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Abgrenzung

Was E-Commerce-Beratung leistet — und was nicht

Auswertung von Bestell- und Kanalzahlen als Grundlage einer E-Commerce-Entscheidung

E-Commerce-Beratung ist die Arbeit an einem Handelsgeschäft, das über Systeme läuft. Sie betrachtet vier Dinge zusammen, die im Alltag meist getrennt verantwortet werden: das Sortiment mit seiner Preis- und Kostenstruktur, die Kanäle, über die es angeboten wird, den Kaufweg vom ersten Kontakt bis zum bezahlten Warenkorb und den Betrieb dahinter — Verfügbarkeit, Versand, Retoure, Zahlung, Kundendaten. Getrennt lässt sich jedes dieser vier Felder verbessern; zusammen ergeben sie erst die Frage, die zählt: Was bleibt am Ende einer Bestellung übrig?

Der Engpass wandert. Ein Onlinegeschäft hat zu jedem Zeitpunkt genau einen Engpass, und jeder Wachstumsschritt verschiebt ihn. Zuerst fehlt qualifizierte Nachfrage. Ist sie da, trägt das Sortiment sie nicht — zu schmal, zu austauschbar, falsch bepreist. Trägt es sie, frisst die einzelne Bestellung ihren Beitrag selbst auf, weil Versand, Retoure, Zahlungsgebühr und Akquisitionskosten zusammen mehr kosten als die Marge hergibt. Hält die Rechnung, bricht der Betrieb an der nächsten Mengenstufe. Und hält der Betrieb, halten Daten und Systeme das Ganze nicht mehr zusammen. Wer am alten Engpass weiteroptimiert, zahlt zweimal: einmal für die Maßnahme, einmal für die Zeit, in der der eigentliche Engpass unangetastet blieb.

Drei Fragen, an denen sich das prüfen lässt. Kommt genug qualifizierte Nachfrage an, und zu welchen Kosten? Bleibt nach Retoure, Versand, Zahlung und Akquisition je Bestellung etwas übrig — und bei welchen Artikeln nicht? Trägt der Betrieb die nächste Mengenstufe, ohne dass Lieferzeit, Servicelast und Fehlerquote davonlaufen? Diese drei Fragen — Nachfrage, Beitrag je Bestellung, Belastbarkeit — ordnen fast jede Aufgabe ein, die im Onlinehandel auf den Tisch kommt.

Und ein zusätzlicher Kanal ist ein zusätzliches Geschäft. Ein Marktplatz, ein eigener Shop neben dem Handelsgeschäft, ein Direktvertrieb an Endkunden: Jeder Kanal bringt eine eigene Kostenstruktur, eine eigene Preislogik, eigene Datenrechte und einen eigenen Betriebsaufwand mit. Er wird deshalb einzeln gerechnet, nicht als weiterer Absatzweg im selben Deckungsbeitrag mitgeführt.

Was E-Commerce-Beratung nicht leistet. Sie ersetzt keine Mediaagentur und bucht keine Kampagnen; sie programmiert keinen Shop und übernimmt keinen Betrieb; sie ersetzt vor allem keine Sortiments- und Preisentscheidung, die im Unternehmen zu treffen ist. Und sie kann kein Geschäftsmodell retten, dessen Produkte online strukturell keinen Beitrag tragen — dann ist die ehrliche Antwort, welche Artikel gar nicht erst online gehören.

Anlassfälle

Wann externe Unterstützung im Onlinehandel weiterhilft

Nicht jede Aufgabe im Onlinehandel braucht Hilfe von außen. Ist der Engpass benannt, das Sortiment verstanden und im Team Luft für die Umsetzung, ist der interne Weg der schnellere. In den folgenden Lagen fällt die Rechnung anders aus, und zwar aus einem strukturellen Grund: Ein Handelsteam durchlebt einen Kanalaufbau, einen Systemwechsel oder eine Margenwende alle paar Jahre einmal — und kennt dabei nur die eigene Ausgangslage.

1. Der Umsatz wächst, das Ergebnis bleibt zurück

  • Die Bestellungen nehmen zu, der Deckungsbeitrag je Bestellung ist aber nie sauber gerechnet worden.
  • Versandkosten, Retourenaufwand, Zahlungsgebühren und Werbekosten liegen in verschiedenen Auswertungen und werden nie zusammengeführt.
  • Eine belastbare Rechnung je Artikel und je Kanal verhindert, dass am falschen Ende gespart wird.

