IT-Beratung
IT-Beratung für Unternehmen: von der Zielarchitektur bis zum stabilen Betrieb
IT-Beratung ordnet die Informationstechnik eines Unternehmens so, dass sie den Geschäftsbetrieb trägt: Zielarchitektur, Anwendungslandschaft, Verträge mit Dienstleistern, Aufbau der IT-Organisation und der laufende Betrieb. Wichtig wird sie meist dann, wenn eine Entscheidung ansteht, die sich nicht länger aufschieben lässt — ein Hersteller kündigt das Wartungsende an, ein Rahmenvertrag läuft aus, eine gewachsene Anwendung lässt sich nicht mehr sinnvoll erweitern, oder die IT-Kosten steigen, ohne dass jemand die Steigerung erklären kann. Nötig ist dafür weniger neue Technik als eine belastbare Bestandsaufnahme, ein Zielbild, an dem sich einzelne Entscheidungen messen lassen, und klar verteilte Zuständigkeiten zwischen Fachbereich, interner IT und externen Dienstleistern.
Führende Unternehmen vertrauen auf unser Netzwerk
Was IT-Beratung leistet — und was nicht

Die IT eines Unternehmens läuft nicht in einer Taktung, sondern in dreien — und ein großer Teil der teuren Fehlentscheidungen entsteht, weil eine Frage in der falschen beantwortet wird. Der Betrieb taktet in Tagen: Störungen, Änderungen, Freigaben, Verfügbarkeit. Die Anwendungslandschaft taktet in Jahren: Was heute eingeführt wird, prägt Prozesse und Datenmodelle über einen Zeitraum, in dem sich Geschäft und Organisation mehrfach verändern. Die Vertragsseite taktet in Laufzeiten: Kündigungsfristen, Wartungsenden und Preisanpassungsklauseln legen fest, wann eine Entscheidung überhaupt möglich ist. Eine IT-Beratung sortiert eine Frage zuerst in die richtige Taktung — und beantwortet sie erst danach mit den Mitteln, die dort angemessen sind.
Sie unterscheidet Tagesärger von Architekturfrage. Ein Ticketberg kann ein Betriebsthema sein — falsch geschnittene Zuständigkeiten, fehlende Standards im Änderungsprozess — oder das Symptom einer Anwendung, die zu viele Sonderfälle trägt. Beide fühlen sich im Alltag identisch an und verlangen verschiedene Antworten: die eine kostet Wochen, die andere ein Investitionsbudget.
Sie macht die Anwendungslandschaft entscheidungsfähig. Vor jeder Ablöse- oder Modernisierungsentscheidung steht die unspektakuläre Arbeit: Welche Anwendungen gibt es, wer nutzt sie, welche Daten liegen wo, welche Schnittstelle hängt an welcher. Ohne dieses Bild werden Vorhaben nach Lautstärke priorisiert statt nach Wirkung.
Sie rechnet die Vertragsseite mit. Wartungsende, Restlaufzeit, Lizenzmetrik und Kündigungsfrist entscheiden mit darüber, welche Reihenfolge überhaupt möglich ist. Ein technisch sinnvoller Plan, der ein Zeitfenster verpasst, ist teurer als ein technisch zweitbester, der es trifft.
Wo IT-Beratung endet. Sie ersetzt weder Betrieb noch Entwicklung: Wer Systeme betreibt oder Software baut, macht eine andere Arbeit. Sie nimmt der Geschäftsführung auch nicht die Frage ab, wie viel Standard das Unternehmen verträgt — das ist eine Geschäftsentscheidung. Und sie ersetzt keine Governance: Wenn niemand benannt ist, der Architektur- und Sourcing-Entscheidungen dauerhaft verantwortet, hält jedes Ergebnis nur bis zum nächsten Sonderfall.
Wann externe IT-Beratung den Aufwand wert ist
Externe Unterstützung ist nicht in jedem Fall die richtige Antwort. Wo das Zielbild steht, die eigene Mannschaft Kapazität hat und ein vergleichbarer Schnitt schon einmal gelungen ist, ist der interne Weg der schnellere und der günstigere. In den folgenden Situationen fällt die Rechnung erfahrungsgemäß anders aus — nicht weil im Haus Wissen über die eigene IT fehlt, sondern weil genau diese Art von Entscheidung dort selten vorkommt und daher keine Routine entstehen kann.
