Prozessberatung
Prozessberatung: Geschäftsprozesse analysieren, ordnen und messbar verbessern
Prozessberatung arbeitet an den Abläufen, mit denen ein Unternehmen sein Tagesgeschäft organisiert: Auftragsdurchlauf, Freigaben, Übergaben zwischen Abteilungen, Dokumentation und Zuständigkeiten. Wichtig wird sie meist nicht wegen eines einzelnen Fehlers, sondern weil ein Ablauf über Jahre um seine Ausnahmen herum gewachsen ist — bis niemand mehr sagen kann, welcher Prozess eigentlich gilt, und die Bearbeitung länger dauert, ohne dass jemand etwas falsch macht. Nötig sind dafür ein belastbares Bild des tatsächlichen Ist-Zustands, ein Sollprozess, der mit den Ausführenden entsteht statt über sie hinweg, und eine klare Antwort darauf, wer den Prozess künftig besitzt und ändern darf. Ohne diese Festlegung hält kein neuer Ablauf länger als bis zur nächsten Reorganisation.
Führende Unternehmen vertrauen auf unser Netzwerk
Was Prozessberatung leistet — und was nicht

Der Begriff trägt zwei Bedeutungen, und das führt regelmäßig zu Missverständnissen. In der Organisationsentwicklung steht Prozessberatung seit Edgar Schein für eine Haltung: Beratung liefert keine fertige Lösung, sondern befähigt die Organisation, ihre eigene zu finden — im Unterschied zur Expertenberatung, die ein Ergebnis mitbringt. Im betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch meint Prozessberatung dagegen die Arbeit an den Geschäftsprozessen selbst: aufnehmen, analysieren, modellieren, dokumentieren, verbessern. Wir arbeiten in der zweiten Bedeutung, aber mit der Methodik der ersten — nicht aus Überzeugung, sondern weil eine Umgehung in keiner Auswertung auftaucht.
Sie unterscheidet den gelebten vom dokumentierten Prozess. Zwischen beiden liegen in gewachsenen Organisationen regelmäßig Jahre. Eine Prozessaufnahme, die Handbücher liest, beschreibt einen Ablauf, den es so nicht mehr gibt. Belastbar wird sie erst, wenn Laufzeiten, Wartezeiten und Ausnahmefälle an echten Vorgängen gemessen und die Ausnahmen gezählt werden, statt sie als Sonderfall beiseitezulegen — häufig machen sie ein Drittel des Volumens und zwei Drittel des Aufwands aus.
Sie beginnt an den Schnittstellen, nicht bei den Einzelschritten. In administrativen Abläufen geht die meiste Zeit nicht in der Bearbeitung verloren, sondern in der Übergabe: zwischen Vertrieb und Auftragsabwicklung, zwischen Fachbereich und IT, zwischen Standort und Zentrale. Wer einzelne Schritte beschleunigt, verschiebt den Stau, statt ihn aufzulösen. Deshalb steht der End-to-End-Prozess vor der Optimierung einzelner Tätigkeiten.
Sie klärt Rollen, bevor Werkzeuge eine Rolle spielen. Ein Großteil der Fälle, die als Werkzeugproblem beginnen, endet als Zuständigkeitsfrage. Solange nicht geklärt ist, wer einen Prozess besitzt, wer ihn ändern darf und wer die Dokumentation pflegt, hält keine noch so saubere Prozessmodellierung. Diese Festlegung ist unbequem und der Grund, warum manche Vorhaben erst im zweiten Anlauf tragen.
Was sie nicht leistet. Sie schreibt keinen Sollprozess über die Köpfe der Ausführenden hinweg — ein so entstandener Ablauf wird nicht gelebt, sondern umgangen. Sie ist kein Ersatz für eine Softwareeinführung, wenn der Ablauf am System scheitert, und keine Personalentscheidung: Wo eine Rolle unbesetzt oder eine Zuständigkeit strittig bleibt, kann eine Prozessbeschreibung das nicht auffangen.
