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Was Lean-Management-Beratung leistet — und was nicht

Aufnahme von Arbeits- und Liegezeiten an einer Fertigungslinie

Lean-Management-Beratung — je nach Haus auch Lean-Beratung, Lean Consulting, Beratung für Operational Excellence oder KVP-Beratung genannt — verfolgt eine einzige Größe durch den ganzen Betrieb: die Zeit, die zwischen Auftrag und Auslieferung vergeht. Diese Zeit zerfällt in zwei Anteile, die sich völlig unterschiedlich verhalten. Der eine ist die Arbeitszeit, in der jemand am Stück oder am Fall tätig ist. Der andere ist die Liegezeit, in der beides nur wartet. In den meisten gemessenen Abläufen ist der zweite Anteil der weitaus größere — und er ist derjenige, den kaum jemand kennt.

Sie greift die Liegezeit an, nicht das Arbeitstempo. Ein Programm, das die Bearbeitungsschritte beschleunigt, gewinnt Minuten in einem Ablauf, dessen Verluste in Tagen gerechnet werden. Deshalb beginnt Lean-Arbeit mit einer Wertstromaufnahme, die beide Zeiten getrennt ausweist, und richtet die Maßnahmen dann auf Übergaben, Losgrößen, Rüstvorgänge und Warteschlangen. Wer den Takt beschleunigt, ohne den Bestand zwischen den Schritten zu senken, beschleunigt das Warten.

Sie behandelt Auslastung als Stellschraube, nicht als Ziel. Eine Station, die zu 95 % belegt ist, bildet zwangsläufig eine Warteschlange, sobald Ankünfte oder Bearbeitungszeiten schwanken — und sie schwanken immer. Hohe Auslastung und kurze Durchlaufzeit sind daher keine zwei Ziele, die man beide maximiert, sondern Gegenspieler, zwischen denen bewusst gewählt wird. Genau diese Wahl wird in Kennzahlensystemen selten getroffen, weil sie nur eine der beiden Größen führt.

Sie braucht eine Nachfragerate als Maßstab. Ohne Kundentakt gibt es kein „genug": keine Aussage darüber, wie viel Kapazität eine Linie oder ein Team vorhalten muss, keine Grundlage für Glättung, keine Trennung zwischen echtem Engpass und Schwankungsfolge. Fehlt dieser Bezug, wird Verbesserung zu einer Reihe von Einzelmaßnahmen ohne gemeinsamen Nenner — sichtbar daran, dass niemand sagen kann, welche davon die Durchlaufzeit gesenkt hat.

Im englischsprachigen Umfeld heißen dieselben Aufgaben lean consulting, lean manufacturing, continuous improvement oder operational excellence; auch Lean Six Sigma gehört in dieses Feld, verbindet die Flussorientierung aber mit einer statistischen Sicht auf Streuung. Häuser mit Standorten im Ausland begleiten wir in beiden Sprachen.

Was sie nicht leistet. Sie ist kein Personalabbauprogramm. Frei werdende Zeit muss in ein Ziel überführt werden — mehr Ausstoß, kürzere Zusagen, übernommene Fremdleistung —, sonst füllt sie sich von selbst wieder auf. Sie ersetzt auch keine Investitionsentscheidung: Wo eine Anlage technisch nicht kann, was der Takt verlangt, hilft keine Methode. Und sie hält nicht ohne Führung: Ohne täglichen Abweichungsdialog vor Ort zerfällt jeder eingeführte Standard innerhalb weniger Monate — das ist der häufigste Grund, aus dem eine zweite Lean-Welle nötig wird.

Wo diese Seite endet: Kapazität, Ausstoß, Anlagenverfügbarkeit und Werkssteuerung sind Gegenstand der Produktionsberatung. Die Aufnahme, Modellierung und Governance von Geschäftsprozessen beschreiben wir in der Prozessberatung, Bestände und Netzwerkstruktur in der Supply-Chain-Beratung. Wenn der Anlass eine Ergebniswende unter Zeitdruck ist, führt der Weg über die Restrukturierungsberatung.

