Beratung für HR und Organisation
HR-Beratung: die Personalarbeit so aufstellen, dass sie das Geschäft trägt
HR-Beratung arbeitet an der Personalfunktion selbst: an ihrer Aufgabenteilung, an ihren Systemen, an den Zahlen, mit denen sie steuert, und an der Frage, welche Qualifikationen ein Unternehmen in drei bis fünf Jahren überhaupt braucht. Wichtig wird sie selten wegen eines einzelnen Vorfalls, sondern wenn eine gewachsene Struktur an ihre Grenze stößt — wenn das Entgeltgefüge niemand mehr erklären kann, wenn ein Personalsystem abgelöst werden muss, wenn nach einem Zukauf zwei Personalbereiche nebeneinander arbeiten oder wenn Schlüsselpositionen wiederholt lange unbesetzt bleiben. Nötig sind dafür weniger neue Konzepte als belastbare Zahlen über die eigene Belegschaft, eine ehrliche Rangfolge der Vorhaben und Menschen, die den neuen Ablauf im Betrieb verantworten.
Führende Unternehmen vertrauen auf unser Netzwerk
Was HR-Beratung leistet — und was nicht

HR-Beratung — im Markt auch als HR Consulting geführt — richtet sich auf die Personalfunktion eines Unternehmens, nicht auf die Besetzung einzelner Stellen. Genau darin liegt der Unterschied zur Personalberatung im geläufigen deutschen Wortsinn, die Personen für offene Stellen sucht und vermittelt. Wer verstehen will, woran Personalarbeit üblicherweise scheitert, schaut nicht auf das Organigramm, sondern auf die Uhr: In jeder Personalabteilung laufen drei Zeithorizonte gleichzeitig, und sie verschieben sich immer in dieselbe Richtung.
Der Tageshorizont ist immer laut. Verträge, Abrechnung, Krankmeldungen, Bescheinigungen, eine offene Stelle, ein Konflikt in einem Team. Diese Arbeit hat einen Absender, eine Frist und jemanden, der nachfragt — und füllt den Kalender vollständig aus, ohne dass es jemand entschieden hätte.
Der Jahreshorizont ist planbar, aber verhandelbar. Zielvereinbarungen, Entgeltrunde, Weiterbildungsbudget, Nachbesetzungen, Kennzahlen für die Geschäftsleitung. Er steht im Kalender, wird aber verschoben, sobald der Tageshorizont zunimmt — auffällig erst, wenn dieselbe Maßnahme zum dritten Mal ins nächste Quartal wandert.
Der Mehrjahreshorizont hat keinen Absender. Altersstruktur, Qualifikationsprofile, Führungsnachwuchs, die Frage, ob der heutige Zuschnitt der Bereiche in fünf Jahren noch passt. Niemand mahnt ihn an. Wenn er sichtbar wird, ist er meist schon eine Lücke: eine Position, für die intern niemand vorbereitet wurde. Externe Unterstützung ist deshalb überwiegend keine Wissenszufuhr, sondern Zeitzufuhr an genau dieser Stelle — jemand arbeitet an dem Horizont, den der Alltag verlässlich verdrängt.
Was HR-Beratung nicht leistet. Sie besetzt keine Stellen und übernimmt keine Suche nach Mitarbeitenden. Sie kann Zuständigkeiten vorschlagen, aber nicht verteilen — wer welche Entscheidung künftig trifft, bleibt eine Führungsentscheidung des Hauses. Und sie ersetzt keine arbeits- und mitbestimmungsrechtliche Prüfung: Fragen zu Betriebsvereinbarungen, Tarifbindung oder Entgeltgleichheit ordnen wir ein, geprüft werden sie im Einzelfall von einer dafür qualifizierten Stelle.
Wann externe Unterstützung in der Personalarbeit den Aufwand wert ist
Nicht jede Personalfrage braucht Unterstützung von außen. Ist die Personalfunktion gut besetzt und im Jahresplan Luft, ist der interne Weg schneller und günstiger. In den folgenden Lagen kippt die Rechnung erfahrungsgemäß — nicht weil Wissen über das eigene Unternehmen fehlt, sondern weil die Aufgabe im Haus höchstens alle paar Jahre vorkommt und deshalb keine Routine entstehen kann.
