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Preishoheit

Was Pricing Beratung leistet — und was nicht

Führungskräfte besprechen an einer Auswertung, wie Preise im Unternehmen zustande kommenIn den meisten Unternehmen wird der Preis nicht entschieden, sondern zugestanden. Die Preisliste ist ein Ausgangspunkt; was ein Kunde am Ende zahlt, entsteht aus einer Kette kleiner Zugeständnisse — ein Nachlass im Jahresgespräch, eine Sonderkondition für eine Ausschreibung, eine Fracht, die nicht berechnet wird, eine Zusatzleistung, die niemand mehr abrechnet. Jedes dieser Zugeständnisse war für sich vertretbar. Zusammen ergeben sie ein Preisbild, das so niemand beschlossen hat und das im Berichtswesen selten auftaucht.

Pricing Beratung setzt deshalb nicht bei der Höhe an, sondern bei der Verfügungsgewalt: Wer darf im Alltag über welchen Preis entscheiden, auf welcher Grundlage und mit welcher Sichtbarkeit? Erst danach lässt sich sinnvoll über Preisstrategie, Preismodell und Preisstruktur sprechen. Eine Preisliste, die niemand einhält, ist keine Preisstrategie, sondern eine Absichtserklärung — und genau deshalb bringt eine reine Preiserhöhung auf dem Papier so oft weniger, als die Kalkulation verspricht.

Für die Arbeit heißt das: die vorhandenen Auftrags- und Rechnungsdaten so aufbereiten, dass der realisierte Preis je Kunde, Produkt und Kanal sichtbar wird; die Preislogik am Nutzen der Leistung ausrichten statt allein an den eigenen Kosten; und die Regeln für Rabatte, Konditionen und Freigaben so schreiben, dass sie im Kundengespräch anwendbar bleiben. Wer eine Pricing Unternehmensberatung sucht, sucht meist genau diese Arbeitsergebnisse.

Was Pricing Beratung nicht leistet. Sie kennt Ihren Markt nicht besser als Sie, und sie liefert keine Zahl, die man einfach einsetzt. Sie ersetzt auch keine juristische Prüfung: Preisabsprachen mit Wettbewerbern, die Bindung von Wiederverkaufspreisen und der Austausch preisrelevanter Informationen im Wettbewerbsumfeld sind kartellrechtlich eng begrenzt und gehören im Einzelfall vor der Umsetzung anwaltlich bewertet; unsere Arbeit ordnet ein, sie ersetzt diese Prüfung nicht. Und sie nimmt niemandem die Entscheidung ab, einen Preis auch dann zu halten, wenn ein wichtiger Kunde am Telefon ist.

Befunde

Wann externe Unterstützung im Pricing den Aufwand wert ist

Nicht jede Preisfrage braucht Unterstützung von außen. Wer eine belastbare Auswertung des realisierten Preises hat, im Haus jemanden mit Pricing-Erfahrung und eine geklärte Freigabelogik, kommt allein weiter. Die folgenden Befunde tauchen dagegen regelmäßig dort auf, wo eine unabhängige Sicht und zusätzliche Kapazität den Unterschied machen. Sie sind Beispiele aus unserer Arbeit, keine vollständige Liste.

1. Die Kosten sind gestiegen, die Preise nicht

  • Material, Energie oder Löhne haben angezogen, die Preisliste stammt aus der Zeit davor.
  • Die Preiserhöhung wird verschoben, weil niemand die Begründung für die einzelnen Kundengruppen aufbereitet hat.

2. Für dieselbe Leistung werden sehr unterschiedliche Preise erzielt

  • Zwei vergleichbare Kunden zahlen deutlich verschieden, ohne dass ein sachlicher Grund benannt werden kann.
  • Die Streuung fällt erst auf, wenn jemand die Transaktionsdaten nach realisiertem Preis sortiert.

3. Rabatte und Konditionen sind gewachsen, nicht gestaltet

  • Boni, Skonti, Werbekostenzuschüsse und Sonderkonditionen liegen in verschiedenen Systemen und Verträgen.
  • Was ein Kunde insgesamt erhält, lässt sich ohne mehrtägige Handarbeit nicht beantworten.