2. Ein zusätzlicher Kanal steht an

  • Marktplatz, eigener Shop neben dem Handelsgeschäft oder Direktvertrieb an Endkunden — die Entscheidung ist gefallen, die Rechnung dahinter nicht.
  • Preisführung, Gebietsschutz, Datenrechte und Retourenlast unterscheiden sich je Kanal erheblich.
  • Externe Erfahrung kennt die Konditionsmodelle der Plattformen und die Konflikte mit dem bestehenden Vertrieb.

3. Das Shopsystem stößt an seine Grenze

  • Sortimentsgröße, Varianten, Sprachen oder Zahlungsarten überfordern die vorhandene Lösung.
  • Ein Systemwechsel bildet ab, was fachlich vorher entschieden ist: Sortimentslogik, Preispflege, Datenhoheit, Schnittstellen zur Warenwirtschaft.
  • Bleibt das offen, wird der bisherige Zustand teuer neu gebaut.

4. Werbekosten wachsen schneller als der Warenkorb

  • Der Anteil bezahlter Bestellungen steigt, die Kosten je Neukunde ebenso — und der Wiederkauf trägt sie nicht.
  • Die Frage ist selten der Kanal, sondern die Verteilung zwischen Neukundengewinnung und Bestandskundenbindung.
  • Ohne Messung bis zur bezahlten und behaltenen Bestellung optimiert man auf eine Zwischengröße.

5. Retouren und Lieferzeiten laufen aus dem Ruder

  • Die Retourenquote steigt in einzelnen Sortimenten, ohne dass die Ursache benannt ist.
  • Servicelast, Nachbearbeitung und Wertverlust je zurückgeschickter Sendung werden selten vollständig erfasst.
  • Wirkung entsteht an Produktdaten, Größenberatung und Sortimentsauswahl, nicht an der Rücksendegebühr.

6. Die Verantwortung für den Onlinekanal ist unbesetzt

  • Der Kanal ist gewachsen, aber niemand führt ihn mit Ergebnisverantwortung — Marketing, Vertrieb und IT teilen ihn sich.
  • Entscheidungen zu Preis, Sortiment und Bestand werden dadurch an drei Stellen und selten gemeinsam getroffen.
  • Eine Besetzung auf Zeit hält den Kanal handlungsfähig, bis die Rolle intern geklärt ist.

Erkennen Sie eine dieser Lagen wieder? Eine kurze Einordnung braucht keine zwanzig Minuten: wo der Engpass gerade sitzt, welche Zahl zuerst nachgerechnet gehört — und ob dafür überhaupt jemand von außen nötig ist.

Aufgabenfelder

Aufgabenfelder, an denen E-Commerce-Beratung ansetzt

Die Aufgabenfelder im Onlinehandel sind einzeln oder in Kombination besetzbar. Fast immer beginnt die Arbeit in einem Feld und greift dann auf die benachbarten über, weil eines das andere trägt — Nachfrage ohne tragfähige Preisrechnung erzeugt teure Bestellungen, und ein optimierter Kaufweg ohne belastbaren Betrieb erzeugt Reklamationen. Welches Feld zuerst drankommt, entscheidet der Engpass — nicht die Reihenfolge dieser Liste.

Nachfrage und Kanalmix

Woher die Bestellungen kommen sollen und zu welchem Preis: Verteilung zwischen Suchmaschinen, bezahlter Werbung, Preisportalen, Newsletter und Marktplatzplatzierung, Messung bis zur bezahlten Bestellung statt bis zum Klick, Trennung von Neukundengewinnung und Wiederkauf. Ergebnis ist eine Budgetlogik, die je Kanal an einem Beitrag gemessen wird — nicht an Reichweite.

Sortiment, Preis und Deckungsbeitrag

Welche Artikel online tragen und welche nicht: Sortimentsschnitt für den Onlinekanal, Preisstellung gegenüber Filiale, Handelspartner und Marktplatz, Versandkostenschwellen, Aktions- und Rabattlogik, Rechnung je Bestellung nach Retoure, Versand, Zahlung und Werbung. Der unspektakuläre Teil — saubere Kosten je Artikel — entscheidet, ob die Ergebnisse belastbar sind.