Auslöser

Wann externe Unterstützung eine Lean-Initiative über den Anfang hinausträgt

Nicht jede Verbesserungsaufgabe braucht Hilfe von außen. Wo eine geschulte Verbesserungsrolle im Haus sitzt, die Wertströme aufgenommen sind und die Führung den Abweichungsdialog wirklich führt, ist der interne Weg der belastbarere. In den folgenden Lagen fällt die Rechnung anders aus, und der Grund ist strukturell: Eine Lean-Einführung verlangt, dass jemand gewohnte Kennzahlen infrage stellt — die Auslastung einer Anlage, die Losgröße, die Bestandsreichweite. Wer selbst an diesen Zahlen gemessen wird, kann das schwer tun.

1. Termine reißen, obwohl alle Stationen beschäftigt sind

  • Die Auslastungsberichte sind gut, die Liefertreue nicht — ein Muster, das auf Warteschlangen hindeutet, nicht auf fehlende Kapazität.
  • Vor jeder Kapazitätsinvestition steht die Frage, wie viel Durchlaufzeit reine Liegezeit ist.
  • Die Antwort braucht eine Aufnahme über den ganzen Wertstrom, nicht Kennzahlen je Kostenstelle.

2. Eine frühere Lean-Einführung ist eingeschlafen

  • Markierungen auf dem Boden, Tafeln an der Wand, aber keine gepflegten Standards und keine Runde, die Abweichungen behandelt.
  • Der Rückfall hat fast immer einen Führungsgrund, keinen methodischen — und wird intern selten so benannt.
  • Ein Neustart muss deshalb an der Führungsroutine ansetzen, nicht an den Werkzeugen.

3. Ein Engpass wandert und lässt sich nicht festnageln

  • Jede Woche steht eine andere Station als Ursache im Bericht; Sonderfahrten und Umplanungen werden zur Normalität.
  • Ein wandernder Engpass ist ein Schwankungsproblem und wird durch Glättung und Entkopplung gelöst, nicht durch Zukauf.
  • Die Unterscheidung verlangt Messung über mehrere Wochen und Erfahrung mit ähnlichen Mustern.

4. Rüst- und Umstellzeiten begrenzen die Losgröße

  • Kleine Serien und mehr Varianten sind gefordert, die Rüstzeit macht sie unwirtschaftlich.
  • Rüstzeitverkürzung ist handwerklich anspruchsvoll und wird ohne äußere Anleitung meist zu früh abgebrochen.
  • Der Effekt zeigt sich erst, wenn die gewonnene Zeit auch in kleinere Lose umgesetzt wird.

5. Verwaltung und Auftragsabwicklung sind der längere Teil

  • Die Fertigung braucht Tage, die Bearbeitung von Angebot, Freigabe und Auftragsklärung Wochen.
  • Lean Administration arbeitet mit denselben Prinzipien, aber anderen Werkzeugen — Erfahrung damit ist im produktionsnahen Umfeld selten vorhanden.
  • Der Hebel liegt in Rückfragen, Freigabestufen und Doppelerfassung.

6. Ein Standort soll ein Vorgehen übernehmen, das anderswo funktioniert

  • Ein Werk oder Team arbeitet erkennbar besser, die Übertragung auf die anderen bleibt stecken.
  • Übertragbar sind Prinzipien und Standards, nicht die konkrete Lösung — diese Unterscheidung ist die eigentliche Arbeit.
  • Von außen lässt sich leichter benennen, was am Vorbildstandort wirklich den Unterschied macht.

Erkennen Sie eine dieser Lagen wieder? Für eine erste Einordnung genügen zwanzig Minuten: welcher Wertstrom zuerst aufgenommen werden sollte, welcher Anteil der Durchlaufzeit dort vermutlich Liegezeit ist — und ob es dafür überhaupt Unterstützung von außen braucht.

Ansatzpunkte

Die Ansatzpunkte: wo Lean-Arbeit im Betrieb greift

Die Ansatzpunkte sind einzeln oder in Kombination besetzbar. In den meisten Aufträgen beginnt es mit der Aufnahme und wächst über die angrenzenden Felder weiter, weil sie aufeinander aufbauen: Ein geglätteter Plan ohne kurze Rüstzeiten ist nicht fahrbar, und ein Standard ohne Führungsroutine hält nicht. Welches Feld zuerst greift, hängt davon ab, ob im Haus die Transparenz, die Technik oder die Führung der schwächere Teil ist.