4. Ein neues Angebot braucht seinen ersten Preis

  • Ohne Vergleichswert im Haus wird kalkulatorisch aufgeschlagen — der Nutzen beim Kunden bleibt unberücksichtigt.
  • Bei Abo- und nutzungsbasierten Modellen entscheidet der Aufbau des Modells stärker als die Höhe des Einstiegspreises.

5. Jeder Preis wird einzeln verhandelt

  • Freigaben laufen als Einzelfallentscheidung bis in die Geschäftsführung, und jede Ausnahme begründet die nächste.
  • Ohne Leitplanken wird die Verhandlungsstärke des Gegenübers zum wichtigsten Preisfaktor.

6. Eine Preisanpassung steht an und soll erklärbar sein

  • Ankündigung, Begründung und Umgang mit Widerspruch bestimmen das Ergebnis stärker als der Prozentsatz.
  • Bestandskunden, laufende Rahmenverträge und Ausschreibungen brauchen jeweils eigene Wege.

Findet sich Ihre Lage in einem dieser Befunde wieder? Ein kurzes Telefonat reicht, um zu sortieren, welche Auswertung zuerst gebraucht wird, an welcher Stelle im Preisbild der größte ungenutzte Hebel liegt — und ob es dafür überhaupt Unterstützung von außen braucht.

Aufgabenfelder

Pricing Consulting: die Aufgabenfelder im Überblick

Die Aufgabenfelder greifen ineinander, werden aber selten alle zugleich beauftragt. Meist beginnt es mit der Analytik, weil ohne sichtbaren realisierten Preis jede weitere Entscheidung auf Vermutungen steht. Danach entscheidet die Ausgangslage: ein neues Angebot führt zum Preismodell, ein gewachsenes Rabattbild zur Preisstruktur, anhaltender Kostendruck zur Preisdurchsetzung. Wir besetzen ein Feld einzeln oder mehrere zusammen — Pricing Consulting ist bei uns kein festes Paket, sondern die Besetzung der Lücke, die im Haus tatsächlich besteht.

Preisstrategie und Positionierung

Wofür ein Preis stehen soll: Premium, Mitte oder Preisführerschaft — und was diese Entscheidung für Sortiment, Kanäle und Kommunikation bedeutet. Dazu gehört eine Preispolitik, die zur Positionierung passt, und eine nüchterne Einschätzung, welche Preisstrategie der Markt trägt. Markt- und Skalierungsfragen reißen wir nur an und verweisen auf die Wachstumsstrategie.

Preismodell und Monetarisierung

Die Frage, wofür überhaupt bezahlt wird: pro Stück, pro Nutzer, pro Nutzung, im Abonnement oder als Paket mit Servicebestandteilen. Value Based Pricing setzt hier an: der Preis folgt dem Nutzen beim Kunden statt den eigenen Kosten. Bei wiederkehrenden Modellen bestimmen Staffeln und Zusatzleistungen den Erlös stärker als der Einstiegspreis.

Preisstruktur, Konditionen und Rabattsystem

Listenpreis, Staffeln, Boni, Skonti und Zuschüsse zu einem Konditionensystem ordnen, das sich begründen und nachrechnen lässt — mit einer Preisdifferenzierung, die an nachvollziehbaren Merkmalen hängt statt an Verhandlungsgeschick. Rabattmanagement beginnt mit dem Sichtbarmachen dessen, was heute zugestanden wird. Wo ein Konditionensystem Wiederverkäufer betrifft, gehören seine Grenzen anwaltlich geprüft.

Preisdurchsetzung und Verhandlungsführung

Der Teil, an dem Preisvorhaben scheitern: eine Preiserhöhung vorbereiten, begründen und im Gespräch halten. Dazu gehören Argumentationslinien je Kundengruppe, eine Reihenfolge für die Ankündigung, geübte Preisverhandlung und klare Eskalationswege. Den Angebots- und Verkaufsprozess insgesamt behandelt die Vertriebsberatung; hier geht es um die Preislogik darin.