Kaufweg und Kaufabschluss

Der Weg vom ersten Kontakt bis zur bezahlten Bestellung: Kategoriestruktur und Suche bei großen Sortimenten, Produktdaten und Bilder, Verfügbarkeits- und Lieferzeitangabe, Zahlungsarten, Kaufabschluss ohne Zwangsregistrierung. Gearbeitet wird an den Stellen mit gemessenem Abbruch, nicht an einer Neugestaltung nach Geschmack.

Marktplätze und Direktvertrieb

Der Aufbau zusätzlicher Kanäle als eigenständiges Geschäft: Auswahl der Plattformen, Konditions- und Gebührenmodelle, Produktdatenaufbereitung je Kanal, Preisführung und Konflikte mit bestehenden Handelspartnern, Datenrechte und Kundenzugang. Jeder Kanal bekommt eine eigene Rechnung und einen eigenen Ausstiegspunkt.

Fulfillment, Versand und Retoure

Der Betrieb hinter der Bestellung: Lagerlogik und Bestandsführung über Kanäle hinweg, Dienstleisterauswahl und Versandarten, Lieferversprechen, Retourenannahme, Prüfung und Wiedereinlagerung, Erfassung der tatsächlichen Kosten je zurückgeschickter Sendung. Ziel ist nicht die niedrigste Retourenquote, sondern die günstigste Kombination aus Quote, Umsatz und Aufwand.

Daten, Systeme und Schnittstellen

Was Shop, Warenwirtschaft, Produktdaten, Zahlungsanbieter, Versanddienstleister und Kundendaten zusammenhält: Systemlandschaft und Schnittstellen, Produktdatenpflege als eigener Prozess, Auswahl und Wechsel von Shopsystemen, Auswertungen, denen Handel, Marketing und Controlling gleichermaßen folgen. Vor jeder Automatisierung steht die Entscheidung, welches System die Wahrheit führt.

Welches Aufgabenfeld bei Ihnen den größten Hebel hat, lässt sich in einem kurzen Gespräch grob einordnen — einschließlich der ehrlichen Antwort, ob sich ein Vorhaben dafür überhaupt rechnet.

Zuschnitt

Wie externe Kapazität im E-Commerce zugeschnitten wird

Im Onlinehandel entscheidet neben der Fachtiefe vor allem, wie weit der Auftrag reicht: Wer den Sortimentsschnitt für den Onlinekanal ändert, muss das gegenüber Einkauf, Vertrieb und Geschäftsführung vertreten können. Vier Zuschnitte haben sich dafür bewährt, vom geprüften Zweitblick auf eine einzelne Zahl bis zur Linienverantwortung für den Kanal. Sie sind kombinierbar und wechseln im Verlauf eines Vorhabens.

Prüfblick

Zweitblick auf eine Rechnung oder einen Kanal

Eine einzelne Fachperson mit klar begrenztem Auftrag: die Deckungsbeitragsrechnung je Bestellung nachrechnen, ein Marktplatzangebot bewerten oder prüfen, warum die Werbekosten je Neukunde steigen. Ein schriftliches Ergebnis mit Zahlen und einer Empfehlung, keine Struktur drumherum.

Mitarbeit

Externe Kapazität im Handelsteam

Zwei bis fünf externe Fachleute arbeiten mit Ihrem Team zusammen, unter interner fachlicher Führung. Übliche Form bei Systemwechseln und Kanalaufbauten, weil das neue Vorgehen dort entstehen muss, wo es danach täglich gefahren wird.

Linienrolle

Kanalverantwortung übergangsweise

Eine externe Person übernimmt Führungs- oder Ergebnisverantwortung für den Onlinekanal mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Margenwende oder wenn eine unbequeme Sortimentsentscheidung von außen leichter durchzusetzen ist.

Gesamtsteuerung

Steuerung eines Kanal- oder Systemvorhabens

Eine kleine Einheit über Shop, Sortiment, Marketing und Betrieb: Zielverfolgung, Abhängigkeiten und Risiken an einer Stelle, dazu ein Berichtsweg in die Geschäftsführung, an dem entschieden und nicht nur berichtet wird. Sie verkauft nicht selbst, sondern sorgt dafür, dass zugesagte Schritte auch gegangen werden.