Wertstromaufnahme und Durchlaufzeitanalyse

Aufnahme des Ist-Zustands über den gesamten Ablauf, mit getrennter Ausweisung von Arbeits- und Liegezeit, Beständen zwischen den Schritten, Losgrößen und Übergabepunkten. Daraus entsteht ein Soll-Wertstrom mit einer Zielgröße für die Durchlaufzeit und einer nachvollziehbaren Rechnung, woher die Verkürzung kommt. Die Aufnahme ist Handwerk am Ort der Arbeit und nicht aus dem ERP-Bericht ableitbar — dort steht die Buchung, nicht die Wartezeit.

Fluss, Taktung und Glättung

Auslegung des Ablaufs auf die Kundennachfragerate: Taktabstimmung, Entkopplungspunkte, Pull-Steuerung mit Kanban statt Vorwärtsterminierung, Nivellierung des Auftragsmixes und Losgrößenpolitik. Die zentrale Entscheidung ist, an welcher Stelle bewusst ein Bestand gehalten wird, damit Schwankungen nicht durch die ganze Kette laufen. Ohne diesen Punkt endet jede Fließfertigung beim ersten Sonderauftrag.

Rüstzeitverkürzung und Anlagenstabilität

Trennung von internem und externem Rüsten, Vorrichtungs- und Werkzeugarbeit, Standardisierung der Rüstfolge — und auf der Anlagenseite vorbeugende Instandhaltung, Kurzstillstandsanalyse und autonome Pflege durch das Bedienpersonal. Beides verfolgt dasselbe Ziel: kleine Lose ohne Wirtschaftlichkeitsverlust fahrbar machen. Gemessen wird an Rüstzeit je Wechsel und an der Zahl ungeplanter Unterbrechungen.

Arbeitsplatz, Standard und Qualität an der Quelle

Ordnung und Erreichbarkeit am Arbeitsplatz, ergonomische Anordnung, visuelle Führung, standardisierte Arbeitsfolgen als gemeinsam erarbeitete Beschreibung statt Vorschrift von oben. Dazu Fehlervermeidung an der Entstehungsstelle: Prüfungen dort, wo der Fehler passiert, statt am Ende der Linie, und technische Vorkehrungen, die den falschen Handgriff unmöglich machen. Ohne Standard gibt es keine Abweichung — und damit nichts zu verbessern.

Shopfloor Management und Verbesserungsroutine

Die Führungsseite: kurze Regelbesprechung am Ort der Arbeit, Kennzahlen, die dort entstehen und verstanden werden, eine verbindliche Eskalationsstufe und ein Verfahren, mit dem Ursachen nachgegangen wird statt Symptomen. Dazu der Aufbau einer eigenen KVP- oder Kaizen-Routine samt Qualifizierung der Rollen, die sie tragen. Dieser Ansatzpunkt entscheidet, ob die übrigen nach einem Jahr noch wirken.

Lean Administration und Lean Six Sigma

Übertragung der Prinzipien auf Auftragsabwicklung, Angebotserstellung, Freigabe- und Abrechnungsläufe: Rückfragen als Hauptverursacher der Liegezeit, Freigabestufen ohne Beitrag, Doppelerfassung zwischen Systemen. Wo Streuung das Problem ist und nicht der Fluss, ergänzt eine statistische Sicht die Lean-Werkzeuge — mit DMAIC-Struktur, Fähigkeitskennwerten und Messsystemprüfung, dosiert nach Datenlage.

Welcher Ansatzpunkt bei Ihnen den größten Hebel hat, lässt sich in einem kurzen Gespräch grob einordnen — inklusive der ehrlichen Antwort, ob sich ein Mandat dafür überhaupt rechnet.

Einbindung

In welcher Form Lean-Fachleute mitarbeiten

Bei Lean-Arbeit entscheidet weniger das Mandat als die Nähe zur Arbeit: Wer einen Wertstrom verändert, muss mit den Leuten an der Linie oder am Schreibtisch arbeiten, nicht über sie. Vier Einbindungsformen haben sich dafür bewährt, von der Aufnahme eines einzelnen Wertstroms bis zur Linienverantwortung. Sie lassen sich mischen, und der Zuschnitt wechselt im Verlauf häufig. Für alle gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, eine vorab festgelegte Zielgröße für Durchlaufzeit oder Bestand und ein Ausgangswert, gegen den später gemessen wird.