1. Ein Wartungsende steht im Kalender
- Der Hersteller hat das Supportende einer Kernanwendung angekündigt, und im Haus wurde ein solcher Schnitt noch nie gemacht.
- Das Datum ist gesetzt, der Entscheidungsweg dorthin nicht — und je später er beginnt, desto weniger Optionen bleiben übrig.
2. Die Anwendungslandschaft ist gewachsen, nicht gebaut
- Über Jahre kamen Systeme hinzu, Schnittstellen wurden nachgezogen, dokumentiert wurde selten.
- Niemand kann verlässlich sagen, welches System welche Daten führt — und damit ist jede Ablösung ein Blindflug.
3. Ein Dienstleistervertrag läuft aus
- Betrieb, Support oder Entwicklung liegen außer Haus, und die Verlängerung steht an.
- Ohne belastbaren Vergleich von Leistung, Preis und Abhängigkeit wird der bestehende Vertrag fortgeschrieben, weil das der kürzeste Weg ist.
4. Die IT-Kosten steigen, die Begründung fehlt
- Das Budget wächst schneller als das Geschäft, und die Zuordnung zu Anwendungen oder Fachbereichen ist unscharf.
- Solange Kosten nicht auf Anwendungen und Verträge zurückzuführen sind, lässt sich auch nicht entscheiden, wo gekürzt werden kann.
5. Die IT-Organisation passt nicht mehr zum Auftrag
- Rollen sind historisch verteilt, Entscheidungen brauchen zu viele Schleifen, Fachbereiche kaufen an der IT vorbei ein.
- Das ist selten ein Personalproblem und fast immer ein Zuschnitt- und Mandatsproblem.
6. Ein Vorhaben wurde zum zweiten Mal verschoben
- Der Business Case liegt vor, der Start rutscht — meist wegen fehlender Kapazität mit Entscheidungsnähe.
- Wer die Umsetzung neben dem Tagesgeschäft leisten soll, priorisiert im Zweifel das Tagesgeschäft. Zu Recht.
Erkennen Sie Ihre Ausgangslage in einem dieser Punkte wieder? Zwanzig Minuten reichen, um sie einzuordnen: in welcher Taktung die Frage liegt, was zuerst belastbar gemessen werden muss und ob dafür überhaupt Unterstützung von außen nötig ist.
Die Themenfelder der IT-Beratung im Überblick
Ein Feld lässt sich einzeln besetzen, mehrere zusammen — je nachdem, wo ein Vorhaben steht. In der Praxis beginnt es meist bei Bestandsaufnahme und Zielarchitektur; Sourcing, Organisation und Betrieb folgen dort, wo die Reihenfolge es verlangt.
IT-Strategie und Zielarchitektur
Ein Zielbild der Systemlandschaft, an dem sich einzelne Entscheidungen messen lassen: welche Fähigkeiten die IT abdecken muss, welche Systeme dafür stehen, welche Daten wo geführt werden und welche Schnittstellen bewusst bestehen bleiben. Herstellerneutral — wir verkaufen keine Lizenzen und tragen keine Partnerprovision. Dazu gehört die Antwort, wann ein System besser ertüchtigt als ersetzt wird.
Applikations- und ERP-Landschaft
Bestandsaufnahme der Anwendungen samt Nutzung, Kosten, Abhängigkeiten und Ablaufdaten — die Grundlage jeder Konsolidierung. Darauf aufbauend die Bewertung von ERP- und Kernsystementscheidungen: Standard gegen Anpassung, Ablösung gegen Modernisierung, ein Schnitt gegen Wellen — bewertet an Prozessabdeckung, Datenqualität und Betriebsaufwand, nicht an Funktionslisten.
Legacy-Modernisierung
Für Anwendungen, die geschäftskritisch sind und trotzdem niemand mehr anfassen will: Zustand und Risiko bewerten, Schnittstellen kapseln, Funktionen schrittweise herauslösen. Die Frage ist selten, ob abgelöst wird, sondern in welcher Reihenfolge. Gemessen wird an Ausfallrisiko, Änderungsdauer und Wartungsaufwand.
