliche Cash-Sicht und wöchentliche Maßnahmenrunde. Sinnvoll bei Vakanz in der kaufmännischen oder operativen Leitung oder wenn eine Instanz mit Entscheidungsnähe fehlt.
Begleitung bis zur Wirkung
Externe Kapazität arbeitet über Monate neben Ihren Teams an der Umsetzung und am Nachverfolgungssystem. Der Auftrag endet, wenn die Maßnahmen im Regelberichtswesen des Hauses geführt werden und nicht mehr in einer Projektliste.
Restrukturierung nach Branche: was den Handlungsspielraum bestimmt
Die Werkzeuge einer Restrukturierung ähneln sich über Branchen hinweg; der Handlungsspielraum tut es nicht. Er hängt daran, wie viel Kapital im Umlaufvermögen gebunden ist, wie schnell Kapazität umgewidmet werden kann, wie lang die Vertragsbindungen laufen und wie stark regulatorische Auflagen die Reihenfolge vorgeben. In einem Werk mit hoher Fertigungstiefe liegt der Hebel bei Beständen und Auslastung, im Handel bei Sortiment und Flächenproduktivität, im Projektgeschäft bei Kalkulation und Nachtragsmanagement. Genau deshalb besetzen wir nach Branchenerfahrung: Wer die Kostenstruktur, die üblichen Vertragswerke und die Taktung eines Sektors kennt, verliert die ersten Wochen nicht mit dem Verstehen der Ausgangslage. Aus 25 Fachbereichen und über 300 Rollenprofilen lässt sich diese Erfahrung gezielt zuschneiden. Die folgenden Felder sind die, in denen uns Anfragen am häufigsten erreichen — ein Ausschnitt, kein Sortiment.
Industrie & Maschinenbau
Hohe Fertigungstiefe bindet Kapital in Material, Halbfertigwaren und Kapazität. Der Handlungsspielraum entsteht deshalb zuerst über Bestände, Auslastung und die Frage, welche Fertigungsschritte im Haus bleiben müssen. Lange Angebots- und Lieferzyklen bedeuten zugleich, dass Preisanpassungen erst verzögert im Ergebnis ankommen — ein Fall, in dem Liquiditäts- und Ergebnisuhr auseinanderlaufen. Besetzt wird hier meist mit Profilen, die Werkssteuerung und kaufmännische Sicht zusammen abdecken.
Automotive & Zulieferer
Abrufbasierte Rahmenverträge und langfristig zugesagte Kapazität machen den Zulieferbereich empfindlich gegenüber Volumenrückgängen: Die Kosten sind gebunden, die Abrufe nicht. Restrukturierung dreht sich hier um Auslastungsszenarien je Programm, die Trennung profitabler von unprofitablen Teilenummern und um Gespräche über Konditionen, deren Ausgang allein bei den Vertragsparteien liegt.
Handel & Konsumgüter
Im Handel liegt der größte Hebel im Umlaufvermögen: Sortimentsbreite, Reichweiten und Abschriften entscheiden über die Liquidität, oft stärker als die Personalkosten. Dazu kommen Mietbindungen und Flächen mit sehr unterschiedlicher Produktivität. Die Arbeit beginnt mit einer Deckungsbeitragsrechnung je Sortiment und Fläche, bevor über Struktur gesprochen wird.
Bau & Immobilienwirtschaft
Projektgeschäft mit langen Laufzeiten, Vorfinanzierung und Nachtragsstreitigkeiten: Hier entscheidet die Qualität der Kalkulation über die Lage des Gesamthauses. Restrukturierung heißt zuerst, jedes laufende Projekt einzeln zu bewerten und die Liquiditätswirkung über die Restlaufzeit ehrlich abzubilden — inklusive der Projekte, deren Ergebnis von offenen Nachträgen abhängt.