Aufnahme

Aufnahme eines einzelnen Wertstroms

Eine Fachperson nimmt einen abgegrenzten Ablauf auf und legt Arbeits- gegen Liegezeit offen: Bestände zwischen den Schritten, Losgrößen, Rüstaufwand, Übergaben. Ergebnis ist ein Soll-Bild mit einer gerechneten Zielgröße und einer Rangfolge der Maßnahmen — ohne Struktur drumherum.

Umsetzung

Verbesserungsteam mit Ihren Leuten

Zwei bis fünf externe Fachleute arbeiten mit Ihren Meistern, Planern und Sachbearbeitenden in einem Team, unter interner fachlicher Führung. Die übliche Form bei Wertstromumbauten, weil der neue Standard dort entstehen muss, wo er danach gelebt wird — und weil das Können im Haus bleiben soll.

Rolle auf Zeit

Verbesserungsrolle auf Zeit

Eine externe Person besetzt die Lean-, KVP- oder Operational-Excellence-Rolle mit eigenem Auftrag: Standards pflegen, Abweichungen nachgehen, Qualifizierung aufbauen, die Führungsroutine am Laufen halten. Übliche Wahl bei einer Vakanz oder wenn diese Rolle im Haus erst geschaffen wird.

Führung

Führungsverantwortung mit Lean-Auftrag

Eine externe Person übernimmt Produktions-, Werks- oder Bereichsverantwortung mit Entscheidungsbefugnis und dem ausdrücklichen Auftrag, den Betrieb auf Fluss umzustellen. Angebracht, wenn die Umstellung gegen etablierte Auslastungsziele durchzusetzen ist und dafür Weisungsrecht gebraucht wird.

Branchentakt

Lean in verschiedenen Branchen: woran die Flussorientierung jeweils scheitert

Lean lässt sich nicht branchenneutral einführen, weil jede Branche eine eigene Ursache für Liegezeit mitbringt. In der Automobilzulieferung ist der Takt vorgegeben und die Schwierigkeit liegt in der Variantenzahl und in eingespielten Sonderfahrten; im Maschinen- und Anlagenbau gibt es streng genommen keinen Takt, weil jedes Los eine Losgröße von wenigen Stück hat und die Konstruktion mitläuft; in der Prozessindustrie sind Chargengrößen und Reinigungsvorgänge technisch gesetzt, wodurch der Hebel von der Fertigung in Planung und Instandhaltung wandert; in der Pharma- und Medizintechnik begrenzt die Nachweispflicht, wie schnell ein Standard geändert werden darf; in der Logistik entsteht Liegezeit an Rampe und Umschlagpunkt, nicht an der Bearbeitung; und in Verwaltung und Dienstleistung ist der Bestand unsichtbar, weil er in Postkörben und Systemen liegt und nicht auf einer Palette steht. Die Prinzipien gelten überall gleich; welcher Hebel wirklich trägt und welcher Fehler droht, entscheidet sich je Feld neu.

Wir besetzen deshalb nach Branchen- und Verfahrenserfahrung, nicht nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die die jeweilige Fertigungsart kennen, die üblichen Nachweispflichten, die Grenzen der Anlagentechnik und die Stellen, an denen vergleichbare Umstellungen vorher gescheitert sind. Ausgewählt wird aus einem Netzwerk mit 25 Fachbereichen und über 300 Rollenprofilen. Am häufigsten arbeiten wir in den sechs Feldern darunter; jede Kachel benennt die dort maßgebliche Ursache für Liegezeit.