IT-Sourcing und Providersteuerung
Welche Leistung gehört ins Haus, welche zu einem Dienstleister, und wie wird das Ergebnis nachweisbar. Dazu gehören Leistungsschnitt, Vergleichbarkeit von Angeboten, Übergabekriterien und eine Steuerung, die nach Ergebnissen fragt. Ohne benannte Steuerungsrolle im Haus wird aus einem Vertrag eine Abhängigkeit.
IT-Organisation und Governance
Zuschnitt von Rollen, Entscheidungswegen und Gremien: wer Architektur verantwortet, wer Bedarfe priorisiert, wer über Ausnahmen entscheidet. Dazu gehören Standards, die im Alltag anwendbar sind, und ein Umgang mit Ausnahmen, der sie sichtbar macht statt sie zu verbieten.
IT-Betrieb und Servicemanagement
Stabilität als Ergebnis von Prozessen, nicht von Einzelpersonen: Störungs- und Änderungsverfahren, Servicelevel, die zum Geschäft passen, Verantwortung für Betriebsübergaben. Dazu gehört das Betriebsmodell der Plattformen, auf denen Anwendungen laufen — vom eigenen Rechenzentrum bis zum bezogenen Cloud-Betrieb. Gemessen wird an Verfügbarkeit, Wiederherstellzeit und dem Anteil wiederkehrender Störungen.
Welches dieser Felder bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem Gespräch einordnen. Schildern Sie uns Ausgangslage und anstehende Entscheidung — Sie erhalten eine Einschätzung, keine Präsentation.
Vier Arbeitsformen, die sich in IT-Vorhaben bewährt haben
Über das Ergebnis entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als die Form der Zusammenarbeit: wie viel externe Kapazität, mit welchem Mandat, über welchen Zeitraum. Vier Formen deckt unser Netzwerk ab, und ein Wechsel zwischen ihnen im Verlauf ist eher Regel als Ausnahme. Für alle vier gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, schriftlich festgehaltene Ziele vor dem Start und ein vereinbarter Übergabepunkt.
Prüfung einer anstehenden Entscheidung
Eine erfahrene Person prüft eine konkrete Vorlage: Systemauswahl, Angebot eines Dienstleisters, Architekturentwurf oder ein Vorhaben, das ins Stocken geraten ist. Der Aufwand ist klein und der Nutzen liegt vor allem darin, dass jemand widersprechen darf, der nicht selbst am Ergebnis hängt.
Architektur- und Sourcing-Konzept
Bestandsaufnahme, Zielarchitektur, Reihenfolge und Aufwandsschätzung als abgeschlossenes Arbeitspaket. Am Ende steht eine Entscheidungsvorlage, die auch dann trägt, wenn das Budget gekürzt wird — weil die ersten Schritte für sich genommen Nutzen liefern.
Besetzung entlang des Vorhabens
Mehrere Fachleute arbeiten in einem Team mit Ihren Leuten, unter interner fachlicher Führung. Der Zuschnitt verschiebt sich im Verlauf: Architektur und Datenmodell zuerst, später Integration, Test und Betriebsübergabe. Wissen bleibt im Haus, weil es dort entsteht.
IT-Führung auf Zeit
Eine externe Person übernimmt Verantwortung mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Sondersituation oder wenn ein Vorhaben eine Instanz braucht, die nicht in den internen Interessenlagen steht. Der Übergabepunkt wird zu Beginn vereinbart, nicht am Ende gesucht.
IT-Beratung nach Branche: was die Systemlandschaft prägt
Der Bedarf an IT-Beratung ist überall vorhanden, die prägende Kraft ist aber je Branche eine andere. Irgendwo gibt die Fertigungssteuerung den Takt vor, anderswo die Nachweispflicht gegenüber einer Aufsicht, an dritter Stelle die Zahl der Standorte, die eine Anwendung tragen muss. Diese Unterschiede stecken nicht in der Technik, sondern in Prozessen, Datenmodellen und Rollen — wer sie erst im Vorhaben lernt, bezahlt sie über die Laufzeit.
Wir besetzen deshalb nach Branchenerfahrung statt nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die die üblichen Systemlandschaften kennen, die Regelwerke, an denen Entscheidungen gemessen werden, und die Stellen, an denen vergleichbare Vorhaben gescheitert sind. Grundlage ist ein Netzwerk aus 25 Fachbereichen, in dem allein die IT-nahen Bereiche rund 90 Rollenprofile führen. In den folgenden Branchen arbeiten wir regelmäßig — jede Kachel nennt, was dort die Landschaft prägt und woran ein Vorhaben gemessen wird.