Abgrenzung nach zwei Seiten: Geht es um Durchlaufzeiten an der Linie, Rüstzeiten, Anlagenverfügbarkeit und Lean-Methoden in der Produktion, ist unsere Operations- und Prozessoptimierungsberatung der richtige Einstieg. Geht es um Beschaffungs- und Lieferkettenabläufe, führt der Weg zur Supply-Chain-Beratung. Hakt ein Ablauf vor allem, weil die Systemlandschaft nicht trägt, ist die Beratung für digitale Transformation der passende Rahmen. Im internationalen Sprachgebrauch begegnen Ihnen dieselben Leistungen als Business Process Consulting, Process Consulting oder Business Process Improvement Consulting.
Wann externe Unterstützung Prozessarbeit schneller trägt
Ist der Ablauf beschrieben, verantwortet ihn eine Person und wurde im Haus schon einmal erfolgreich ein Prozess umgestellt, genügt die eigene Kapazität. Einige Ausgangslagen sind anders — und der Grund ist meist derselbe: Wer täglich in einem Ablauf arbeitet, sieht ihn nicht mehr als Ablauf, sondern als Selbstverständlichkeit. Eine Aufnahme von außen stellt die Fragen, die intern niemand mehr stellt, weil die Antwort seit Jahren feststeht.
1. Niemand kann den Ablauf vollständig beschreiben
- Jede Abteilung kennt ihren Teil, den Gesamtdurchlauf kennt niemand.
- Ohne gemeinsames Bild diskutiert die Runde über Symptome statt über Ursachen.
2. Die Übergabe zwischen zwei Bereichen kostet Tage
- Die Bearbeitung dauert Minuten, der Vorgang liegt trotzdem eine Woche.
- Liegezeiten stehen in keinem System — sie werden erst sichtbar, wenn man echte Vorgänge nachverfolgt.
3. Ein Systemwechsel steht an
- ERP, CRM oder ein Workflow-Werkzeug wird eingeführt — und die Prozesse sind ungeklärt.
- Wer einen unklaren Ablauf digitalisiert, bezahlt anschließend für Sonderlösungen, die niemand wollte.
4. Die Dokumentation entspricht nicht der Realität
- Handbücher, Arbeitsanweisungen und Prozesslandkarte sind Jahre alt.
- Neue Mitarbeitende lernen den Ablauf von Kolleginnen, nicht aus der Dokumentation — mit jeder Weitergabe driftet er.
5. Wachstum oder Zukauf macht Standards nötig
- Zwei Standorte, zwei Gesellschaften, zwei Arbeitsweisen für denselben Vorgang.
- Je länger parallel gearbeitet wird, desto teurer wird die Harmonisierung später.
6. Eine Zertifizierung oder Prüfung steht bevor
- ISO 9001, ein Audit oder eine regulatorische Anforderung verlangt nachweisbare Prozesse.
- Dokumentation, die nur für das Audit entsteht, wird danach nicht gepflegt — sie muss aus dem Arbeitsalltag fallen.
Erkennen Sie eine dieser Ausgangslagen wieder? Zwanzig Minuten reichen für eine Einordnung: ob eine Prozessaufnahme, ein Sollkonzept oder zuerst die Klärung der Zuständigkeiten der richtige nächste Schritt ist.
Von der Prozessaufnahme bis zur Governance: das Leistungsspektrum
Die Leistungen sind einzeln oder in Kombination buchbar. In der Regel greifen die ersten drei aufeinander — aufnehmen, ordnen, festlegen — und erst danach lohnen Digitalisierung und Automatisierung. Wer diese Reihenfolge umdreht, bezahlt sie in Sonderlösungen.
Prozessanalyse und Prozessaufnahme
Aufnahme des Ist-Zustands entlang echter Vorgänge: Wer macht was, wann, mit welchem System, und wo entstehen Warte- und Liegezeiten? Wir messen Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit und Fehlerquote statt sie zu schätzen, und trennen den Regelfall sauber von den Ausnahmen, die den Aufwand tatsächlich treiben. Ergebnis ist eine belastbare Prozessanalyse, über die alle Beteiligten dasselbe sagen.