Pricing-Analytik: Preiselastizität, Preiskalkulation und Margensicht

Aus vorhandenen Auftrags- und Rechnungsdaten den realisierten Preis je Kunde, Produkt und Kanal sichtbar machen, die Preiselastizität abschätzen und Preiskalkulation und Deckungsbeiträge gegenrechnen. Grundlage sind die Systeme, die ohnehin im Haus stehen. Der Aufbau von Auswertungsplattformen gehört zur Business-Intelligence-Beratung, die Ergebnisrechnung dahinter zu Corporate Finance.

Pricing-Organisation, Governance und Freigaben

Wer darf welchen Preis zusagen, ab welcher Abweichung entscheidet wer, und wo wird das dokumentiert? Dazu gehören abgestufte Freigaben, ein Preiscontrolling, das Abweichungen früh zeigt, und die Entscheidung, ob Pricing als eigene Funktion geführt oder zwischen Vertrieb und Controlling verteilt wird.

Welches dieser Felder bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem kurzen Gespräch einordnen. Schildern Sie uns, wie Preise heute zustande kommen — Sie erhalten eine Einschätzung und einen benannten ersten Schritt, keine Präsentation.

Arbeitsformen

Vier Arbeitsformen im Pricing — von der Einzelfrage bis zur Preisverantwortung auf Zeit

Beratung im Pricing wird in sehr unterschiedlichen Formaten eingekauft, und über das Ergebnis entscheidet häufig nicht die Methode, sondern die Form: wie viel Kapazität von außen, mit welcher Befugnis, über welchen Zeitraum. Die folgenden vier Formen decken den größten Teil dessen ab, was im Pricing tatsächlich beauftragt wird; Übergänge und Kombinationen sind der Normalfall.

Einzelfrage
Preisanalyse mit belastbarem Ergebnis

Eine erfahrene Person wertet die vorhandenen Transaktionsdaten aus und legt das reale Preisbild offen: Streuung, Rabattverteilung, Ausreißer, Deckungsbeiträge je Kundengruppe. Typisch drei bis sechs Wochen, oft in Teilzeit, mit einem Ergebnis, das einer Geschäftsführung vorgelegt werden kann.

Gemeinsame Entwicklung
Preismodell im gemischten Team

Fachleute von außen arbeiten mit Vertrieb, Controlling und Produktmanagement an einer neuen Preislogik. Die Entscheidungen bleiben im Haus, Systematik und Rechenarbeit kommen dazu. Das gängigste Format bei neuen Angeboten und beim Umbau eines Konditionensystems.

Umsetzung im Markt
Begleitung der Preisdurchsetzung

Bei einer anstehenden Preisanpassung: Argumentation je Kundengruppe, Vorbereitung der Verhandelnden, Begleitung der ersten Gespräche und eine Auswertung dessen, was am Ende tatsächlich durchgesetzt wurde. Läuft über die Dauer der Umsetzung, nicht über die Dauer eines Konzepts.

Mandat mit Freigabebefugnis
Preisverantwortung auf Zeit

Eine Person von außen übernimmt Pricing- oder Vertriebssteuerungsverantwortung mit eigener Freigabebefugnis — bei einer Vakanz, beim Aufbau einer Pricing-Funktion oder wenn Entscheidungen eine Instanz außerhalb der laufenden Kundenbeziehungen brauchen.