Industrie & Maschinenbau
In Fertigung und Maschinenbau hängt die Landschaft an der Produktions- und Materialsteuerung: Stücklisten, Arbeitspläne, Bestände, Rückmeldungen aus der Fertigung. Wer daran etwas ändert, ändert unmittelbar den Takt der Produktion — das erklärt, warum Ablösungen hier fast immer in Wellen und pro Werk laufen statt in einem Schnitt. Zusätzlich treffen zwei Welten aufeinander: die Bürowelt mit kurzen Änderungszyklen und die Anlagenwelt mit Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Die Arbeit besteht deshalb aus Abgrenzung: Was gehört in die Kernanwendung, was bleibt an der Anlage, wie werden beide gekoppelt. Gemessen wird an Termintreue, Bestandsreichweite und der Zahl manueller Eingriffe zwischen Planung und Fertigung.
Handel & Konsumgüter
Handel und Konsumgüterhersteller steuern über mehrere Kanäle gleichzeitig, mit einem Stammdatenbestand, der das oft nicht hergibt: Produktdaten liegen in mehreren Systemen, Preise werden an verschiedenen Stellen gepflegt, und die Frage, welche Variante die verbindliche ist, hat keine eindeutige Antwort. Solange das so bleibt, ist jede Kanalerweiterung eine Fehlerquelle mehr. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf der Ordnung der Produkt-, Preis- und Kundendaten und auf der Frage, welches System die Führung übernimmt. Gemessen wird an der Zeit, die eine Sortiments- oder Preisänderung bis in alle Kanäle braucht, und am Anteil der Bestellungen ohne manuellen Eingriff.
Banken & Versicherungen
Hier bestimmt die Nachweispflicht die Landschaft: Jede Änderung muss dokumentiert, genehmigt und rekonstruierbar sein, und Auslagerungen unterliegen eigenen Anforderungen an Steuerung und Ausstiegsfähigkeit. Das macht Governance und Providersteuerung zum eigentlichen Arbeitsfeld. Dazu kommen Kernsysteme mit langer Historie, deren Ablösung selten am Stück gelingt; typisch ist die Kapselung über Schnittstellen und ein schrittweises Herauslösen einzelner Funktionen. Gemessen wird an Durchlaufzeit je Vorgang und am Aufwand, den ein Nachweis gegenüber einer Prüfung verursacht.
Logistik & Transport
In der Logistik entscheidet die Durchgängigkeit zwischen Auftrag, Lager und Transport über den Aufwand im Tagesgeschäft. Medienbrüche erzeugen Nacharbeit, Rückfragen und Fehlmengen — und sie fallen meist erst auf, wenn ein Kunde anruft. Weil an jeder Sendung mehrere Systeme und häufig mehrere Unternehmen beteiligt sind, ist Integration hier die Hauptarbeit: Schnittstellen, Formate, Fehlerbehandlung und die Frage, was passiert, wenn ein Partner nicht liefert. Gemessen wird an Liefertreue, an der Zahl manuell aufgelöster Ausnahmen und an der Zeit bis zur Aufnahme eines neuen Partners.
Gesundheit & Pharma
Kliniken, Versorger und Pharmaunternehmen arbeiten mit gewachsenen Landschaften aus einem Primärsystem und vielen Spezialanwendungen, die über Jahre nebeneinander entstanden sind. Zwei Bedingungen prägen jede Entscheidung: der Umgang mit besonders schützenswerten Daten und die Nachweisführung für regulierte Prozesse, die einen Änderungsvorgang deutlich aufwendiger macht als in anderen Branchen. Gleichzeitig ist Personal der knappste Faktor — eine Lösung, die im Alltag umgangen wird, ist keine Lösung. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf Schnittstellen, dokumentierten Abläufen und Alltagstauglichkeit. Gemessen wird an Dokumentationsaufwand je Vorgang und an Medienbrüchen zwischen Systemen.