Marktsegmente

Wo der Engpass je Marktsegment zuerst auftritt

Ein Onlinegeschäft lässt sich nicht segmentneutral verbessern, weil das Sortiment die Regeln setzt. In Mode und Lifestyle entscheidet die Retoure über das Ergebnis, und sie hängt an Produktdaten und Passform, nicht an der Werbung. Bei Markenherstellern im Direktvertrieb ist der Konflikt mit dem eigenen Handel die eigentliche Aufgabe, nicht die Technik. Im Filialhandel ist der Bestand über Kanäle hinweg der Engpass: Was online verkauft wird, muss im Laden auffindbar und reserviert sein. Im B2B-Großhandel liegt der Hebel in kundenindividuellen Preisen, Stammkundenlisten und Nachbestellwegen, nicht in der Neukundengewinnung. In Gesundheit, Apotheke und Drogerie setzen Zulassung, Beratungspflicht und Werbebeschränkungen den Rahmen, innerhalb dessen überhaupt optimiert werden darf. Und in Reise und Freizeit ist das Produkt selbst ein Kalender: Verfügbarkeit, Preisstaffel und Stornierbarkeit sind Sortimentsentscheidungen. Wir besetzen deshalb nach Segmenterfahrung — jemand, der die Retourenmechanik im Modehandel kennt, ist im Großhandel mit Kundenpreislisten nicht automatisch die richtige Wahl. In den folgenden Segmenten haben wir Profile, die aus dem Geschäft selbst kommen und nicht nur die Werkzeuge kennen.

Textilsortiment im Modehandel als Gegenstand der Retourenmechanik

Mode & Lifestyle

Markenhersteller baut einen Direktvertrieb an Endkunden auf

Konsumgüter & Markenhersteller

Filialmitarbeiter arbeitet mit Bestandsdaten aus mehreren Kanälen

Filialhandel & Omnichannel

Kommissionierung und Nachbestellung im B2B-Großhandel

B2B-Großhandel & Hersteller

Beratung und Versand von Gesundheitsprodukten im Onlinehandel

Gesundheit, Apotheke & Drogerie

Buchungsstrecke für Reise- und Freizeitangebote am Bildschirm

Reise & Freizeit

Textilsortiment im Modehandel als Gegenstand der Retourenmechanik

Mode & Lifestyle

Markenhersteller baut einen Direktvertrieb an Endkunden auf

Konsumgüter & Markenhersteller

Filialmitarbeiter arbeitet mit Bestandsdaten aus mehreren Kanälen

Filialhandel & Omnichannel

Kommissionierung und Nachbestellung im B2B-Großhandel

B2B-Großhandel & Hersteller

Beratung und Versand von Gesundheitsprodukten im Onlinehandel

Gesundheit, Apotheke & Drogerie

Buchungsstrecke für Reise- und Freizeitangebote am Bildschirm

Reise & Freizeit

Auftragslagen

Auftragslagen, in denen E-Commerce-Beratung angefragt wird

Was im Onlinehandel tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Lagen. Jede hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt. Enthalten ist immer der Punkt, an dem die Verantwortung wieder ins Haus zurückgeht.

Wechsel oder Ausbau des Shopsystems

Ausgangslage: Sortimentsgröße, Varianten oder Zahlungsarten überfordern die vorhandene Lösung, und ein Systemwechsel steht im Raum. Die Reihenfolge, die trägt: erst Sortiments- und Preislogik, Datenhoheit und Schnittstellen zur Warenwirtschaft entscheiden, dann auswählen, dann einführen. Zielgröße sind Ausfallzeit, Auffindbarkeit nach der Umstellung und die Zahl manueller Schritte, die danach entfallen.

Aufbau eines zusätzlichen Kanals

Ausgangslage: Ein Marktplatz, ein eigener Shop oder ein Direktvertrieb soll dazukommen, und die Entscheidung ist gefallen, bevor die Rechnung stand. Zuerst wird der Kanal einzeln gerechnet — Gebühren, Preisführung, Retourenlast, Datenrechte —, dann werden Produktdaten und Betrieb dafür aufgebaut, dann wird stufenweise geöffnet. Zielgröße ist der Beitrag je Bestellung in diesem Kanal, nicht sein Umsatz.

Margen- und Retourenprogramm

Ausgangslage: Der Umsatz stimmt, das Ergebnis nicht, und niemand kann sagen, welche Artikel es kosten. Zuerst werden Kosten je Bestellung und je Artikelgruppe vollständig zusammengeführt, dann werden Retourenursachen an Produktdaten und Sortiment angefasst, dann Versand- und Zahlungskonditionen. Zielgröße ist der Deckungsbeitrag je Bestellung gegen eine zu Beginn fixierte Basis.