Branchenlogik

Pricing nach Branche: was die Preislogik bestimmt

Der Preisdruck ist überall spürbar, die Preislogik ist es nicht. Im Anlagenbau entsteht der Erlös über Jahre aus Projektpreis, Ersatzteilen und Service, im Handel innerhalb einer Saison über Aktionen und Konditionen, bei digitalen Angeboten über die Struktur eines wiederkehrenden Modells. Entsprechend unterschiedlich fallen die Fragen aus: Wo wird der Preis überhaupt gebildet, welche Daten liegen dafür vor, wer verhandelt ihn, und welche vertraglichen und regulatorischen Rahmenbedingungen begrenzen den Handlungsspielraum? Wir besetzen Pricing-Vorhaben nach Branchenerfahrung: aus 25 Fachbereichen und über 300 Rollenprofilen kommen Menschen, die die Preismechanik der jeweiligen Branche schon einmal von innen gesehen haben — weil ein Konditionensystem im Lebensmitteleinzelhandel anderen Regeln folgt als ein Ersatzteilpreis im Maschinenbau. Die folgenden sechs Felder sind Beispiele; sie decken unsere Arbeit nicht vollständig ab.

Pricing im Maschinen- und Anlagenbau: automatisierte Fertigungslinie

Maschinen- und Anlagenbau

Pricing bei Automobilherstellern und Zulieferern: digitale Fahrzeugentwicklung

Automotive und Zulieferer

Pricing in Bau und Baustoffindustrie: Gewerbeimmobilie im Rohbauumfeld

Bau und Baustoffe

Pricing in Handel und Konsumgüterindustrie: Verkaufsfläche im Facheinzelhandel

Handel und Konsumgüter

Pricing für Software und digitale Produkte: Arbeitsplätze mit Auswertungsbildschirmen

Software und digitale Produkte

Pricing in Chemie, Pharma und Medizintechnik: pharmazeutische Produktion

Chemie, Pharma und Medizintechnik

Pricing im Maschinen- und Anlagenbau: automatisierte Fertigungslinie

Maschinen- und Anlagenbau

Pricing bei Automobilherstellern und Zulieferern: digitale Fahrzeugentwicklung

Automotive und Zulieferer

Pricing in Bau und Baustoffindustrie: Gewerbeimmobilie im Rohbauumfeld

Bau und Baustoffe

Pricing in Handel und Konsumgüterindustrie: Verkaufsfläche im Facheinzelhandel

Handel und Konsumgüter

Pricing für Software und digitale Produkte: Arbeitsplätze mit Auswertungsbildschirmen

Software und digitale Produkte

Pricing in Chemie, Pharma und Medizintechnik: pharmazeutische Produktion

Chemie, Pharma und Medizintechnik

Vorhabenstypen

Vorhaben im Pricing — und woran sich die Wirkung zeigt

Was im Pricing tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und Größen, an denen sich später ablesen lässt, ob sich etwas bewegt hat. Wir nennen bewusst Beobachtungsgrößen und keine Zielwerte: Was ein Vorhaben am Ende bringt, hängt von Markt, Ausgangslage und Umsetzungsdisziplin ab und lässt sich vorab nicht zusagen.

Das eigene Preisbild sichtbar machen

Ausgangslage: Es gibt eine Preisliste, aber niemand kann sagen, was davon tatsächlich erlöst wird. Die Reihenfolge, die trägt: Auftrags- und Rechnungsdaten zusammenführen, alle Abzüge bis zum Nettopreis aufschlüsseln, Streuung je Produkt und Kundengruppe darstellen. Beobachtungsgrößen: Bandbreite des realisierten Preises je Kundengruppe, Anteil der Aufträge unter der Preisuntergrenze, Zahl aktiver Sonderkonditionen.

Ein neues Preismodell einführen

Ausgangslage: ein neues Produkt, ein neuer Service oder der Wechsel von Einmalverkauf auf ein wiederkehrendes Modell. Zuerst wird die Bemessungsgrundlage geklärt, dann die Struktur mit Staffeln und Paketen, dann der Übergang für Bestandskunden. Beobachtungsgrößen: Annahmequote, Wechselquote im Übergang, Erlös je Kunde im Vergleich zum Vormodell.

Eine Preisanpassung vorbereiten und begleiten

Ausgangslage: Kostensteigerungen sind eingetreten und sollen weitergegeben werden. Die Arbeit beginnt nicht beim Prozentsatz, sondern bei der Segmentierung: Welche Kunden tragen welche Anpassung, welche Verträge lassen sie zu, in welcher Reihenfolge wird angekündigt. Beobachtungsgrößen: durchgesetzter Anteil der Anpassung, Abwanderung in den betroffenen Segmenten, Dauer bis zur Umsetzung.