Energie & Versorgung
Versorger führen zwei Landschaften parallel: die kaufmännische Welt aus Abrechnung, Marktkommunikation und Kundenprozessen und die technische Welt aus Netz-, Anlagen- und Leitsystemen. Beide folgen unterschiedlichen Regeln, und die interessanten Fragen liegen an ihrer Naht — dort, wo Anlagendaten in kaufmännische Prozesse übergehen. Dazu kommen regulatorisch vorgegebene Marktprozesse, die feste Termine setzen. Wer hier plant, plant zuerst um sie herum. Gemessen wird an Prozessdurchlaufzeiten in der Marktkommunikation und an der Verfügbarkeit der Systeme, die den Netzbetrieb stützen.
Industrie & Maschinenbau
In Fertigung und Maschinenbau hängt die Landschaft an der Produktions- und Materialsteuerung: Stücklisten, Arbeitspläne, Bestände, Rückmeldungen aus der Fertigung. Wer daran etwas ändert, ändert unmittelbar den Takt der Produktion — das erklärt, warum Ablösungen hier fast immer in Wellen und pro Werk laufen statt in einem Schnitt. Zusätzlich treffen zwei Welten aufeinander: die Bürowelt mit kurzen Änderungszyklen und die Anlagenwelt mit Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Die Arbeit besteht deshalb aus Abgrenzung: Was gehört in die Kernanwendung, was bleibt an der Anlage, wie werden beide gekoppelt. Gemessen wird an Termintreue, Bestandsreichweite und der Zahl manueller Eingriffe zwischen Planung und Fertigung.
Handel & Konsumgüter
Handel und Konsumgüterhersteller steuern über mehrere Kanäle gleichzeitig, mit einem Stammdatenbestand, der das oft nicht hergibt: Produktdaten liegen in mehreren Systemen, Preise werden an verschiedenen Stellen gepflegt, und die Frage, welche Variante die verbindliche ist, hat keine eindeutige Antwort. Solange das so bleibt, ist jede Kanalerweiterung eine Fehlerquelle mehr. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf der Ordnung der Produkt-, Preis- und Kundendaten und auf der Frage, welches System die Führung übernimmt. Gemessen wird an der Zeit, die eine Sortiments- oder Preisänderung bis in alle Kanäle braucht, und am Anteil der Bestellungen ohne manuellen Eingriff.
Banken & Versicherungen
Hier bestimmt die Nachweispflicht die Landschaft: Jede Änderung muss dokumentiert, genehmigt und rekonstruierbar sein, und Auslagerungen unterliegen eigenen Anforderungen an Steuerung und Ausstiegsfähigkeit. Das macht Governance und Providersteuerung zum eigentlichen Arbeitsfeld. Dazu kommen Kernsysteme mit langer Historie, deren Ablösung selten am Stück gelingt; typisch ist die Kapselung über Schnittstellen und ein schrittweises Herauslösen einzelner Funktionen. Gemessen wird an Durchlaufzeit je Vorgang und am Aufwand, den ein Nachweis gegenüber einer Prüfung verursacht.
Logistik & Transport
In der Logistik entscheidet die Durchgängigkeit zwischen Auftrag, Lager und Transport über den Aufwand im Tagesgeschäft. Medienbrüche erzeugen Nacharbeit, Rückfragen und Fehlmengen — und sie fallen meist erst auf, wenn ein Kunde anruft. Weil an jeder Sendung mehrere Systeme und häufig mehrere Unternehmen beteiligt sind, ist Integration hier die Hauptarbeit: Schnittstellen, Formate, Fehlerbehandlung und die Frage, was passiert, wenn ein Partner nicht liefert. Gemessen wird an Liefertreue, an der Zahl manuell aufgelöster Ausnahmen und an der Zeit bis zur Aufnahme eines neuen Partners.
Gesundheit & Pharma
Kliniken, Versorger und Pharmaunternehmen arbeiten mit gewachsenen Landschaften aus einem Primärsystem und vielen Spezialanwendungen, die über Jahre nebeneinander entstanden sind. Zwei Bedingungen prägen jede Entscheidung: der Umgang mit besonders schützenswerten Daten und die Nachweisführung für regulierte Prozesse, die einen Änderungsvorgang deutlich aufwendiger macht als in anderen Branchen. Gleichzeitig ist Personal der knappste Faktor — eine Lösung, die im Alltag umgangen wird, ist keine Lösung. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf Schnittstellen, dokumentierten Abläufen und Alltagstauglichkeit. Gemessen wird an Dokumentationsaufwand je Vorgang und an Medienbrüchen zwischen Systemen.