Prozesslandkarte und Prozessmodellierung
Eine Prozesslandkarte zeigt auf einer Seite, welche Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse es überhaupt gibt und wie sie zusammenhängen — die Grundlage für jede Priorisierung. Darunter modellieren wir die relevanten Abläufe in BPMN oder einer schlankeren Notation, je nachdem, wer damit arbeiten soll. Verständlichkeit geht dabei vor Vollständigkeit.
Prozessdokumentation und Prozessgovernance
Dokumentation, die gepflegt wird, weil sie im Alltag nützt: Arbeitsanweisungen in der Sprache der Ausführenden, ein klarer Freigabeweg für Änderungen und benannte Prozessverantwortliche. Dazu gehört die unbequeme Festlegung, wer einen Ablauf ändern darf und wer nicht — ohne sie zerfällt jedes Prozessmanagement innerhalb eines Jahres wieder.
Prozessdigitalisierung und Automatisierung
Workflows aufsetzen, Medienbrüche schließen, automatisieren, wo es sich rechnet. Automatisiert wird erst, was zuvor vereinfacht wurde: Ein Freigabeprozess mit sieben Stufen wird nicht dadurch besser, dass er digital sieben Stufen hat. Wir rechnen jede Automatisierung gegen Einführungs- und Pflegekosten — und benennen ausdrücklich die Fälle, in denen sich der Aufwand nicht lohnt und eine klare Arbeitsanweisung mehr bringt als ein Werkzeug.
Schnittstellen und End-to-End-Prozesse
Der Blick über Abteilungsgrenzen hinweg: vom Auftragseingang bis zur Rechnung, von der Anforderung bis zur Abnahme, vom Eintritt bis zum ersten Arbeitstag. Wir klären, welche Informationen an jeder Übergabe wirklich gebraucht werden, und entfernen die Nachfragen, Rückläufer und Doppelerfassungen, die daraus entstehen, dass sie fehlen.
Befähigung, Rollen und Verantwortlichkeiten
Damit der neue Ablauf ohne uns hält: Rollen schneiden, Verantwortliche benennen, Teams schulen und die Kennzahlen festlegen, an denen der Prozess künftig gesteuert wird. Der Teil, der am häufigsten gestrichen wird, wenn es eng wird — und der darüber entscheidet, ob nach zwölf Monaten noch nach dem neuen Prozess gearbeitet wird.
Welche dieser Leistungen Ihr Vorhaben braucht, hängt davon ab, wie belastbar der Ist-Zustand heute beschrieben ist. Das lässt sich in einem kurzen Gespräch klären.
Vier Zuschnitte für Prozessvorhaben
Prozessvorhaben unterscheiden sich weniger im Umfang als in der Frage, wie weit wir mitgehen: bis zum Sollkonzept, bis zur Einführung oder bis in die Zeit danach, in der ein Ablauf still zurückfallen kann. Vier Zuschnitte deckt unser Netzwerk ab; der Wechsel im Verlauf ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Klar umrissener Kurzauftrag
Eine erfahrene Person für eine eng umrissene Aufgabe: eine Prozessaufnahme in einem Bereich, ein Review eines Sollkonzepts, eine Zweitmeinung vor der Systemauswahl. Zwei bis sechs Wochen, klarer Auftrag, klares Ergebnis.
Umsetzungsteam mit Ihren Leuten
Zwei bis fünf externe Fachleute arbeiten mit Ihren Mitarbeitenden in einem Team, unter interner fachlicher Führung. Der Zuschnitt für größere Umstellungen: Das Wissen über den neuen Ablauf entsteht dort, wo später danach gearbeitet wird — statt mit dem Projekt das Haus zu verlassen.
Prozessverantwortung auf Zeit
Eine Person übernimmt eine Linien- oder Programmrolle für die Dauer des Vorhabens — sinnvoll bei Vakanzen, in Sondersituationen oder wenn Entscheidungen im Prozessumbau schnell und mit Mandat getroffen werden müssen.