1. Die Personalfunktion soll neu zugeschnitten werden
- Betreuung, Fachthemen und Verwaltung sind in eine Aufteilung hineingewachsen, die niemand aktiv gewählt hat.
- Wer den Zuschnitt selbst verantwortet, kann ihn schlecht selbst infrage stellen — und braucht ihn parallel weiter am Laufen.
2. Ein Personalsystem wird ausgewählt oder abgelöst
- Entgelt, Zeitwirtschaft, Bewerbung und Entwicklung liegen in getrennten Werkzeugen, Daten werden mehrfach gepflegt.
- Fehler in Datenübernahme und Abrechnungsläufen fallen erst im Echtbetrieb auf und treffen dann alle gleichzeitig.
3. Das Entgeltgefüge lässt sich nicht mehr erklären
- Gehälter sind über Einzelentscheidungen entstanden, eine gemeinsame Logik dahinter fehlt.
- Ohne nachvollziehbare Systematik wird jede Anpassung zum Einzelfall — und jede Auskunft zur Verhandlung.
4. Schlüsselpositionen bleiben unbesetzt oder werden frei
- Dieselben Funktionen sind wiederholt lange vakant, oder mehrere erfahrene Personen gehen im selben Zeitraum.
- Der Engpass liegt oft nicht im Arbeitsmarkt, sondern in fehlender Vorbereitung auf absehbare Abgänge.
5. Eine Reorganisation verändert die Struktur
- Zukauf, Ausgliederung oder ein neuer Bereichszuschnitt bringen unterschiedliche Regelwerke und Systeme zusammen.
- Je länger zwei Personalwelten nebeneinander laufen, desto schwerer wird die Zusammenführung.
6. Führungsarbeit ist der Engpass
- Fachlich starke Personen sind in Führungsrollen gerückt, ohne dass geklärt wurde, was die Rolle verlangt.
- Ein Einzelseminar ändert daran wenig; wirksam ist die Arbeit an anstehenden Entscheidungen.
Erkennen Sie Ihre Lage in einer dieser Beschreibungen wieder? Zwanzig Minuten reichen für eine erste Einordnung: welche Zahlen zuerst vorliegen sollten, welches Vorhaben Vorrang hat — und ob dafür überhaupt jemand von außen nötig ist.
Die Handlungsfelder einer HR-Beratung im Überblick
Die folgenden Handlungsfelder besetzen wir einzeln oder in Kombination, je nachdem, woran ein Vorhaben hängt. Es ist ein Ausschnitt: In vielen Vorhaben greifen zwei oder drei Felder ineinander — ein neues Entgeltsystem ohne saubere Stellenlogik bleibt eine Tabelle ohne Grundlage.
HR-Strategie und Zielbild der Personalfunktion
Was die Personalarbeit in den nächsten Jahren leisten soll und wie sie dafür aufgestellt sein muss: Aufgabenteilung zwischen Betreuung, Fachthemen und Verwaltung, Entscheidungsrechte, Schnittstellen zu den Fachbereichen. Dazu gehört eine Standortbestimmung der eigenen Kennzahlen und eine Rangfolge, die auch bei gekürztem Budget trägt.
Organisationsentwicklung und Organisationsdesign
Der Zuschnitt von Bereichen, Rollen und Berichtswegen — und die Frage, welche Entscheidung künftig an welcher Stelle fällt. Organisationsentwicklung setzt hier an Strukturen an, nicht an Methoden: Ein Bereich, dessen Ergebnis von drei Freigaben außerhalb abhängt, wird durch keine Arbeitsweise schneller.
Personalentwicklung und Kompetenzmodelle
Welche Fähigkeiten das Geschäft künftig verlangt, welche vorhanden sind und wie die Lücke geschlossen wird. Ein tragfähiges Kompetenzmodell ist kurz, an echten Aufgaben festgemacht und mit Angeboten verbunden, die im Arbeitsalltag stattfinden — samt Führungskräfteentwicklung.
Vergütung, Benefits und Entgeltsysteme
Eine Systematik, die sich erklären lässt: Stellenbewertung, Entgeltbänder, variable Bestandteile und Nebenleistungen in einem nachvollziehbaren Zusammenhang. Der Nutzen liegt weniger im Niveau als in der Begründbarkeit. Tarifliche und mitbestimmungsrechtliche Bindungen ordnen wir ein; ihre Prüfung bleibt beim Haus.