Roboterfertigung mit taktnaher Materialbereitstellung

Automotive & Zulieferindustrie

Montage einer Baugruppe im Anlagenbau mit getakteten Stationen

Maschinen- & Anlagenbau

Anlage der Prozessindustrie mit Kampagnenfahrweise

Chemie & Prozessindustrie

Abfüllung unter Reinraumbedingungen mit dokumentierter Freigabe

Pharma & Medizintechnik

Kommissionierung im Distributionslager mit geglätteter Auftragsfolge

Logistik & Distribution

Sachbearbeitung mit Falldurchlauf ohne Stapelbildung

Verwaltung & Dienstleistung

Roboterfertigung mit taktnaher Materialbereitstellung

Automotive & Zulieferindustrie

Montage einer Baugruppe im Anlagenbau mit getakteten Stationen

Maschinen- & Anlagenbau

Anlage der Prozessindustrie mit Kampagnenfahrweise

Chemie & Prozessindustrie

Abfüllung unter Reinraumbedingungen mit dokumentierter Freigabe

Pharma & Medizintechnik

Kommissionierung im Distributionslager mit geglätteter Auftragsfolge

Logistik & Distribution

Sachbearbeitung mit Falldurchlauf ohne Stapelbildung

Verwaltung & Dienstleistung

Auftragsbilder

Typische Lean-Initiativen und ihr Prüfmaß

Was im Lean-Umfeld tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Auftragsbilder. Jedes hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und ein Prüfmaß, das vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt. Entscheidend ist in allen Fällen der Ausgangswert: Ohne eine festgehaltene Durchlaufzeit und einen Bestandsstand zum Startzeitpunkt lässt sich hinterher jede Verbesserung behaupten und keine belegen.

Wertstromumbau in einem Bereich

Ausgangslage: eine Fertigungs- oder Bearbeitungsstrecke mit hohen Zwischenbeständen, langer Durchlaufzeit und guter Stationsauslastung. Die Reihenfolge, die trägt: erst aufnehmen und Arbeits- gegen Liegezeit trennen, dann den Soll-Fluss mit Entkopplungspunkt festlegen, dann Rüstzeiten senken, damit die kleineren Lose fahrbar sind, und erst danach umstellen. Gemessen wird an Durchlaufzeit und Bestand zwischen den Schritten, getrennt nach Fluss- und Rüsteffekt.

Aufbau von Shopfloor Management

Ausgangslage: Kennzahlen entstehen im Controlling und erreichen die Linie mit Wochen Verzug, Abweichungen werden berichtet statt behandelt. Der Weg führt über wenige Kennzahlen, die vor Ort entstehen, eine kurze tägliche Runde mit fester Tagesordnung, eine benannte Eskalationsstufe und ein Verfahren zur Ursachenklärung. Gemessen wird an der Zahl offener Abweichungen älter als eine Woche und daran, ob Führungskräfte die Runde selbst leiten.

Wiederbelebung einer eingeschlafenen KVP-Routine

Ausgangslage: Werkzeuge sind bekannt, Tafeln hängen, Standards sind veraltet, die Verbesserungsrolle ist unbesetzt oder mit anderem beschäftigt. Zuerst wird geprüft, welche Standards tatsächlich gelebt werden, dann werden sie mit den Beteiligten neu geschrieben, dann die Routine an einer Stelle wieder in Gang gesetzt und erst danach ausgeweitet. Gemessen wird an umgesetzten Verbesserungen je Mitarbeitenden und an der Standardaktualität.

Lean Administration in der Auftragsabwicklung

Ausgangslage: die Fertigung ist schneller als die Verwaltung, Aufträge warten auf Klärung, Freigaben und Nachfragen. Zuerst wird der Falldurchlauf mit echten Wartezeiten aufgenommen, dann werden Freigabestufen ohne Beitrag gestrichen, die Eingangsprüfung vervollständigt und die Stapelbearbeitung aufgelöst. Gemessen wird an Falldurchlaufzeit, Rückfragequote und dem Anteil vollständig eingegangener Aufträge.

Profile

Wer Lean-Arbeit im Betrieb trägt: Profile aus unserem Netzwerk

Die folgenden sechs Profile sind ein Ausschnitt — sie stehen für die Rollen, die in Lean-Initiativen am häufigsten angefragt werden. Über die Fachbereiche Operations & Produktion und Restrukturierung & operative Effizienz sind zahlreiche weitere Profile erreichbar, darunter Führungsrollen für Werk und Instandhaltung. Was zur Aufgabe passt, liegt weit auseinander: Eine Wertstromaufnahme verlangt andere Erfahrung als das Einführen einer Führungsroutine.

Von der Wertstromaufnahme bis zum stabilen Standard

Umfang und Dauer der Stationen hängen von Fertigungsart, Variantenzahl und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst messen, dann festlegen, dann fahrbar machen, dann umstellen, dann stabilisieren. Wir überspringen keine Station und verkürzen sie nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt — eine Umstellung ohne aufgenommene Liegezeiten ist ein Umbau auf Vermutung.