Logistik & Transport
Dünne Margen bei hoher Fixkostenbindung durch Flotte, Flächen und Personal: Schon kleine Volumenverschiebungen wirken unmittelbar auf das Ergebnis. Der Handlungsspielraum liegt in der Kundenprofitabilität je Relation, in Laufzeiten und Indexierungsklauseln und in der Auslastung eigener gegenüber zugekaufter Kapazität. Anschlussfragen zur Netzwerkstruktur behandelt das Supply Chain Consulting.
Gesundheitswirtschaft & Life Sciences
Erlöse folgen hier weitgehend regulierten Vergütungssystemen, die sich kurzfristig nicht verhandeln lassen; die Kostenseite ist durch Qualifikations- und Dokumentationsanforderungen ebenfalls gebunden. Restrukturierung setzt deshalb überwiegend an Leistungsstruktur, Auslastung und Prozessorganisation an. Regulatorische Anforderungen geben die Reihenfolge vor und sind im Einzelfall fachlich zu prüfen.
Industrie & Maschinenbau
Hohe Fertigungstiefe bindet Kapital in Material, Halbfertigwaren und Kapazität. Der Handlungsspielraum entsteht deshalb zuerst über Bestände, Auslastung und die Frage, welche Fertigungsschritte im Haus bleiben müssen. Lange Angebots- und Lieferzyklen bedeuten zugleich, dass Preisanpassungen erst verzögert im Ergebnis ankommen — ein Fall, in dem Liquiditäts- und Ergebnisuhr auseinanderlaufen. Besetzt wird hier meist mit Profilen, die Werkssteuerung und kaufmännische Sicht zusammen abdecken.
Automotive & Zulieferer
Abrufbasierte Rahmenverträge und langfristig zugesagte Kapazität machen den Zulieferbereich empfindlich gegenüber Volumenrückgängen: Die Kosten sind gebunden, die Abrufe nicht. Restrukturierung dreht sich hier um Auslastungsszenarien je Programm, die Trennung profitabler von unprofitablen Teilenummern und um Gespräche über Konditionen, deren Ausgang allein bei den Vertragsparteien liegt.
Handel & Konsumgüter
Im Handel liegt der größte Hebel im Umlaufvermögen: Sortimentsbreite, Reichweiten und Abschriften entscheiden über die Liquidität, oft stärker als die Personalkosten. Dazu kommen Mietbindungen und Flächen mit sehr unterschiedlicher Produktivität. Die Arbeit beginnt mit einer Deckungsbeitragsrechnung je Sortiment und Fläche, bevor über Struktur gesprochen wird.
Bau & Immobilienwirtschaft
Projektgeschäft mit langen Laufzeiten, Vorfinanzierung und Nachtragsstreitigkeiten: Hier entscheidet die Qualität der Kalkulation über die Lage des Gesamthauses. Restrukturierung heißt zuerst, jedes laufende Projekt einzeln zu bewerten und die Liquiditätswirkung über die Restlaufzeit ehrlich abzubilden — inklusive der Projekte, deren Ergebnis von offenen Nachträgen abhängt.
Logistik & Transport
Dünne Margen bei hoher Fixkostenbindung durch Flotte, Flächen und Personal: Schon kleine Volumenverschiebungen wirken unmittelbar auf das Ergebnis. Der Handlungsspielraum liegt in der Kundenprofitabilität je Relation, in Laufzeiten und Indexierungsklauseln und in der Auslastung eigener gegenüber zugekaufter Kapazität. Anschlussfragen zur Netzwerkstruktur behandelt das Supply Chain Consulting.
Gesundheitswirtschaft & Life Sciences
Erlöse folgen hier weitgehend regulierten Vergütungssystemen, die sich kurzfristig nicht verhandeln lassen; die Kostenseite ist durch Qualifikations- und Dokumentationsanforderungen ebenfalls gebunden. Restrukturierung setzt deshalb überwiegend an Leistungsstruktur, Auslastung und Prozessorganisation an. Regulatorische Anforderungen geben die Reihenfolge vor und sind im Einzelfall fachlich zu prüfen.