HR-Digitalisierung und HR-Systeme
Auswahl, Ablösung und Zusammenspiel der Werkzeuge für Entgelt, Zeit, Bewerbung und Entwicklung — herstellerneutral, ohne Lizenzinteresse. Vor jeder Einführung steht das Aufräumen: Ein Ablauf mit fünf Ausnahmen wird digital nicht kürzer, sondern schwerer wartbar. Greift ein Vorhaben in die größere Systemlandschaft, arbeiten wir mit der Beratung für digitale Transformation zusammen.
Workforce Planning und Personalplanung
Wie viele Menschen mit welchen Fähigkeiten wo gebraucht werden — abgeleitet aus Absatz-, Kapazitäts- und Altersdaten statt aus Fortschreibung. Personalplanung wird damit zur Rechnung mit mehreren Szenarien und benannten Annahmen, die sich anpassen lässt, sobald eine Annahme kippt.
Welches dieser Felder bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem kurzen Gespräch eingrenzen. Schildern Sie die Ausgangslage — Sie bekommen eine Einschätzung zurück, keine Präsentation.
Vier Arbeitsweisen, in denen wir eingesetzt werden
Über das Ergebnis entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als die Form des Einsatzes: wie viel externe Kapazität, mit welchem Mandat, über welchen Zeitraum. Vier Arbeitsweisen deckt unser Netzwerk ab, ein Wechsel im Verlauf ist der Regelfall. Für alle vier gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, schriftlich vereinbarte Ziele vor dem Start und ein Übergabepunkt, der zu Beginn feststeht.
Zweitmeinung
Eine erfahrene Person prüft eine klar umrissene Frage: die Systematik hinter dem Entgeltgefüge, den Zuschnitt der Personalfunktion, die Anforderungsliste vor einer Systemauswahl. Zwei bis sechs Wochen, häufig in Teilzeit — sinnvoll, wenn nur die Erfahrung mit dieser Art von Entscheidung fehlt.
Fachliche Verstärkung
Ein bis drei Fachleute arbeiten im Team mit Ihren Leuten, unter interner fachlicher Führung. Die gängigste Form bei Systemablösungen, Entgeltprojekten und Kompetenzmodellen, typisch drei bis neun Monate. Der Vorteil liegt in der Übergabe: Das Wissen bleibt im Haus, weil es dort entsteht.
Verantwortung auf Zeit
Eine externe Person führt den Personalbereich oder einen Teil davon mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Umbauphase oder wenn eine Instanz gebraucht wird, die nicht in den internen Interessenlagen steht. Meist sechs bis achtzehn Monate, mit einem Übergabetermin, der beim Start vereinbart wird.
Sparring für die Personalleitung
Wenige Tage im Monat für die Person, die den Bereich verantwortet: anstehende Entscheidungen durchsprechen, Vorlagen für die Geschäftsführung schärfen. Fachliche Gegenrede von jemandem, der dieselbe Situation mehrfach erlebt hat.
HR-Themen nach Branche: was die Personalarbeit dort prägt
Personalarbeit ist in jeder Branche dieselbe Disziplin und in keiner dieselbe Aufgabe. Was den Takt vorgibt, ist jeweils etwas anderes: In der Produktion ist es das Schichtmodell und die Altersstruktur an den Anlagen, in der Pflege der Dienstplan und die gesetzlich gebundene Besetzung, im Handel die Fluktuation in der Fläche, im Finanzsektor die Nachweispflicht bis in die Vergütung hinein, in der Technologiebranche das Tempo, mit dem Qualifikationsprofile veralten, und in der Verwaltung die Tarifbindung samt Stellenplan. Diese Unterschiede entscheiden darüber, welche Maßnahme überhaupt umsetzbar ist — ein Entgeltmodell, das in einem Softwarehaus funktioniert, ist im öffentlichen Bereich nicht anwendbar. Wir besetzen deshalb mit Fachleuten, die im jeweiligen Umfeld gearbeitet haben, und greifen dafür auf ein Netzwerk aus 25 Fachbereichen mit über 300 Rollenprofilen zurück. Jede Kachel nennt, woran es dort hängt.