Aufnahme der Durchlaufzeit mit getrennter Erfassung von Arbeits- und Liegezeit

1. Fluss messen, nicht schätzen

Aufnahme am Ort der Arbeit über den ganzen Ablauf: Arbeitszeit, Liegezeit, Bestand zwischen den Schritten, Losgröße, Rüstaufwand.
Ermittlung der Kundennachfragerate als Maßstab — ohne sie fehlt jeder Zielgröße die Begründung.
Am Ende steht ein Wert, den Fertigung, Planung und Controlling gemeinsam anerkennen: der Wartezeitanteil der Durchlaufzeit.
Abstimmung des Soll-Wertstroms mit festgelegtem Entkopplungspunkt

2. Soll-Fluss festlegen und Zielgröße begründen

Festlegung, wo der Ablauf entkoppelt wird und welcher Bestand dort bewusst gehalten wird.
Zielgröße für Durchlaufzeit und Bestand, gerechnet aus der Aufnahme und nicht als Vorgabe gesetzt.
Zurückgestellte Bereiche werden benannt, samt Grund — meist Anlagentechnik oder Nachweispflicht.
Verkürzung der Rüstzeit durch Trennung von internem und externem Rüsten

3. Kleine Lose fahrbar machen

Rüstzeitverkürzung, Vorrichtungsarbeit und standardisierte Rüstfolgen an den Stationen, die die Losgröße bestimmen.
Vorbeugende Instandhaltung und Kurzstillstandsanalyse an den Engpassaggregaten.
Diese Station wird am häufigsten übersprungen — und ist der Grund, aus dem die Umstellung danach scheitert.
Neue Arbeitsfolge wird mit den Beteiligten am Arbeitsplatz festgeschrieben

4. Umstellen und Standard schreiben

Umbau von Arbeitsplätzen und Steuerung: Pull statt Vorwärtsterminierung, visuelle Führung, geglätteter Auftragsmix.
Standardisierte Arbeitsfolgen werden mit den Beteiligten geschrieben, nicht für sie.
Qualitätsprüfungen wandern an die Entstehungsstelle des Fehlers.
Tägliche Kurzrunde am Board mit benannter Eskalationsstufe

5. Führungsroutine in Gang setzen

Kurze tägliche Runde am Ort der Arbeit mit wenigen Kennzahlen, die dort entstehen.
Benannte Eskalationsstufe und ein Verfahren, mit dem Ursachen und nicht Symptome behandelt werden.
Die Runde wird von der Führungskraft geleitet, nicht von der Beratung — sonst endet sie mit dem Mandat.
Nachmessung der Durchlaufzeit gegen den festgehaltenen Ausgangswert

6. Nachmessen und übergeben

Nachmessung gegen den Ausgangswert, getrennt nach Fluss-, Rüst- und Qualitätseffekt.
Übergabe an die interne Verbesserungsrolle samt Standards, Kennzahlendefinitionen und offener Punkte.
Der Prüfstein kommt nach sechs bis zwölf Monaten: Hält der Standard ohne äußere Anwesenheit?
Tagessätze

Was Lean-Management-Beratung kostet: Tagessätze und Budgetrahmen

Externe Unterstützung im Lean-Umfeld wird bei uns nach Tagessatz abgerechnet, nicht nach Projektpauschale. Er ergibt sich aus fünf Faktoren: Seniorität und Zahl begleiteter Umstellungen, Branche und Fertigungsart (Prozessindustrie, Pharma und regulierte Umfelder liegen über dem Mittel), Präsenzanteil vor Ort — Lean-Arbeit ist ortsgebunden und lässt sich kaum aus der Ferne leisten —, Mandatsdauer, wobei längere Mandate pro Tag niedriger liegen, und Verfügbarkeit im gesuchten Profil.

Die ausgewiesenen Spannen der unten gezeigten Rollen liegen zwischen 650 € und 2.200 € pro Tag. Die methodennahen Lean-, KVP- und Six-Sigma-Profile selbst bewegen sich darin zwischen 650 € und 1.600 €; die höheren Werte gehören zu Führungsrollen für Werk, Produktion und Sondersituationen.

Jede Spanne ist auf der zugehörigen Rollenseite offen ausgewiesen, nicht auf Anfrage.