Begleitung über die Einführung hinaus
Nach dem Rollout in größeren Abständen: Kennzahlen nachmessen, Abweichungen besprechen, Dokumentation nachziehen. Wenige Tage im Quartal — sie verhindern das stille Zurückfallen in die alten Abläufe.
Prozessberatung nach Branche: was den Ablauf bestimmt
Administrative Abläufe sehen sich auf dem Papier ähnlich und unterscheiden sich in der Praxis erheblich. In der Logistik gibt der Sendungsvorgang den Takt vor, bei IT-Dienstleistern der Ticketprozess mit vereinbarten Reaktionszeiten, im Gesundheitswesen die Dokumentationspflicht am Patientenfall, in der öffentlichen Verwaltung die Bindung an Fristen und Rechtsgrundlagen. Wer den Taktgeber nicht kennt, entwirft einen Sollprozess, der an der ersten Ausnahme bricht.
Wir besetzen deshalb mit Fachleuten, die in der jeweiligen Branche gearbeitet haben und die typischen Nachweispflichten, Systeme und Rollenschnitte kennen — von ITSM-Prozessen nach ITIL über Qualitätsmanagement nach ISO 9001 bis zu Freigabeketten in regulierten Umfeldern. Ausgewählt wird aus 25 Fachbereichen mit über 300 hinterlegten Rollenprofilen. In den folgenden Branchen arbeiten wir regelmäßig — jede Kachel nennt, was dort den Ablauf bestimmt.
Logistik & Transport
In der Logistik entscheidet die Taktung: Ein Vorgang, der zwei Stunden zu spät erfasst wird, kostet eine Tour. Typische Themen sind der Auftragsdurchlauf von der Avisierung bis zur Abrechnung, die Schnittstelle zwischen Disposition, Lager und Abrechnung sowie die Frage, welche Daten an welcher Stelle wirklich erfasst werden müssen — und welche Erfassung nur deshalb existiert, weil sie einmal jemand angefordert hat.
Wir nehmen die Abläufe an echten Sendungen auf, messen Liege- statt Bearbeitungszeiten und entfernen Rückfragen, die aus unvollständigen Übergaben entstehen. Geht es um die Lieferkette selbst — Netzwerkdesign, Bestandsstrategie, Lieferantenanbindung —, ist die Supply-Chain-Beratung der passende Einstieg.
IT- und Technologiedienstleister
Bei IT- und Technologiedienstleistern liegt der Engpass selten in der Technik, sondern in den Serviceprozessen darum herum: Incident, Change und Problem sauber getrennt, ein Anforderungsweg, der nicht an drei Stellen parallel beginnt, und ein Releaseprozess, der Absprachen nicht in Chatverläufen versteckt. ITIL liefert dafür den Rahmen — entscheidend ist, wie viel davon zur Größe der Organisation passt.
Wir richten Serviceprozesse an dem aus, was Kundinnen und Kunden tatsächlich zusagen wurde, klären Eskalationswege und legen die Kennzahlen fest, mit denen sich Zusagen belegen lassen. Passende Profile finden Sie im Bereich IT Service Management.
Gesundheitswesen & Pharma
Im Gesundheitswesen und in der Pharmaindustrie treffen enge Nachweispflichten auf knappe Personalzeit. Der administrative Anteil — Aufnahme, Terminplanung, Dokumentation, Abrechnung, Freigaben — bindet Kapazität, die an anderer Stelle fehlt. Gleichzeitig darf keine Vereinfachung einen Nachweis kosten, der regulatorisch verlangt wird.
Wir arbeiten deshalb zweistufig: erst trennen, was Pflicht ist, von dem, was Gewohnheit ist, dann die Pflichtanteile so in den Ablauf legen, dass sie nebenbei entstehen statt am Ende des Tages nachgeholt zu werden. Validierte Prozesse und qualitätsrelevante Dokumentation behandeln wir dabei als eigene Kategorie mit eigener Freigabelogik.