Industrie & Maschinenbau
In Fertigungsbetrieben hängt die Personalarbeit an zwei Größen, die sich kurzfristig kaum bewegen lassen: dem Schichtmodell und der Altersstruktur an den Anlagen. Erfahrene Fachkräfte tragen Wissen, das nirgends dokumentiert ist, und gehen häufig in Wellen; gleichzeitig verändert Automatisierung die Anforderungsprofile schneller, als Qualifizierung nachzieht. Wirksam ist selten eine Kampagne, sondern die Rechnung, welche Funktionen in fünf Jahren neu zu besetzen sind. Schicht- und Arbeitszeitmodelle sind mitbestimmungspflichtig; wir bereiten Entscheidungen so vor, dass die Abstimmung auf belastbaren Zahlen aufsetzt. Gemessen wird an Besetzungsdauer kritischer Funktionen und am Anteil intern nachbesetzter Stellen.
Gesundheitswesen & Pflege
Kliniken und Pflegeeinrichtungen planen unter Randbedingungen, die andere Branchen nicht kennen: Die Besetzung ist in Teilen vorgegeben, der Dienstplan entscheidet über die Versorgung, Ausfälle lassen sich nicht verschieben. Weil der Arbeitsmarkt seit Jahren angespannt ist, trägt Bindung mehr als Gewinnung. Ansatzpunkte liegen deshalb in der Ablauforganisation und in der Einarbeitung, weil kaum irgendwo die ersten Wochen so deutlich darüber entscheiden, ob jemand bleibt. Tarifliche und arbeitszeitrechtliche Bindungen sind eng gesteckt und im Einzelfall zu prüfen. Gemessen wird an Fluktuation im ersten Jahr.
Handel & Konsumgüter
Der Handel arbeitet mit hoher Fluktuation in der Fläche, vielen Teilzeitverhältnissen und saisonalen Spitzen — und mit Führungskräften, die den größten Teil ihrer Zeit im operativen Geschäft stehen. Personalarbeit wirkt hier vor allem über Standardisierung: eine Einarbeitung, die in jeder Filiale gleich funktioniert, Dienstpläne, die nicht wöchentlich neu entstehen, und eine Nachfolgelogik für Filial- und Bezirksleitungen. Gemessen wird an Fluktuation im ersten Jahr, Besetzungsquote in der Fläche und dem Anteil intern besetzter Führungsstellen.
Banken & Versicherungen
Im Finanzsektor reicht die Regulierung bis in die Personalarbeit hinein: Anforderungen an Qualifikation und Zuverlässigkeit bestimmter Funktionen, Dokumentationspflichten und Vorgaben zu variabler Vergütung bestimmen, was gestaltbar ist. Gleichzeitig verschieben sich die Profile stark — Sachbearbeitung wird automatisiert, während Daten-, Risiko- und IT-Kompetenz knapp bleibt. Der Umbau betrifft weniger die Zahl der Stellen als ihren Zuschnitt: ein Kompetenzmodell, das den Wandel abbildet, und dokumentierbare Vergütungsstrukturen. Aufsichtsrechtliche Anforderungen ordnen wir ein; geprüft werden sie im Einzelfall. Gemessen wird an intern gedeckter Bedarfsquote.
Technologie & Software
Technologieunternehmen wachsen häufig schneller, als ihre Personalfunktion mitwächst — und bemerken das erst, wenn Gehälter nicht mehr vergleichbar sind, Titel nichts mehr bedeuten und niemand sagen kann, welcher Entwicklungsschritt auf welchen folgt. Die Aufgabe ist selten Gewinnung, sondern Ordnung: eine belastbare Stellen- und Levellogik, ein Entgeltgefüge mit Marktbezug und Entwicklungswege für fachliche wie für Führungslaufbahnen. Betrifft der Umbau die Arbeitsweise der Teams selbst, grenzt das Thema an die agile Transformation. Gemessen wird an Fluktuation der Leistungsträger und Spannbreite vergleichbarer Gehälter.
Öffentliche Verwaltung
In der öffentlichen Verwaltung sind Tarifbindung, Stellenplan und Laufbahnrecht gesetzt und lassen sich nicht durch ein Personalkonzept ersetzen. Der Handlungsraum liegt an anderen Stellen: bei der Altersstruktur, die in vielen Häusern besonders ausgeprägt ist, bei Einstellungsverfahren, die länger dauern als der Arbeitsmarkt zulässt, und bei der Frage, welche Aufgaben in fünf Jahren überhaupt noch anfallen. Wirksam sind ein realistischer Nachbesetzungsplan und kürzere Verfahrenswege im bestehenden Rahmen. Personalvertretungsrechtliche Fragen sind durchgängig berührt und im Einzelfall zu klären. Gemessen wird an Verfahrensdauer bis zur Besetzung.