Vorhaben, die in einer Restrukturierung beauftragt werden — und ihre Steuerungsgröße
Was tatsächlich beauftragt wird, fällt überwiegend in vier Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge und eine Größe, an der sich der Fortschritt ablesen lässt. Die Aufzählung ist ein Ausschnitt — Mandate mischen diese Typen regelmäßig.
Liquiditätssicherung und Wochenvorschau
Ausgangslage: Der Blick auf die Zahlungsfähigkeit reicht nur wenige Wochen, größere Fälligkeiten liegen dahinter. Der Weg führt über eine rollierende Wochenvorschau, eine Priorisierung der Zahlungsausgänge und die Hebel im Umlaufvermögen. Steuerungsgröße ist die freie Liquidität am Ende jeder Planwoche.
Sanierungskonzept als Entscheidungsgrundlage
Ausgangslage: Finanzierungspartner oder Gesellschafter erwarten eine nachvollziehbare Darstellung von Lage, Ursachen und Weg. Erarbeitet werden Ursachenanalyse, Leitbild, Maßnahmenplan und Planrechnung. Steuerungsgröße ist die Nachvollziehbarkeit der Herleitung; ob eine Prüfung oder Testierung verlangt wird, entscheidet der jeweilige Partner mit den dafür zugelassenen Häusern.
Kosten- und Ergebnisprogramm
Ausgangslage: Das Ergebnis trägt die Kostenstruktur nicht mehr, einzelne Maßnahmen laufen bereits, ohne sichtbar zu wirken. Die Arbeit besteht aus Hebelidentifikation, Zuordnung zu Verantwortlichen und Terminen sowie einer Nachverfolgung, die zwischen beschlossen, wirksam und verschoben unterscheidet. Steuerungsgröße ist die nachweisbare Ergebniswirkung.
Standort- und Portfolioentscheidung
Ausgangslage: Mehrere Standorte oder Produktlinien binden Kapital, ohne ihren Beitrag zu leisten. Der Weg führt über eine Ergebnisrechnung je Einheit, die Verbundeffekte sauber ausweist, über Szenarien und Umsetzungsfolgen. Steuerungsgröße ist der Ergebnisbeitrag je Einheit nach Verbund. Arbeits- und mitbestimmungsrechtliche Fragen sind früh fachlich zu klären und liegen außerhalb dieser Beratung.
Welche Profile eine Restrukturierung tragen
Von der Lagebeurteilung bis zur Wirkungskontrolle: der Ablauf
Dauer und Tiefe der Schritte hängen von Größe, Struktur und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst die Zahlen, dann die Ursachen, dann der Weg, dann die Umsetzung und ihre Kontrolle. Ein Schritt wird nicht übersprungen, sondern nur verkürzt, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt.
1. Lagebeurteilung
2. Ursachen und Handlungsrahmen
3. Maßnahmen und Reihenfolge
4. Abstimmung mit den Beteiligten
5. Umsetzung
6. Wirkungskontrolle und Übergabe
Kosten und Tagessätze: was ein Interim Manager in einer Restrukturierung kostet
Die Abrechnung läuft über unser Netzwerk je Einsatztag; Projektpauschalen und erfolgsabhängige Anteile gibt es nicht. Das Budget entsteht aus zwei Größen: dem Satz und der Zahl der Tage. Die zweite ist in Restrukturierungen die schwerer zu planende, weil Präsenzanteil und Taktung über den Verlauf schwanken.
Was den Satz bewegt. An erster Stelle die Seniorität und die Entscheidungsnähe der Rolle: Wer eine Gesellschaft führt oder gegenüber Finanzierungspartnern auftritt, liegt deutlich über einer Rolle, die zuarbeitet. Danach die Dringlichkeit — eine Besetzung innerhalb weniger Tage verengt den Kandidatenkreis. Dann die Branche: Wer die Kostenstruktur und die Vertragswerke eines Sektors kennt, bringt Zeit ein, die sonst am Anfang verloren geht. Der Vor-Ort-Anteil schlägt in beide Richtungen aus: Taskforce-Einsätze mit hohem Präsenzanteil liegen über Mandaten, die überwiegend remote laufen. Zuletzt die Projektdauer — ein Mandat über zwölf Monate liegt pro Tag unter einem Sechs-Wochen-Einsatz.