Konditionen und Freigaben neu ordnen

Ausgangslage: gewachsene Rabatt- und Bonusregeln, die niemand mehr vollständig überblickt, und Freigaben, die als Einzelfall entschieden werden. Der Weg führt über eine Bestandsaufnahme aller Konditionsarten, ihre Reduktion auf wenige begründbare Bausteine und abgestufte Freigabegrenzen. Beobachtungsgrößen: Zahl der Konditionsarten, Anteil der Aufträge mit Sondergenehmigung, Durchlaufzeit einer Preisfreigabe.

Profile

Von der Pricing-Analytik bis zur Preisverantwortung: häufig besetzte Profile

Die Besetzung richtet sich nach der Aufgabe: Eine Preisanalyse braucht ein anderes Profil als der Umbau eines Konditionensystems oder die Begleitung einer Preisanpassung im Markt. Die folgenden Profile besetzen wir in Pricing-Vorhaben besonders häufig — es ist ein Ausschnitt, über die Kategorieseiten sind weitere Rollen erreichbar.

Von der Preisanalyse bis zur neuen Preisliste: der Ablauf

Umfang und Dauer der Schritte hängen von Sortimentsbreite, Datenlage und Vertriebsstruktur ab, die Abfolge nicht: erst sehen, was ist, dann festlegen, was gelten soll, dann die Regeln bauen, dann im Markt durchsetzen. Übersprungen wird kein Schritt — wer ohne Preisbild ein neues Modell einführt, ersetzt eine unbekannte Streuung durch eine andere.

Schritt 1: Aufnahme des realisierten Preisbildes aus Auftrags- und Rechnungsdaten

1. Preisbild aufnehmen

Zwei bis vier Wochen: Auftrags-, Rechnungs- und Konditionsdaten werden zusammengeführt und bis zum tatsächlich erlösten Nettopreis aufgeschlüsselt.
Gespräche mit Vertrieb und Controlling machen die Zugeständnisse sichtbar, die in keinem System als Rabatt geführt werden.
Ergebnis ist ein belegtes Bild der Preisstreuung je Produkt, Kunde und Kanal.
Schritt 2: Festlegung von Preisstrategie und Preismodell im Führungskreis

2. Preislogik festlegen

Wofür bezahlt wird und wonach sich der Preis richtet: Nutzen, Kosten, Wettbewerb oder eine begründete Mischung daraus.
Die Positionierung wird entschieden, nicht abgeleitet — und mit ihr, welche Aufträge man bewusst nicht gewinnen will.
Zurückgestellte Optionen werden benannt statt verschwiegen.
Schritt 3: Aufbau von Preisstruktur, Staffeln und Konditionensystem

3. Preisstruktur und Konditionen bauen

Listenpreise, Staffeln, Pakete und Konditionsarten werden auf wenige begründbare Bausteine reduziert.
Jede Differenzierung hängt an einem nachvollziehbaren Merkmal — Menge, Leistungsumfang, Vertragsdauer — statt am Verhandlungsverlauf.
Wo Wiederverkäufer oder Wettbewerbsverhältnisse berührt sind, wird der Entwurf vor der Einführung juristisch geprüft.
Schritt 4: Verankerung von Freigabestufen und Preisregeln in Systemen und Rollen

4. Regeln und Freigaben verankern

Freigabegrenzen werden abgestuft, in den Systemen hinterlegt und mit Namen statt Funktionsbezeichnungen versehen.
Ein Preiscontrolling zeigt Abweichungen monatlich, nicht erst im Jahresabschluss.
Wer verhandelt, bekommt Leitplanken und Argumente — Regeln ohne Argumentation werden umgangen.
Schritt 5: Durchsetzung der neuen Preise in Kundengesprächen und Verhandlungen