Wie sich eine Lean-Initiative budgetieren lässt. Geplant wird in Personentagen, nicht in einer Gesamtsumme. Die Aufnahme eines abgegrenzten Wertstroms mit Soll-Bild und Maßnahmenrangfolge liegt meist bei 10 bis 20 Personentagen. Ein Wertstromumbau in einem Bereich, von der Aufnahme bis zum geschriebenen Standard, eher bei 30 bis 60 Tagen, verteilt über mehrere Monate mit Pausen zwischen den Stationen — die Umstellung braucht Zeit im Betrieb, nicht Beratungspräsenz. Der Aufbau einer Führungsroutine wird in Wellen je Bereich gerechnet. Eine Verbesserungsrolle auf Zeit rechnet anders: zwei bis vier Tage pro Woche über sechs bis achtzehn Monate.

Entscheidend ist nicht der Tagessatz, sondern das Verhältnis zum gebundenen Kapital und zur verlorenen Zeit: Ein Bereich, in dem Bestände von 4 Mio. € liegen und die Durchlaufzeit halbiert werden kann, trägt 50 Beratungstage aus der Bestandsreduzierung allein. Wo eine Linie an ihrer technischen Grenze läuft und die Nachfrage sie voll auslastet, ist der Hebel klein — das sagen wir, bevor ein Angebot entsteht.

Worin sich das von einer Beratungsgesellschaft unterscheidet. Sie bezahlen die Person, die am Wertstrom arbeitet, und nicht eine Pyramide über ihr: kein Engagement Manager, kein Partneranteil, keine Sockelkosten für Methodenbaukasten und Foliensatz. Dafür bekommen Sie keinen Apparat — Beauftragt werden einzelne Fachleute oder ein kleines Team; die fachliche Führung bleibt bei Ihnen. Ergebnisabhängige Modelle bilden wir nicht ab: Sie setzen den Anreiz, eine Einsparung rechnerisch auszuweisen, statt die Durchlaufzeit wirklich zu senken.

Marktlage

Die Auslastung ist niedrig, die Durchlaufzeiten sind es nicht

77,5 %

betrug die Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie im Januar 2026 — deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 83,2 %. Wer unter diesen Bedingungen Termine verfehlt, hat kein Kapazitätsproblem, sondern ein Flussproblem.
ifo Institut, Konjunkturumfrage Januar 2026

+1,5 %

höher lag die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein Zuwachs in dieser Größe entsteht nicht durch mehr Tempo, sondern durch weniger Verluste im Ablauf.
Statistisches Bundesamt, BIP 2. Quartal 2026

+1,1 %

wuchs die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr — der erste Anstieg seit dem 1. Quartal 2023. Der Wiederanlauf trifft Betriebe, die ihre Bestände in der Schwächephase abgebaut haben.
Statistisches Bundesamt, BIP 2. Quartal 2026
Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur Lean-Management-Beratung