Nachfrage und Kundenbindung neu ordnen

Ausgangslage: Die Kosten je Neukunde steigen, der Wiederkauf trägt sie nicht, und das Budget verteilt sich nach Gewohnheit. Zuerst wird bis zur bezahlten und behaltenen Bestellung gemessen, dann werden Neukundengewinnung und Bestandskundenbindung getrennt gesteuert, dann Lebenszyklus-Strecken aufgebaut. Zielgröße ist der Beitrag eines Kunden über mehrere Bestellungen, nicht der erste Kauf.

Rollenbilder

Rollenbilder, die im E-Commerce nachgefragt werden

Welches Profil ein Vorhaben im Onlinehandel braucht, entscheidet der Engpass: Eine Deckungsbeitragsrechnung verlangt eine andere Person als der Umbau einer Produktdetailseite, und mit dem Übergang von der Nachfrage zum Betrieb verschiebt sich der Bedarf erneut. Die sechs Rollenbilder unten sind ein Ausschnitt — hinter ihnen stehen die Fachbereiche Marketing, Product Management & UX und Kundenservice mit einer Vielzahl weiterer Profile, die über die jeweilige Kategorieseite erreichbar sind.

In welcher Reihenfolge ein E-Commerce-Vorhaben läuft

Umfang und Dauer der Schritte hängen von Sortimentsgröße, Kanalzahl und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst rechnen, dann den Engpass benennen, dann an ihm arbeiten, dann die nächste Stufe absichern. Wir überspringen keinen Schritt und verkürzen ihn nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt — eine Maßnahme ohne Rechnung dahinter ist ein Versuch, kein Vorhaben.

Kosten- und Bestelldaten werden für eine E-Commerce-Analyse zusammengeführt

1. Zahlen je Bestellung zusammenführen

Umsatz, Retouren, Versand, Zahlungsgebühren, Werbekosten und Wareneinsatz auf eine gemeinsame Bestellsicht bringen — über alle Kanäle.
Kosten je Artikelgruppe und je Kanal getrennt ausweisen, statt sie im Gesamtergebnis zu verrechnen.
Am Ende steht eine Zahl, die Handel, Marketing und Controlling gemeinsam tragen: was eine Bestellung einbringt und was sie kostet.
Abstimmung über den nächsten Engpass eines Onlinegeschäfts

2. Den Engpass benennen

Nachfrage, Beitrag je Bestellung und Belastbarkeit gegeneinander halten — genau eine dieser drei Größen begrenzt gerade.
Zurückgestellte Themen werden benannt, samt Grund, damit sie später nicht als Versäumnis auftauchen.
Am Ende steht eine Stoßrichtung mit Zeitpunkt und ein Zielband, das begründet ist und nicht gesetzt.
Preis- und Sortimentsentscheidung für den Onlinekanal

3. Sortiment und Preis nachziehen

Artikel ohne tragfähigen Beitrag werden benannt: aus dem Onlinesortiment nehmen, anders bepreisen oder anders versenden.
Versandkostenschwellen, Aktionslogik und Preisstellung gegenüber Filiale, Handel und Marktplatz werden zusammen entschieden.
Änderungen gehen erst live, wenn ihre Wirkung auf den Beitrag je Bestellung vorher gerechnet ist.
Auswertung von Kanal- und Abbruchdaten eines Onlineshops

4. Nachfrage und Kaufweg anpassen

Budget nach Beitrag verteilen, nicht nach Reichweite — und Neukundengewinnung getrennt von Wiederkauf steuern.
Am Kaufweg wird dort gearbeitet, wo Abbrüche gemessen sind: Suche, Produktdetailseite, Versandangabe, Kaufabschluss.
Jede Maßnahme bekommt eine Vergleichsgröße, damit später erkennbar ist, was gewirkt hat.
Abstimmung über Bestandsführung, Versand und Retourenbetrieb