5. Preise im Markt durchsetzen

Ankündigung, Begründung und Reihenfolge werden je Kundengruppe geplant statt für alle gleich.
Die ersten Gespräche werden begleitet und ausgewertet, solange sich die Argumentation noch nachschärfen lässt.
Ausnahmen werden erfasst und begründet — sonst entsteht binnen Monaten das alte Preisbild neu.
Schritt 6: Messung der Wirkung und Übergabe der Preisverantwortung an die Organisation

6. Wirkung messen und übergeben

Wenige Größen, die vor Beginn feststehen: realisierter Durchschnittspreis, Preisstreuung, Rabattquote, Anteil genehmigter Ausnahmen.
Nachgesteuert wird auf Basis der gemessenen Werte, nicht auf Basis einzelner Gespräche.
Der Übergabepunkt steht von Anfang an fest: Am Ende führt die Organisation ihre Preise selbst.
Budgetrahmen

Was kostet eine Pricing Beratung? Tagessätze und Budgetrahmen

Für ein Pricing-Vorhaben gibt es zwei Kostentreiber: den Tagessatz der eingesetzten Fachleute und die Zahl der Tage. Die zweite Größe ist die größere und wird seltener geplant. Abgerechnet wird über unser Netzwerk nach Tagessatz, ohne Projektpauschale und ohne erfolgsabhängige Bestandteile — gerade im Pricing wäre eine Erfolgsbeteiligung an einer Preiserhöhung die falsche Anreizlage.

Was den Tagessatz bewegt. Am stärksten wirkt, wie nah eine Rolle an der Preisentscheidung sitzt: Wer eine Preisänderung gegenüber der Geschäftsführung vertritt, liegt über einer Rolle, die auswertet und zuarbeitet. Danach die Datenlage — sind Auftrags- und Konditionsdaten sauber in einem System, ist die Analyse in Tagen erledigt; liegen sie in Verträgen, Tabellen und drei Vorsystemen, wird daraus Wochenarbeit. Dann die Branche: regulierte Märkte, Rahmenvertragsgeschäft und Handelsstufen verlangen Zusatzerfahrung, die den Kandidatenkreis verengt. Der Remote-Anteil wirkt in beide Richtungen — Analytik und Modellarbeit laufen weitgehend ortsunabhängig und öffnen den Kreis über die eigene Region hinaus, während Verhandlungsbegleitung und Jahresgespräche Anwesenheit brauchen. Zuletzt die Projektdauer: ein Einsatz über neun Monate liegt pro Tag unter einem Sechs-Wochen-Einsatz mit demselben Einarbeitungsaufwand.

Die Bandbreiten, die auf unseren Rollenseiten ausgewiesen sind. Für die analytische Grundlage eines Preisvorhabens — Datenaufbereitung, Auswertung, Deckungsbeitragsrechnung — 650 bis 1.150 € pro Tag (Freelance Data Analyst, Freelance Forecasting Analyst, Freelance Business Controller). Für die eigentlichen Pricing- und Vertriebssteuerungsrollen 750 bis 1.040 € (Freelance Key Account Manager, Freelance Revenue Operations Specialist, Freelance Pricing Strategist). Für Konzept- und Strategiearbeit an Positionierung und Preismodell 850 bis 1.600 € (Freelance Product Manager Strategie, Freelance Strategy Consultant). Preisverantwortung auf Zeit mit Freigabebefugnis liegt darüber, bei 1.280 bis 2.500 € (Interim Sales Manager, Interim CSO, Interim CFO). Alle genannten Werte sind Bandbreiten und keine Festpreise; der konkrete Satz wird je Einsatz vor der Beauftragung festgelegt.

Stufenweise budgetieren statt als Gesamtsumme. Jede Stufe endet mit einer Entscheidung, die auch „nicht weiter" lauten darf: die Analyse mit einem belegten Preisbild, das Konzept mit einer entschiedenen Preislogik, der Pilot mit einer Kundengruppe oder Produktlinie, in der die neue Systematik erprobt wird, der Rollout mit der Übergabe an die eigene Organisation. Wer die Analyse zuerst einzeln beauftragt, kauft die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen und behält die Wahl, ob überhaupt weitergearbeitet wird.