Lean Management ist ein Führungs- und Gestaltungsansatz, der einen Betrieb am Fluss der Arbeit ausrichtet: Jeder Schritt wird daran gemessen, ob er zum Ergebnis beiträgt, für das ein Kunde zahlt. Alles andere — Warten, Zwischenlager, Transporte, Nacharbeit, Suchen, Überproduktion — gilt als Verlust und wird verringert. Zum Ansatz gehören Werkzeuge wie Wertstromanalyse, Pull-Steuerung mit Kanban, Rüstzeitverkürzung, Arbeitsplatzordnung und standardisierte Arbeit, vor allem aber eine Führungsroutine, die Abweichungen täglich am Ort der Arbeit behandelt. Wer nach einer Lean-Beratung sucht, meint diese Leistung.
Lean arbeitet an der Zeit: Es verkürzt Durchlaufzeiten, indem es Liegezeit, Bestand und überflüssige Schritte entfernt. Six Sigma arbeitet an der Streuung: Es verringert die Schwankung eines Ergebnisses mit statistischen Mitteln, strukturiert nach DMAIC. Die beiden Ansätze widersprechen sich nicht, sie beantworten verschiedene Fragen — und werden als Lean Six Sigma kombiniert. Die Wahl folgt dem Befund: Ist der Ablauf langsam, aber zuverlässig, ist es eine Lean-Aufgabe. Streut das Ergebnis bei kurzer Durchlaufzeit, ist es eine Six-Sigma-Aufgabe. Ohne belastbare Daten ist Six Sigma nicht durchführbar, Lean schon.
Wir rechnen nach Tagessatz ab. Die ausgewiesenen Spannen der Rollen, die in Lean-Initiativen eingesetzt werden, liegen zwischen 650 € und 2.200 € pro Tag; die methodennahen Lean-, KVP- und Six-Sigma-Profile bewegen sich darin zwischen 650 € und 1.600 €. Die Spanne je Rolle steht offen auf der jeweiligen Rollenseite. Eine Initiative planen Sie über Personentage: Die Aufnahme eines abgegrenzten Wertstroms liegt meist bei 10 bis 20 Tagen, ein Wertstromumbau in einem Bereich bei 30 bis 60 Tagen. Entscheidend ist das Verhältnis zum gebundenen Kapital und zur verlorenen Zeit.
Von fünf Größen: Seniorität und Zahl tatsächlich begleiteter Umstellungen, Branche und Fertigungsart — Prozessindustrie, Pharma und regulierte Umfelder liegen über dem Mittel —, Präsenzanteil vor Ort, Mandatsdauer und Verfügbarkeit im gesuchten Profil. Führungsverantwortung auf Zeit liegt am oberen Ende, eine abgegrenzte Wertstromaufnahme am unteren. Lean-Arbeit ist ortsgebunden: Ein niedriger Satz bei geringer Präsenz ist kein Vorteil, wenn die Umstellung deshalb nicht trägt.
Eine Wertstromanalyse nimmt einen Ablauf vom Auftrag bis zur Auslieferung auf und weist zwei Zeiten getrennt aus: die Zeit, in der tatsächlich gearbeitet wird, und die Zeit, in der Stück oder Fall wartet. Zusätzlich erfasst sie Bestände zwischen den Schritten, Losgrößen, Rüstaufwand und Übergaben. Ihr Nutzen ist eine gemeinsame Zahl, über die nicht mehr gestritten wird — in den meisten aufgenommenen Abläufen ist der Wartezeitanteil weit größer als erwartet. Aus dem Ist-Bild entsteht ein Soll-Wertstrom mit begründeter Zielgröße. Aus ERP-Berichten ist das nicht ableitbar: Dort steht die Buchung, nicht die Wartezeit.
Gemessen an der Wirkung auf die Durchlaufzeit sind es drei: die Wertstromaufnahme, weil ohne sie am falschen Ende gearbeitet wird; die Rüstzeitverkürzung, weil sie kleine Lose erst wirtschaftlich macht und damit Bestand freigibt; und Shopfloor Management, weil es entscheidet, ob ein eingeführter Standard nach einem Jahr noch gilt. Arbeitsplatzordnung und visuelle Führung sind wirksame Voraussetzungen, aber allein kein Ergebnis. Der häufigste Fehler ist die umgekehrte Reihenfolge: Werkzeuge einführen, bevor der Fluss aufgenommen ist.
Ja, unter dem Begriff Lean Administration, und die Hebel sind dort oft größer — weil der Bestand unsichtbar ist. In Verwaltung, Auftragsabwicklung und Dienstleistung liegt der wartende Fall in Postkörben, Warteschlangen und Systemzuständen, wo niemand darüber stolpert. Die Prinzipien bleiben gleich, die Werkzeuge ändern sich: Statt Rüstzeit und Kanban geht es um Freigabestufen ohne Beitrag, Rückfragen durch unvollständige Eingänge, Doppelerfassung zwischen Systemen und Stapelbearbeitung. Erfahrung mit diesem Umfeld ist eine eigene Qualifikation und im produktionsnahen Bestand nicht selbstverständlich.
Die Aufnahme eines abgegrenzten Wertstroms ist eine Frage von Wochen. Ein Wertstromumbau in einem Bereich braucht mehrere Monate, weil zwischen den Stationen betriebliche Zeit liegt: Rüstzeiten senken, umstellen, den Standard schreiben, ihn stabilisieren. Ein Betrieb, der die Routine flächig tragen soll, rechnet in Jahren und in Wellen je Bereich. Gemessen wird gegen einen festgehaltenen Ausgangswert für Durchlaufzeit und Bestand, getrennt nach Fluss-, Rüst- und Qualitätseffekt. Der eigentliche Prüfstein kommt nach sechs bis zwölf Monaten: Hält der Standard, wenn niemand von außen mehr anwesend ist?
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