Energie & Versorgung
Versorger führen zwei Landschaften parallel: die kaufmännische Welt aus Abrechnung, Marktkommunikation und Kundenprozessen und die technische Welt aus Netz-, Anlagen- und Leitsystemen. Beide folgen unterschiedlichen Regeln, und die interessanten Fragen liegen an ihrer Naht — dort, wo Anlagendaten in kaufmännische Prozesse übergehen. Dazu kommen regulatorisch vorgegebene Marktprozesse, die feste Termine setzen. Wer hier plant, plant zuerst um sie herum. Gemessen wird an Prozessdurchlaufzeiten in der Marktkommunikation und an der Verfügbarkeit der Systeme, die den Netzbetrieb stützen.
Vier Auftragstypen — und woran sie sich messen lassen
Was in IT-Vorhaben tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in vier Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor Beginn vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt.
Kernsystem ablösen oder modernisieren
Ausgangslage: Ein über Jahre angepasstes Kernsystem, dessen Anpassungen niemand mehr vollständig überblickt, und ein Wartungsende, das näher rückt. Bewährt hat sich: erst Prozesse und Stammdaten bereinigen, dann Zielbild und Auswahl, dann Migration in Wellen. Gemessen wird an der Durchlaufzeit der Kernprozesse nach dem Produktivstart — und daran, wie viele Sonderlösungen wieder entstanden sind.
Altanwendung herauslösen
Ausgangslage: Eine Anwendung, die geschäftskritisch läuft, deren Änderungen aber immer länger dauern und immer riskanter werden. Der Weg führt über eine Bewertung von Zustand und Abhängigkeiten, die Kapselung nach außen und das schrittweise Herauslösen einzelner Funktionen. Gemessen wird an der Zeit bis zu einer produktiven Änderung, am Ausfallrisiko und am Anteil der Funktionen, der bereits außerhalb des Altsystems läuft.
Dienstleister neu ordnen
Ausgangslage: Ein auslaufender Vertrag über Betrieb, Support oder Entwicklung, häufig mit gewachsenem Leistungsumfang und unscharfen Übergaben. Zuerst wird der Leistungsschnitt beschrieben, dann werden Angebote vergleichbar gemacht, dann Übergabe- und Ausstiegskriterien vereinbart. Gemessen wird an der Erfüllung der Servicelevel, an den Kosten je Leistungseinheit und daran, wie lange ein Wechsel im Ernstfall dauern würde.
IT-Kosten belastbar machen
Ausgangslage: Ein Budget, das schneller wächst als das Geschäft, ohne dass die Steigerung einzelnen Anwendungen, Verträgen oder Fachbereichen zugeordnet werden kann. Der Weg führt über die Zuordnung von Kosten zu Anwendungen und Verträgen, die Sichtbarmachung von Doppelungen und ungenutzten Lizenzen und eine Entscheidung, welche Systeme bewusst weiterlaufen. Gemessen wird an Kosten je Anwendung und am Anteil des Budgets, der ohne Entscheidung gebunden ist.
Welche IT-Profile solche Vorhaben besetzen
Wie ein IT-Vorhaben von der Bestandsaufnahme in den Betrieb kommt
Umfang und Dauer der Abschnitte hängen von Größe und Landschaft ab, die Abfolge nicht: erst aufnehmen, dann entscheiden, dann bauen, dann übergeben. Übersprungen wird kein Abschnitt; verkürzt wird einer nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt.
1. Bestandsaufnahme
2. Zielbild und Architektur
3. Entscheidungsvorlage
4. Umsetzung in Abschnitten
5. Betrieb vorbereiten
6. Wirkung messen und übergeben
Was kostet IT-Beratung? Tagessätze und Budgetrahmen
Zwei Größen bestimmen das Budget eines IT-Vorhabens: der Tagessatz und die Zahl der Tage. Die zweite ist die größere — sie wird aber seltener geplant. Abgerechnet wird über unser Netzwerk nach Tagessatz, ohne Projektpauschale und ohne erfolgsabhängige Bestandteile.