Die Bandbreiten aus dem eigenen Rollenbestand, so wie sie auf den jeweiligen Rollenseiten stehen. Für die kaufmännische Grundlagenarbeit — Liquiditätsvorschau, Ergebnisrechnung, Kennzahlen — 700 bis 1.300 € pro Tag (Freelance Financial Controller, Freelance Liquiditätsmanager, Freelance Business Controller, Freelance Treasury Manager). Für die operative Hebelarbeit an Prozessen und Kosten 800 bis 1.600 € (Freelance Lean Management Consultant, Freelance Operational Excellence Consultant). Für die Steuerung eines Vorhabens mit Krisenerfahrung 1.300 bis 2.200 € (Freelance Krisenmanager). Führungsverantwortung auf Zeit liegt darüber: 1.000 bis 1.900 € für die Werks- und Produktionsleitung (Interim Produktionsleiter, Interim Werksleiter) und 1.300 bis 2.500 € für die kaufmännische und die Gesamtverantwortung (Interim CFO, Interim COO, Interim CEO). Es sind Spannen mit Kontext, keine Festpreise — wo ein Profil darin liegt, entscheidet der Mandatszuschnitt.
Stufenweise budgetieren statt in einer Summe. Sinnvoll ist, in drei Stufen zu denken. Die Lagebeurteilung ist die kleinste und lässt sich eng begrenzen, ohne den weiteren Weg vorwegzunehmen. Die Konzeptstufe ist umfangreicher, weil Fachbereiche eingebunden und Planrechnungen aufgebaut werden. Die Umsetzungsstufe ist die längste und die, die sich am besten an der erzielten Wirkung messen lässt. Nach jeder Stufe lässt sich neu entscheiden — der praktische Vorteil gegenüber einer Budgetierung in einer Summe.
Unterschied zur Beauftragung einer Gesellschaft oder Kanzlei. Eine Restrukturierungsgesellschaft oder eine Kanzlei wird als Haus beauftragt und stellt ein Team; abgerechnet wird nach deren eigenen Modellen. Über unser Netzwerk wird eine benannte Person auf Zeit beauftragt, deren Tagessatz und Profil vorher feststehen. Wichtig dabei: Ein Freelancer-Einsatz ersetzt keine Testats- oder Gutachtenleistung. Prüfung und Testierung nach einem Standard wie IDW S6 sowie jede rechtliche Bewertung bleiben Leistungen der dafür zugelassenen Berufsträger; deren Honorare werden hier bewusst nicht beziffert.
Welche Profile in Frage kommen, hängt an der Reichweite des Mandats. Die Übersicht steht unter Restrukturierung & operative Effizienz; die kaufmännischen Profile stehen unter Finanzen & Controlling, die Führungsrollen auf Zeit unter Strategie & Managementberatung und die standortnahen Rollen unter Operations & Produktion. Grenzt Ihr Vorhaben an Refinanzierung oder einen Anteilsverkauf, ist die Seite zu Corporate Finance der richtige Einstieg; reicht es tief in die Fertigung, die Abläufe oder den Einkauf, dann Operations und Prozessoptimierung, Prozessberatung und Einkaufsberatung. Rechtliche und wirtschaftsprüferische Fragen gehören in eine Einzelfallprüfung durch die dafür zugelassenen Berufsträger.
Der Handlungsspielraum ist am Anfang am größten
24.064
28,4 %
285.000
Häufig gestellte Fragen zur Restrukturierungsberatung
Ausgezeichnet. Finden nicht nur wir selbst.
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