Banken & Versicherungen
Bei Banken und Versicherungen ist der Prozess das Produkt: Antrag, Prüfung, Entscheidung, Vertrag, Schaden. Regulatorik erzeugt Kontrollpunkte, und jeder Kontrollpunkt erzeugt eine Übergabe. Die typische Beobachtung ist nicht, dass zu viel geprüft wird, sondern dass dieselbe Information an drei Stellen erneut erhoben wird.
Wir bauen den Ablauf um die Kontrollpunkte herum neu auf, statt sie zu umgehen: Dunkelverarbeitung für klare Fälle, definierte Ausnahmepfade für den Rest und eine nachvollziehbare Dokumentation, die einer Prüfung standhält. Aussagen zu regulatorischen Anforderungen ordnen wir dabei ein — ihre verbindliche Bewertung im Einzelfall bleibt Sache Ihrer Rechts- und Compliance-Funktion.
Öffentliche Verwaltung
In der Verwaltung sind Abläufe rechtlich gerahmt und trotzdem gestaltbar: Reihenfolge, Zuständigkeit, Medienbrüche und die Frage, an welcher Stelle eine Unterlage tatsächlich gebraucht wird, liegen im eigenen Ermessen. Genau dort entsteht der größte Teil der Bearbeitungszeit — nicht in der fachlichen Prüfung.
Wir nehmen Antrags- und Bescheidprozesse end-to-end auf, trennen gesetzlich zwingende Schritte von gewachsener Praxis und beschreiben den Sollprozess so, dass er als Grundlage für eine Fachverfahrens-Einführung taugt. Das Ziel ist nicht weniger Sorgfalt, sondern weniger Liegezeit zwischen den sorgfältigen Schritten.
Energie & Versorgung
Energie- und Versorgungsunternehmen arbeiten mit Massenprozessen unter Marktregeln: Lieferantenwechsel, Messwertverarbeitung, Abrechnung, Netzanschluss. Die Fallzahlen sind hoch, die Fristen extern gesetzt, und ein Prozessfehler wird nicht einmal teuer, sondern zehntausendfach.
Wir arbeiten hier stärker mit Kennzahlen als mit Workshops: Klärfallquoten, Fristverletzungen und manuelle Nacharbeit zeigen sehr genau, an welcher Stelle der Ablauf bricht. Aus der Analyse folgen Standardisierung, klare Ausnahmepfade und die Entscheidung, welche Klärfälle sich automatisieren lassen und welche eine Person sehen müssen.
Logistik & Transport
In der Logistik entscheidet die Taktung: Ein Vorgang, der zwei Stunden zu spät erfasst wird, kostet eine Tour. Typische Themen sind der Auftragsdurchlauf von der Avisierung bis zur Abrechnung, die Schnittstelle zwischen Disposition, Lager und Abrechnung sowie die Frage, welche Daten an welcher Stelle wirklich erfasst werden müssen — und welche Erfassung nur deshalb existiert, weil sie einmal jemand angefordert hat.
Wir nehmen die Abläufe an echten Sendungen auf, messen Liege- statt Bearbeitungszeiten und entfernen Rückfragen, die aus unvollständigen Übergaben entstehen. Geht es um die Lieferkette selbst — Netzwerkdesign, Bestandsstrategie, Lieferantenanbindung —, ist die Supply-Chain-Beratung der passende Einstieg.
IT- und Technologiedienstleister
Bei IT- und Technologiedienstleistern liegt der Engpass selten in der Technik, sondern in den Serviceprozessen darum herum: Incident, Change und Problem sauber getrennt, ein Anforderungsweg, der nicht an drei Stellen parallel beginnt, und ein Releaseprozess, der Absprachen nicht in Chatverläufen versteckt. ITIL liefert dafür den Rahmen — entscheidend ist, wie viel davon zur Größe der Organisation passt.
Wir richten Serviceprozesse an dem aus, was Kundinnen und Kunden tatsächlich zusagen wurde, klären Eskalationswege und legen die Kennzahlen fest, mit denen sich Zusagen belegen lassen. Passende Profile finden Sie im Bereich IT Service Management.