Industrie & Maschinenbau
In Fertigungsbetrieben hängt die Personalarbeit an zwei Größen, die sich kurzfristig kaum bewegen lassen: dem Schichtmodell und der Altersstruktur an den Anlagen. Erfahrene Fachkräfte tragen Wissen, das nirgends dokumentiert ist, und gehen häufig in Wellen; gleichzeitig verändert Automatisierung die Anforderungsprofile schneller, als Qualifizierung nachzieht. Wirksam ist selten eine Kampagne, sondern die Rechnung, welche Funktionen in fünf Jahren neu zu besetzen sind. Schicht- und Arbeitszeitmodelle sind mitbestimmungspflichtig; wir bereiten Entscheidungen so vor, dass die Abstimmung auf belastbaren Zahlen aufsetzt. Gemessen wird an Besetzungsdauer kritischer Funktionen und am Anteil intern nachbesetzter Stellen.
Gesundheitswesen & Pflege
Kliniken und Pflegeeinrichtungen planen unter Randbedingungen, die andere Branchen nicht kennen: Die Besetzung ist in Teilen vorgegeben, der Dienstplan entscheidet über die Versorgung, Ausfälle lassen sich nicht verschieben. Weil der Arbeitsmarkt seit Jahren angespannt ist, trägt Bindung mehr als Gewinnung. Ansatzpunkte liegen deshalb in der Ablauforganisation und in der Einarbeitung, weil kaum irgendwo die ersten Wochen so deutlich darüber entscheiden, ob jemand bleibt. Tarifliche und arbeitszeitrechtliche Bindungen sind eng gesteckt und im Einzelfall zu prüfen. Gemessen wird an Fluktuation im ersten Jahr.
Handel & Konsumgüter
Der Handel arbeitet mit hoher Fluktuation in der Fläche, vielen Teilzeitverhältnissen und saisonalen Spitzen — und mit Führungskräften, die den größten Teil ihrer Zeit im operativen Geschäft stehen. Personalarbeit wirkt hier vor allem über Standardisierung: eine Einarbeitung, die in jeder Filiale gleich funktioniert, Dienstpläne, die nicht wöchentlich neu entstehen, und eine Nachfolgelogik für Filial- und Bezirksleitungen. Gemessen wird an Fluktuation im ersten Jahr, Besetzungsquote in der Fläche und dem Anteil intern besetzter Führungsstellen.
Banken & Versicherungen
Im Finanzsektor reicht die Regulierung bis in die Personalarbeit hinein: Anforderungen an Qualifikation und Zuverlässigkeit bestimmter Funktionen, Dokumentationspflichten und Vorgaben zu variabler Vergütung bestimmen, was gestaltbar ist. Gleichzeitig verschieben sich die Profile stark — Sachbearbeitung wird automatisiert, während Daten-, Risiko- und IT-Kompetenz knapp bleibt. Der Umbau betrifft weniger die Zahl der Stellen als ihren Zuschnitt: ein Kompetenzmodell, das den Wandel abbildet, und dokumentierbare Vergütungsstrukturen. Aufsichtsrechtliche Anforderungen ordnen wir ein; geprüft werden sie im Einzelfall. Gemessen wird an intern gedeckter Bedarfsquote.
Technologie & Software
Technologieunternehmen wachsen häufig schneller, als ihre Personalfunktion mitwächst — und bemerken das erst, wenn Gehälter nicht mehr vergleichbar sind, Titel nichts mehr bedeuten und niemand sagen kann, welcher Entwicklungsschritt auf welchen folgt. Die Aufgabe ist selten Gewinnung, sondern Ordnung: eine belastbare Stellen- und Levellogik, ein Entgeltgefüge mit Marktbezug und Entwicklungswege für fachliche wie für Führungslaufbahnen. Betrifft der Umbau die Arbeitsweise der Teams selbst, grenzt das Thema an die agile Transformation. Gemessen wird an Fluktuation der Leistungsträger und Spannbreite vergleichbarer Gehälter.