Der Unterschied zu anderen Wegen. Eine spezialisierte Pricing-Boutique bringt Methodik und Branchenvergleiche mit, arbeitet aber in fester Teamaufstellung. Der Weg über einzelne Fachleute auf Zeit ist kleinteiliger steuerbar: Sie besetzen die Rolle, die fehlt, und beenden den Einsatz, wenn die Aufgabe erledigt ist. Eine Pricing-Software ersetzt keine Preisentscheidung — sie rechnet und pflegt, was zuvor als Logik festgelegt wurde; ihre Lizenz- und Betriebskosten beziffern wir nicht.

Die passenden Profile liegen nicht in einem einzigen Bereich. Pricing-nahe Rollen führen wir überwiegend unter Sales & Business Development — dort finden Sie unter anderem den Freelance Pricing Strategist, das Profil, das üblicherweise gemeint ist, wenn ein Pricing Analyst oder ein Pricing Manager gesucht wird. Wer eine Unternehmensberatung für Pricing sucht, sucht in aller Regel genau diese Besetzung und keine Festanstellung. Die rechnerische Seite eines Preisvorhabens besetzen wir aus Finanzen & Controlling, die Auswertungsseite aus Data Engineering & Data Science, die Paketierungs- und Positionierungsseite aus Product Management & UX und Marketing. Eine Übersicht über alle Fachbereiche steht unter Experten nach Bereich.

Zum Zeitpunkt

Preise bewegen sich schneller als die Regeln, nach denen sie gesetzt werden

+3,0 %

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. Wer Kostensteigerungen weitergibt, muss sie erklären können.
Statistisches Bundesamt (Destatis)

+5,4 %

Vorleistungsgüter im selben Monat — die Kostenseite bewegt sich schneller als das Gesamtbild, und genau diese Lücke landet in der Marge.
Statistisches Bundesamt (Destatis)

+2,8 %

Verbraucherpreise im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. Preisänderungen werden aufmerksamer verfolgt als noch vor wenigen Jahren.
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Nachgefragt