Gesundheitswesen & Pharma
Im Gesundheitswesen und in der Pharmaindustrie treffen enge Nachweispflichten auf knappe Personalzeit. Der administrative Anteil — Aufnahme, Terminplanung, Dokumentation, Abrechnung, Freigaben — bindet Kapazität, die an anderer Stelle fehlt. Gleichzeitig darf keine Vereinfachung einen Nachweis kosten, der regulatorisch verlangt wird.
Wir arbeiten deshalb zweistufig: erst trennen, was Pflicht ist, von dem, was Gewohnheit ist, dann die Pflichtanteile so in den Ablauf legen, dass sie nebenbei entstehen statt am Ende des Tages nachgeholt zu werden. Validierte Prozesse und qualitätsrelevante Dokumentation behandeln wir dabei als eigene Kategorie mit eigener Freigabelogik.
Banken & Versicherungen
Bei Banken und Versicherungen ist der Prozess das Produkt: Antrag, Prüfung, Entscheidung, Vertrag, Schaden. Regulatorik erzeugt Kontrollpunkte, und jeder Kontrollpunkt erzeugt eine Übergabe. Die typische Beobachtung ist nicht, dass zu viel geprüft wird, sondern dass dieselbe Information an drei Stellen erneut erhoben wird.
Wir bauen den Ablauf um die Kontrollpunkte herum neu auf, statt sie zu umgehen: Dunkelverarbeitung für klare Fälle, definierte Ausnahmepfade für den Rest und eine nachvollziehbare Dokumentation, die einer Prüfung standhält. Aussagen zu regulatorischen Anforderungen ordnen wir dabei ein — ihre verbindliche Bewertung im Einzelfall bleibt Sache Ihrer Rechts- und Compliance-Funktion.
Öffentliche Verwaltung
In der Verwaltung sind Abläufe rechtlich gerahmt und trotzdem gestaltbar: Reihenfolge, Zuständigkeit, Medienbrüche und die Frage, an welcher Stelle eine Unterlage tatsächlich gebraucht wird, liegen im eigenen Ermessen. Genau dort entsteht der größte Teil der Bearbeitungszeit — nicht in der fachlichen Prüfung.
Wir nehmen Antrags- und Bescheidprozesse end-to-end auf, trennen gesetzlich zwingende Schritte von gewachsener Praxis und beschreiben den Sollprozess so, dass er als Grundlage für eine Fachverfahrens-Einführung taugt. Das Ziel ist nicht weniger Sorgfalt, sondern weniger Liegezeit zwischen den sorgfältigen Schritten.
Energie & Versorgung
Energie- und Versorgungsunternehmen arbeiten mit Massenprozessen unter Marktregeln: Lieferantenwechsel, Messwertverarbeitung, Abrechnung, Netzanschluss. Die Fallzahlen sind hoch, die Fristen extern gesetzt, und ein Prozessfehler wird nicht einmal teuer, sondern zehntausendfach.
Wir arbeiten hier stärker mit Kennzahlen als mit Workshops: Klärfallquoten, Fristverletzungen und manuelle Nacharbeit zeigen sehr genau, an welcher Stelle der Ablauf bricht. Aus der Analyse folgen Standardisierung, klare Ausnahmepfade und die Entscheidung, welche Klärfälle sich automatisieren lassen und welche eine Person sehen müssen.
Prozessvorhaben und ihre Erfolgsgröße
Einige wiederkehrende Typen decken den Großteil dessen ab, was in Prozessvorhaben tatsächlich beauftragt wird. Zu jedem gehört eine Kennzahl, die vorher vereinbart wird — ohne sie endet die Bewertung eines Prozessprojekts in Meinungen darüber, ob es sich besser anfühlt als vorher.
Systemeinführung oder ERP-Wechsel vorbereiten
Ausgangslage: Ein neues System steht an, und die Frage „wie machen wir das eigentlich heute“ lässt sich nicht beantworten. Wir klären Sollprozesse und Stammdatenlogik vor der Konfiguration, statt beides im Customizing zu entscheiden. Gemessen an der Zahl der Sonderanforderungen, die nach dem Start noch nachgereicht werden, und an der Dauer bis zum stabilen Betrieb.