Öffentliche Verwaltung
In der öffentlichen Verwaltung sind Tarifbindung, Stellenplan und Laufbahnrecht gesetzt und lassen sich nicht durch ein Personalkonzept ersetzen. Der Handlungsraum liegt an anderen Stellen: bei der Altersstruktur, die in vielen Häusern besonders ausgeprägt ist, bei Einstellungsverfahren, die länger dauern als der Arbeitsmarkt zulässt, und bei der Frage, welche Aufgaben in fünf Jahren überhaupt noch anfallen. Wirksam sind ein realistischer Nachbesetzungsplan und kürzere Verfahrenswege im bestehenden Rahmen. Personalvertretungsrechtliche Fragen sind durchgängig berührt und im Einzelfall zu klären. Gemessen wird an Verfahrensdauer bis zur Besetzung.
Woran sich der Erfolg eines Personalvorhabens ablesen lässt
Was in der Personalarbeit tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Typen. Für jeden gibt es eine typische Ausgangslage und eine Zielgröße, die vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit erhoben wird — nicht am Ende geschätzt.
Neuzuschnitt der Personalfunktion
Ausgangslage: Betreuung, Fachthemen und Verwaltung sind vermischt, dieselbe Frage wird an drei Stellen beantwortet. Was sich bewährt: erst erheben, wie viel Zeit tatsächlich wohin fließt, dann Aufgaben und Entscheidungsrechte neu schneiden, erst danach über Stellen sprechen. Gemessen wird am Verwaltungsanteil der Arbeitszeit und an der Bearbeitungsdauer von Standardanliegen.
Einführung oder Ablösung eines HR-Systems
Ausgangslage: gewachsene Werkzeuge für Entgelt, Zeit und Bewerbung, Daten in mehrfacher Pflege, ein Anbieter kündigt das Wartungsende an. Was sich bewährt: Abläufe und Stammdaten vor der Auswahl bereinigen, Anforderungen aus dem Zielprozess ableiten, in Wellen einführen. Gemessen wird an manuellen Nacharbeiten je Abrechnungslauf.
Aufbau eines Kompetenz- und Entwicklungsmodells
Ausgangslage: Weiterbildung findet statt, aber niemand kann sagen, worauf sie einzahlt; Entwicklungsgespräche laufen ohne gemeinsamen Maßstab. Der Weg führt über wenige, an echten Aufgaben festgemachte Fähigkeiten statt über einen umfassenden Katalog. Gemessen wird an der Deckung kritischer Qualifikationen und daran, wie viele Entwicklungsvereinbarungen nach einem Jahr umgesetzt sind.
Neuordnung des Vergütungssystems
Ausgangslage: Gehälter sind über Einzelfälle entstanden, vergleichbare Stellen liegen weit auseinander, jede Anpassung erzeugt Folgeanfragen. Belastbar wird das erst mit einer Stellenbewertung, aus der Bänder abgeleitet werden. Gemessen wird an der Spannbreite innerhalb vergleichbarer Stellen. Tarifliche und mitbestimmungsrechtliche Bindungen sind vorab zu klären.
Von der Entgeltabrechnung bis zur Organisationsentwicklung: Profile, die wir besetzen
Welches Profil ein Vorhaben braucht, entscheidet sich am Engpass — und der verschiebt sich, sobald die erste Stufe trägt. Die folgenden Profile besetzen wir in Personal- und Organisationsvorhaben am häufigsten; sie stehen beispielhaft für ein breiteres Feld, das über die Kategorieseiten erreichbar ist.
Wie ein Vorhaben in der Personalfunktion abläuft
Umfang und Dauer der Schritte hängen von Größe, Standortzahl und Systemlandschaft ab, die Abfolge nicht: erst die eigenen Zahlen kennen, dann entscheiden, dann bauen, dann übergeben. Übersprungen wird kein Schritt.
1. Bestandsaufnahme der Personalfunktion
2. Zielbild und Rangfolge
3. Aufbau- und Rollenmodell
4. Umsetzung in einem Bereich
5. Systeme, Daten und Kennzahlen
6. Übergabe in den Regelbetrieb
Tagessätze in der HR-Beratung: was ein Interim HR Manager und Fachleute auf Zeit kosten
Zwei Größen bestimmen das Budget eines Personalvorhabens: der Tagessatz und die Zahl der Einsatztage. Die zweite ist die größere und wird trotzdem seltener geplant. Über unser Netzwerk wird nach Tagessatz abgerechnet — ohne Projektpauschale, ohne erfolgsabhängige Bestandteile und ohne Vermittlungshonorar auf ein Jahresgehalt, wie es in der Personalvermittlung üblich ist.