Häufig gestellte Fragen zur Pricing Beratung

Pricing Beratung arbeitet an der Frage, wie ein Unternehmen seine Preise bildet, strukturiert und durchsetzt: Preisstrategie, Preismodell, Preisstruktur mit Konditionen und Rabatten, Preisdurchsetzung im Vertrieb, Pricing-Analytik und die Organisation dahinter. Sie lohnt sich, wenn der realisierte Preis stark streut, wenn Kostensteigerungen nicht weitergegeben werden konnten, wenn ein neues Angebot seinen ersten Preis braucht oder wenn Rabatte und Sonderkonditionen über die Jahre gewachsen sind, ohne dass jemand das Gesamtbild kennt. Weniger sinnvoll ist sie dort, wo Vergabe- oder Erstattungsregeln die Preisbildung fast vollständig von außen bestimmen.
Grob unterscheidet man nach dem Bezugspunkt: kostenorientiert (Aufschlag auf Herstell- oder Einstandskosten), wettbewerbsorientiert (Ausrichtung an Marktpreisen und Preisabständen) und nutzenorientiert, also Value Based Pricing (Ausrichtung am wirtschaftlichen Nutzen beim Kunden). Dazu kommen zeitliche Muster wie Abschöpfung über ein hohes Einstiegsniveau oder Durchdringung über einen niedrigen Einstieg, sowie Preisdifferenzierung nach Menge, Region, Kanal, Kundengruppe oder Leistungsumfang. Meist wird gemischt: die Kostenrechnung liefert die Untergrenze, der Wettbewerb den Rahmen, der Nutzen die Begründung für den Abstand darin.
Von innen: Herstell- und Einstandskosten, Deckungsbeitragsziele, Kapazitätsauslastung, Sortimentsbreite und die Frage, wie stark eine Leistung sich vom Wettbewerb unterscheiden lässt. Von außen: Zahlungsbereitschaft und Alternativen der Kunden, Wettbewerbsintensität, Verhandlungsmacht des Handels, Vertragsbindungen und regulatorische Vorgaben. Unterschätzt wird meist der organisatorische Faktor: Wer im Alltag Preise zusagen darf und ob Abweichungen sichtbar werden, beeinflusst den durchschnittlich erzielten Preis oft stärker als die Höhe der Preisliste.
Die Preiskalkulation über Kosten plus Zuschlag beantwortet zuverlässig, wo die Untergrenze liegt. Sie sagt aber nichts darüber, was ein Kunde zu zahlen bereit ist: Zwei Produkte mit gleichen Herstellkosten können sehr unterschiedlichen Nutzen stiften, und dann ist derselbe Aufschlag einmal zu hoch und einmal zu niedrig. Sinnvoll ist deshalb ein zweiter Rechenweg neben der Kalkulation — die Frage, welchen wirtschaftlichen Unterschied die Leistung beim Kunden macht und welche Alternative er sonst hätte. Die Kalkulation bleibt die Absicherung nach unten, die Nutzenbetrachtung bestimmt den Abstand nach oben.
Dynamic Pricing bedeutet, Preise regelbasiert und häufig an veränderte Bedingungen anzupassen: Nachfrage, Restkapazität, Wettbewerbspreise, Zeitpunkt. Es passt dort, wo Kapazität verderblich ist oder Preise leicht änderbar sind — Reise, Veranstaltungen, Onlinehandel, Energie. Voraussetzung sind verlässliche Daten, eine klare Regellogik und die Bereitschaft, Preisänderungen gegenüber Kunden zu erklären. Im Industriegeschäft mit Rahmenverträgen und Jahresvereinbarungen ist der Anwendungsbereich dagegen schmal; dort wirken Konditionen und Preisgleitklauseln stärker als eine tagesaktuelle Anpassung.
Mit einer Begründung, die für die jeweilige Kundengruppe stimmt, und mit einer Reihenfolge. Nachvollziehbar sind belegbare Kostenveränderungen, ein erweiterter Leistungsumfang oder vertraglich vereinbarte Indexierungen; wenig überzeugend sind pauschale Prozentsätze über alle Kunden hinweg. Ebenso wichtig ist die Vorbereitung der Verhandelnden. Zu beachten ist der rechtliche Rahmen: Preiserhöhungen darf jedes Unternehmen für sich entscheiden, eine Abstimmung mit Wettbewerbern oder ein Austausch geplanter Preise im Wettbewerbsumfeld ist kartellrechtlich unzulässig. Ob eine konkrete Maßnahme zulässig ist, gehört im Einzelfall anwaltlich geprüft — diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung.
Die Abrechnung läuft über unser Netzwerk auf Tagessatzbasis. Die Spannen auf unseren Rollenseiten reichen von 650 € für analytische Profile über 750 bis 1.040 € für Pricing- und Vertriebssteuerungsrollen und 850 bis 1.600 € für Konzept- und Strategiearbeit bis zu 1.280 bis 2.500 € für Preisverantwortung auf Zeit. Das Budget entsteht aber aus Tagessatz mal Tagen: Eine Preisanalyse liegt typischerweise bei drei bis sechs Wochen Einsatz, oft in Teilzeit; der Umbau eines Konditionensystems samt Durchsetzung im Markt zieht sich über Monate. Wir empfehlen, stufenweise zu beauftragen und nach jeder Stufe neu zu entscheiden.
Von der Seniorität und der Entscheidungsnähe der Rolle, von der Datenlage im Haus, von der Branche, vom Remote-Anteil und von der Projektdauer. Am stärksten wirkt die Kombination aus Entscheidungsnähe und Branchenerfahrung: Ein Profil, das eine Preisänderung im Rahmenvertragsgeschäft schon zweimal durchgesetzt hat, ist knapp. Am zweitstärksten wirkt die Datenlage, weil sie über die Zahl der Tage entscheidet — und die Tage bewegen das Budget mehr als der Satz.
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