Prozesslandkarte und Dokumentation aufbauen
Ausgangslage: Wissen hängt an Personen, Einarbeitung dauert Monate, und bei Abwesenheit steht ein Vorgang. Wir bauen die Prozesslandkarte, dokumentieren die Kernprozesse in einer Form, die gepflegt wird, und benennen Verantwortliche. Gemessen an der Einarbeitungsdauer neuer Mitarbeitender und daran, wie viele Prozesse zwölf Monate später noch aktuell sind.
Abläufe über Standorte hinweg standardisieren
Ausgangslage: Nach Wachstum oder Zukauf bearbeiten zwei Einheiten denselben Vorgang unterschiedlich, Kennzahlen sind nicht vergleichbar. Wir arbeiten die fachlich notwendigen Unterschiede heraus, standardisieren den Rest und legen fest, was lokal entschieden werden darf. Gemessen an vergleichbaren Kennzahlen je Standort und am Aufwand für konsolidierte Auswertungen.
Einen Freigabe- oder Antragsprozess automatisieren
Ausgangslage: Ein Vorgang läuft über mehrere Postfächer, der Status ist nur durch Nachfragen zu ermitteln. Wir vereinfachen den Ablauf zuerst, digitalisieren ihn danach und automatisieren nur die Schritte, deren Pflege sich rechnet. Gemessen an Durchlaufzeit, Rückfragequote und dem Anteil der Vorgänge, die ohne manuellen Eingriff durchlaufen.
Von der Prozessaufnahme bis zur Prozessgovernance: häufig besetzte Profile
Aufnehmen, ordnen, verankern: der Ablauf eines Prozessvorhabens
Am Anfang steht die Aufnahme am echten Vorgang, am Ende die Verankerung im Betrieb — der Schritt, der am häufigsten gestrichen wird und über den Bestand des neuen Ablaufs entscheidet. Dauer und Tiefe hängen von Bereichszahl und Dokumentationsstand ab, die Abfolge nicht: Ein Sollprozess ohne belastbare Aufnahme ist eine Vermutung mit Kastendiagramm.
1. Prozessaufnahme
2. Analyse und Priorisierung
3. Sollprozess und Zuständigkeiten
4. Umsetzung und Befähigung
5. Messen und nachsteuern
6. Verankerung im Betrieb
Vom Tagessatz zum Budget: was Prozessberatung kostet
Ein Prozessvorhaben lässt sich in drei Stufen budgetieren, und jede Stufe hat eine eigene Größenordnung. Die Aufnahme — Betrachtungsbereich abgrenzen, den Ist-Ablauf entlang echter Vorgänge erheben, Zeiten und Systembrüche belegen — ist die kleinste Stufe und die einzige, die sich vorab genau planen lässt. Der Zielprozess — Modellierung, Zuständigkeiten, Kennzahlen, Freigabelogik — hängt daran, wie viele Bereiche der Ablauf quert: Bei einem Prozess über drei Abteilungen wiegt die Abstimmung schwerer als das Modellieren. Die Umsetzung ist die offenste Stufe, weil sie sich nicht nach dem Prozess richtet, sondern nach den Systemen, Rollen und Gewohnheiten, die mit ihm geändert werden. Wer alle drei Stufen vorab in einer Summe kalkuliert, kalkuliert die dritte falsch. Tragfähiger ist es, nach der Aufnahme neu zu entscheiden — dann liegt eine erhobene Grundlage vor und keine Schätzung.