5. Betrieb auf die nächste Stufe bringen

Bestandsführung, Versandarten, Lieferversprechen und Retourenannahme auf die erwartete Mengenstufe auslegen.
Servicelast wird mitgeplant: Was im Kaufweg unklar bleibt, kommt als Anfrage zurück.
Wo Produktdaten oder Schnittstellen geändert wurden, begleiten Handel und IT die Umstellung gemeinsam.
Nachmessung der Ergebniswirkung nach Abschluss eines E-Commerce-Vorhabens

6. Wirkung messen und Verantwortung zurückgeben

Messung gegen die zu Beginn fixierte Basis, getrennt nach Preis-, Sortiments-, Retouren- und Kanaleffekt.
Nachverfolgung über mindestens zwölf Monate, weil Retouren und Wiederkauf verzögert sichtbar werden.
Der Übergabepunkt steht zu Beginn fest: danach führt Ihr Team den Kanal allein weiter.
Tagessätze

Tagessätze im E-Commerce und woraus sich ein Budget zusammensetzt

Externe Unterstützung im Onlinehandel wird bei uns nach Tagessatz abgerechnet, nicht nach Projektpauschale. Er ergibt sich aus fünf Größen: Seniorität und Ergebnisverantwortung, Segment und Sortimentsart (regulierte Sortimente und erklärungsbedürftige B2B-Produkte liegen über dem Mittel), Präsenzanteil, Laufzeit und Verfügbarkeit. Über die Fachbereiche Marketing, Product Management & UX und Kundenservice liegen die ausgewiesenen Spannen aktuell zwischen 500 € und 1.900 € pro Tag. Führungsrollen auf Zeit liegen am oberen Ende, gestalterische und analytische Aufgaben am unteren. Die Spanne je Rolle steht offen auf der jeweiligen Rollenseite — hier zum Vergleich nebeneinander:

Jede Spanne stammt aus der zugehörigen Rollenseite und steht dort offen — ohne Anfrage.

Woraus ein Budget entsteht. Geplant wird in Personentagen, nicht in einer Gesamtsumme. Eine vollständige Rechnung je Bestellung samt Kanal- und Artikelsicht liegt für einen mittelständischen Bestand meist bei 10 bis 20 Personentagen. Die Bewertung eines zusätzlichen Kanals vor der Entscheidung braucht 8 bis 15 Tage. Ein Margen- und Retourenprogramm über mehrere Sortimente läuft in Wellen über mehrere Monate mit einem Kernteam von zwei bis drei Profilen in Teilzeit. Ein Systemwechsel wird nicht nach Tagen geplant, sondern nach Entscheidungen: Solange Sortimentslogik, Datenhoheit und Schnittstellen offen sind, ist jede Tagesschätzung eine Vermutung.

Was das Budget verlässlich macht. Vor dem Start werden drei Dinge schriftlich festgehalten: die Zielgröße mit ihrer Ausgangsbasis, der Übergabepunkt und die Bedingung, unter der abgebrochen wird. Damit ist ein Vorhaben jederzeit bewertbar — auch dann, wenn die Antwort lautet, dass der geplante Schritt sich nicht rechnet.

Welches Profil passt, hängt am Engpass: Eine Deckungsbeitragsrechnung verlangt andere Erfahrung als der Umbau einer Buchungsstrecke. Die vollständigen Übersichten stehen unter Marketing, Product Management & UX und Kundenservice & Customer Experience — darunter auch Profile, die hier nicht als Kachel auftauchen.

Zahlenbild

Der Onlinehandel wächst wieder — aber nicht dort, wo die Marge liegt

54,4 %

des deutschen Onlineumsatzes lief im dritten Quartal 2025 über Online-Marktplätze. Wer dort verkauft, verkauft in einem fremden Preis- und Datenumfeld.
bevh, Onlinehandel im 3. Quartal 2025

2,8 %

Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal — moderat genug, dass Wachstum allein kein Ergebnis mehr erzeugt.
bevh, Onlinehandel im 3. Quartal 2025

550 Mio.

Retourenpakete werden für 2025 in Deutschland erwartet; fast jedes vierte Onlinepaket geht ganz oder teilweise zurück.
Forschungsgruppe Retourenmanagement, Universität Bamberg
Fragen und Antworten