Was den Satz bewegt. Zuerst die Seniorität und die Reichweite des Mandats: Wer einen Personalbereich mit Entscheidungsbefugnis führt, liegt deutlich über einer Rolle, die fachlich zuarbeitet. Dann die Unternehmensgröße — Konzernstrukturen mit mehreren Gesellschaften und Standorten verlangen Erfahrung, die den Kreis der Verfügbaren verengt — und die Branche, wo Regelwerke bis in die Personalarbeit reichen. Der Remote-Anteil schlägt in beide Richtungen aus: Entgelt-, Daten- und Systemarbeit läuft weitgehend ortsunabhängig, während Gremienarbeit und Arbeit in der Fläche Anwesenheit verlangen. Zuletzt die Projektdauer: Ein Einsatz über zwölf Monate liegt pro Tag unter einem Vier-Wochen-Einsatz.
Die Spannen unseres Bestands, so wie sie auf den Rollenseiten ausgewiesen sind. Operative Personalarbeit — Betreuung, Abrechnung, Systempflege — liegt bei 500 bis 1.000 € pro Tag (Freelance Personalreferent, Freelance HR Generalist, Freelance Payroll Manager). Fachliche Spezialistinnen und Spezialisten für Entwicklung, Vergütung, Personalplanung und Kennzahlen liegen bei 700 bis 1.300 € (Freelance Personalentwickler, Freelance Compensation and Benefits Specialist, Freelance HR Analytics Manager, Freelance Organisationsentwickler). Arbeit an Personalsystemen wird mit 900 bis 1.400 € geführt (Freelance HRIS Spezialist, Freelance HR Digitalisierungsberater). Veränderungs-, Kultur- und Führungsarbeit liegt bei 700 bis 1.400 € (Freelance Change Management Consultant, Freelance Leadership Development Consultant). Führungsverantwortung auf Zeit liegt darüber, bei 800 bis 2.200 € (Interim HR Manager, Freelance HR Transformation Berater, Interim Personalleiter). Jede Angabe ist eine Spanne und kein Festpreis; der Satz für einen konkreten Einsatz wird vor der Beauftragung vereinbart.
Abschnittsweise budgetieren statt in einer Summe. Jeder Abschnitt endet mit einer Entscheidung, die auch „nicht weiter“ lauten darf. Wer alles auf einmal freigibt, verliert genau die Punkte, an denen ein Abbruch noch günstig wäre.
Zwei Abgrenzungen zum Schluss. Gegenüber einer klassischen Beratungsgesellschaft unterscheidet sich weniger der Satz als der Gegenstand: Dort kaufen Sie ein aufgestelltes Team mit eigener Methodik ein, hier eine einzelne Rolle innerhalb Ihrer Linienorganisation — mit der Folge, dass die gewonnene Erfahrung im Haus verbleibt. Gegenüber der Personalvermittlung ist der Unterschied grundsätzlicher: Dort entsteht ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis, vergütet über ein Honorar auf das Jahresgehalt. Hier wird begrenzte Arbeitszeit für ein Vorhaben eingekauft, tageweise abgerechnet, und das Mandat endet mit der Übergabe. Lizenz- und Betriebskosten der Personalsysteme sind nicht Teil des Tagessatzes.
Die Besetzung richtet sich nach dem Zuschnitt: Eine Zweitmeinung zum Entgeltgefüge braucht ein anderes Profil als die Ablösung eines Personalsystems. Die vollständige Übersicht steht unter HR & Recruiting — darunter Interim Personalleiter, Organisationsentwickler, Compensation-and-Benefits-Fachleute und Betriebsratsberater. Für Umbauten, die über die Personalfunktion hinausreichen, ergänzen Transformation & Changemanagement und Strategie & Managementberatung. Geht es um Abläufe zwischen den Fachbereichen, ist die Prozessberatung der Einstieg.
Der Personalkörper verändert sich schneller, als Nachbesetzung nachzieht
18.100
9.900
2.400
Häufig gestellte Fragen zur HR-Beratung
Ausgezeichnet. Finden nicht nur wir selbst.
consultingheads wurde mehrfach von führenden Fachmagazinen und unabhängigen Dritten ausgezeichnet.