Abgerechnet wird nach Tagessatz. Die folgenden Spannen stehen so auf unseren eigenen Rollenseiten (Stand August 2026) und sind Orientierung, kein Angebot. Profile für Aufnahme und Prozessdokumentation liegen am unteren Rand:
-
1.200 – 1.900 € pro Tag
-
1.000 – 1.700 € pro Tag
-
900 – 1.500 € pro Tag
-
Freelance Six Sigma Black Belt
750 – 1.300 € pro Tag
-
750 – 1.300 € pro Tag
-
700 – 1.200 € pro Tag
-
650 – 1.150 € pro Tag
-
650 – 1.100 € pro Tag
Innerhalb dieser Spannen bewegen vier Größen den Satz: ob jemand einen Ablauf beschreibt oder ihn gegen Widerstand durchsetzt; wie stark das Vorhaben an ein System gebunden ist, denn ERP-, ITSM- oder Branchensoftwarekenntnis verengt den Kreis der in Frage kommenden Fachleute; ob Nachweise gegenüber Dritten entstehen, etwa in Audit, Zertifizierung oder Regulatorik; und ob vor Ort gearbeitet wird oder verteilt. Alle Angaben verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer und, bei Präsenz, Reisekosten.
Einmalige Analyse oder begleitete Umsetzung — hier liegt die größere Kostenfrage. Eine Analyse endet mit einem Befund und einer Empfehlung. Sie ist planbar, im unteren zweistelligen Tagebereich zu haben und erzeugt für sich genommen keine Veränderung. Eine begleitete Umsetzung bindet über Monate anteilige Kapazität, häufig zwei bis drei Tage pro Woche, und kostet ein Mehrfaches — sie verschiebt dafür das Risiko: Bezahlt wird, dass der neue Ablauf im Betrieb ankommt, nicht dass er beschrieben ist. Wer nur die Analyse beauftragt, sollte vorher geklärt haben, wer die Umsetzung intern übernimmt.
Welche Besetzung ein Prozessvorhaben braucht, hängt am Reifegrad der Dokumentation. Eine Übersicht der Rollen, die wir in Prozessvorhaben besetzen, finden Sie im Bereich Operations & Produktion; prozessnahe IT-Rollen stehen unter IT Service Management, Rollen für organisatorische Veränderung unter Transformation & Change Management. Suchen Sie für eine klar umrissene Aufgabe einen Prozessberater oder Business Process Consultant, ist der Einstieg über die Rollenseiten meist schneller als über diese Seite. Geht es um die Steuerung mehrerer Vorhaben parallel, ist die Projektmanagement-Beratung der passende Rahmen.
Wer Abläufe nicht aktiv pflegt, wird langsamer, ohne etwas falsch zu machen
64 Mrd. €
146 Mrd. €
+16,8 Mrd. €
Häufig gestellte Fragen zur Prozessberatung
Ein Tagessatz ist kein hochgerechneter Stundenlohn, sondern der Preis für einen Einsatztag samt Vor- und Nachbereitung. Drei Größen bestimmen ihn: die Seltenheit des gesuchten Profils, der Verantwortungsschnitt der Rolle und die Dauer des Einsatzes — längere Mandate liegen pro Tag in der Regel unter kurzen Einsätzen, bei denen der Anlaufaufwand auf wenige Tage fällt. In unserem Bestand für Prozessvorhaben reichen die ausgewiesenen Spannen von 650 € bis 1.600 € pro Tag. Die Spanne der einzelnen Rolle steht auf ihrer Rollenseite; der Satz für einen konkreten Einsatz wird vor Beginn vereinbart und ändert sich während der Laufzeit nicht.
Vergleichbar ist der Tagessatz, nicht das Modell dahinter. Eine Unternehmensberatung kalkuliert ein Team und verteilt Erfahrung darin: wenige Senior-Tage, viele Junior-Tage, daraus ein Mittelwert. Über ein Expertennetzwerk buchen Sie die Erfahrung unmittelbar — der Satz pro Kopf liegt höher, die Zahl der Tage niedriger, und die Einarbeitung eines ganzen Teams in Ihre Branche entfällt. Für einen klar abgegrenzten Prozess fällt der Vergleich deshalb meist zugunsten des Netzwerks aus. Für ein mehrjähriges Programm über viele Standorte und Länder spricht dagegen die Steuerungsleistung eines Hauses, die wir bewusst nicht anbieten.
Ausgezeichnet. Finden nicht nur wir selbst.
consultingheads wurde mehrfach von führenden Fachmagazinen und unabhängigen Dritten ausgezeichnet.