Fragen, die im Onlinehandel regelmäßig gestellt werden

E-Commerce-Beratung unterstützt Unternehmen dabei, ihr Handelsgeschäft über digitale Kanäle wirtschaftlich zu führen: Sortiments- und Preisentscheidungen für den Onlinekanal, Aufbau und Bewertung von Kanälen wie eigenem Shop, Marktplatz und Direktvertrieb, Nachfrage und Kaufweg bis zur bezahlten Bestellung, Versand- und Retourenbetrieb sowie die Systeme und Daten, die das zusammenhalten. Der Maßstab ist nicht der Umsatz, sondern was nach Retoure, Versand, Zahlung und Werbekosten je Bestellung übrig bleibt.
Wir rechnen nach Tagessatz ab. Über die Fachbereiche Marketing, Product Management & UX und Kundenservice liegen die ausgewiesenen Spannen aktuell zwischen 500 € und 1.900 € pro Tag, abhängig von Seniorität, Segment, Präsenzanteil und Laufzeit; die zugehörige Spanne steht offen auf der Seite der jeweiligen Rolle. Geplant wird in Personentagen: eine vollständige Rechnung je Bestellung liegt meist bei 10 bis 20 Tagen, die Bewertung eines zusätzlichen Kanals bei 8 bis 15.
Von fünf Größen: Seniorität und Ergebnisverantwortung, Segment und Sortimentsart — regulierte Sortimente und erklärungsbedürftige B2B-Produkte liegen über dem Mittel —, Präsenzanteil, Laufzeit und Verfügbarkeit. Kanalverantwortung auf Zeit liegt am oberen Ende, gestalterische und analytische Aufgaben am unteren. Kurzfristige Verfügbarkeit in einer Spitzensaison verschiebt die Spanne ebenfalls nach oben.
Sie lohnt, wenn der Umsatz wächst und das Ergebnis nicht mitkommt, wenn ein zusätzlicher Kanal ohne Rechnung dahinter beschlossen wurde, wenn ein Shopsystem an seine Grenze stößt, wenn Werbekosten schneller wachsen als der Warenkorb oder wenn die Verantwortung für den Kanal unbesetzt ist. Sie lohnt nicht, wenn der Engpass benannt, die Rechnung gemacht und im Team Kapazität für die Umsetzung vorhanden ist — dann ist der interne Weg schneller und billiger.
Das ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Rechenfrage je Kanal. Ein Marktplatz bringt Reichweite ohne eigenen Nachfrageaufbau, kostet dafür Gebühren, Preisspielraum und Kundenzugang; ein eigener Shop bringt Datenhoheit und Marge, verlangt aber Nachfrage, die Sie selbst bezahlen. In der Praxis wird beides parallel betrieben, mit unterschiedlichen Sortimenten und getrennter Deckungsbeitragsrechnung. Entscheidend ist, dass jeder Kanal eine eigene Rechnung und einen definierten Ausstiegspunkt hat.
Über die Ursachen, nicht über Gebühren. Der größte Hebel liegt an Produktdaten: Größen- und Passformangaben, Maße, Materialbeschreibung, Bilder, die das Produkt zeigen und nicht nur inszenieren. Danach folgen Sortimentsentscheidungen — welche Artikel eine strukturell hohe Rückläuferquote haben — sowie Umgang mit Auswahlbestellungen. Eine Rücksendegebühr senkt die Quote und den Umsatz gleichzeitig; ob das Ergebnis besser wird, ist eine Rechnung und keine Grundsatzfrage.
Vier Entscheidungen: Wie das Sortiment strukturiert ist und wo Produktdaten geführt werden; wie Preise, Rabatte und Aktionen entstehen; welches System den Bestand und den Kundenstamm verbindlich führt; welche Schnittstellen zur Warenwirtschaft, zum Zahlungsanbieter und zum Versanddienstleister zwingend sind. Ein System bildet ab, was fachlich vorher entschieden ist — bleibt das offen, wird der bisherige Zustand teuer neu gebaut.
Eine vollständige Rechnung je Bestellung ist eine Frage von Wochen. Ein Kanalaufbau von der Bewertung bis zur stufenweisen Öffnung braucht drei bis sechs Monate, ein Margen- und Retourenprogramm über mehrere Sortimente sechs bis achtzehn Monate in Wellen, ein Systemwechsel richtet sich nach den offenen Entscheidungen und nicht nach dem Kalender. Gemessen wird gegen eine vorab fixierte Basis, getrennt nach Preis-, Sortiments-, Retouren- und Kanaleffekt — und über mindestens zwölf Monate nachverfolgt, weil Retouren und Wiederkauf verzögert sichtbar werden.
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