Was den Satz bewegt. Zuerst die Seniorität und die Entscheidungsnähe der Rolle: Wer eine Zielarchitektur verantwortet oder gegenüber der Geschäftsführung für ein Vorhaben einsteht, liegt über einer Rolle, die zuliefert. Dann der Technologiestack — Erfahrung in einem verbreiteten Umfeld ist breiter verfügbar als Erfahrung in einer seltenen Altplattform, und Knappheit wirkt unmittelbar auf den Preis. Dann die Branche: Umgebungen mit Nachweis- oder Zulassungspflichten verlangen Zusatzerfahrung und verengen den Kreis. Der Remote-Anteil schlägt in beide Richtungen aus — Architektur-, Analyse- und Konzeptarbeit läuft weitgehend ortsunabhängig und öffnet den Kreis möglicher Profile über die eigene Region hinaus, während Betriebsübergaben, Werke und Standorte Anwesenheit verlangen. Zuletzt Projektdauer und Verfügbarkeit: Ein Einsatz über zwölf Monate liegt pro Tag unter einem Kurzeinsatz mit demselben Einarbeitungsaufwand, und kurzfristige Besetzungen kosten mehr als geplante.
Die Spannen unseres Bestands, wie sie auf den Rollenseiten ausgewiesen sind. Für Servicemanagement und Betriebsverantwortung 750 bis 1.300 € pro Tag (Freelance ITIL Consultant, Interim IT-Service-Delivery-Manager). Für die Steuerung von Bedarfen, Portfolio und Dienstleistern 750 bis 1.200 € (Freelance IT Demand Manager, Freelance IT-Portfoliomanager, Freelance IT-Outsourcing-Manager). Für Governance und Zielbild 750 bis 1.450 € (Freelance IT Governance Consultant, Freelance IT Consultant). Für Architektur und Anwendungslandschaft 750 bis 1.650 € (Freelance Solution Architekt, Freelance Legacy-Modernisierung Consultant, Freelance SAP Architect). Jede Angabe ist eine Spanne und kein Festpreis; der Satz für einen konkreten Einsatz wird vor Beauftragung vereinbart.
Stufenweise budgetieren statt in einer Summe. Jeder Abschnitt endet mit einer Entscheidung, die auch „nicht weiter“ lauten darf: die Bestandsaufnahme mit einer belastbaren Rangfolge, die Entscheidungsvorlage mit einer getroffenen Wahl, der erste Umsetzungsabschnitt mit einer gemessenen Zielgröße, die Übergabe mit einem Betrieb, der ohne externe Unterstützung läuft. Wer alles in einem Betrag freigibt, verliert genau die Stellen, an denen ein Abbruch noch günstig wäre.
Der Unterschied zur Beauftragung eines Systemhauses oder einer großen Beratungsgesellschaft liegt weniger im Satz als darin, was Sie einkaufen. Ein Systemhaus liefert Leistung samt eigener Werkzeuge und lebt zu einem Teil von dem, was es implementiert und betreibt; eine große Beratungsgesellschaft liefert ein Team samt Methodik, Qualitätssicherung und dem Apparat dahinter. Hier besetzen Sie eine Rolle in Ihrer eigenen Linie. Das setzt voraus, dass die fachliche Führung im Haus bleibt, und hat zur Folge, dass die Erfahrung dort bleibt, wo die Entscheidung später getroffen wird. Lizenz-, Plattform- und Betriebskosten der eingesetzten Systeme gehören nicht zum Tagessatz; sie hängen an Ihrer Architektur, nicht an der Besetzung.
Welche Besetzung ein Vorhaben braucht, ergibt sich aus dem Zuschnitt: Eine Architekturbewertung verlangt ein anderes Profil als eine Vertragsverhandlung oder eine Betriebsübergabe. Die vollständige Übersicht steht unter IT-Service-Management — darunter ITSM-Process-Consultants, IT-Change-Manager und IT-Release-Manager. Für Anwendungen und Architektur ergänzen SAP & Enterprise Systems und Software Engineering, für Infrastruktur und Betriebsmodell Cloud & Infrastruktur sowie für die Datenseite Data Engineering & Data Science. Angrenzende Themen behandeln wir auf eigenen Seiten: Digitale Transformation für das Zielbild jenseits der IT, Cyber Security für Schutzniveau und Nachweise, KI-Beratung für Anwendungsfälle und Modelle und Projektmanagement-Beratung für PMO und Projektsteuerung.
Der Zeitpunkt einer IT-Entscheidung wird selten frei gewählt
3
90
750–1.650 €
Häufige Fragen zur IT-Beratung
Ausgezeichnet. Finden nicht nur wir selbst.
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