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Drei Taktungen

Was IT-Beratung leistet — und was nicht

Zwei Fachleute skizzieren an einer Glaswand die Zielarchitektur einer Anwendungslandschaft

Die IT eines Unternehmens läuft nicht in einer Taktung, sondern in dreien — und ein großer Teil der teuren Fehlentscheidungen entsteht, weil eine Frage in der falschen beantwortet wird. Der Betrieb taktet in Tagen: Störungen, Änderungen, Freigaben, Verfügbarkeit. Die Anwendungslandschaft taktet in Jahren: Was heute eingeführt wird, prägt Prozesse und Datenmodelle über einen Zeitraum, in dem sich Geschäft und Organisation mehrfach verändern. Die Vertragsseite taktet in Laufzeiten: Kündigungsfristen, Wartungsenden und Preisanpassungsklauseln legen fest, wann eine Entscheidung überhaupt möglich ist. Eine IT-Beratung sortiert eine Frage zuerst in die richtige Taktung — und beantwortet sie erst danach mit den Mitteln, die dort angemessen sind.

Sie unterscheidet Tagesärger von Architekturfrage. Ein Ticketberg kann ein Betriebsthema sein — falsch geschnittene Zuständigkeiten, fehlende Standards im Änderungsprozess — oder das Symptom einer Anwendung, die zu viele Sonderfälle trägt. Beide fühlen sich im Alltag identisch an und verlangen verschiedene Antworten: die eine kostet Wochen, die andere ein Investitionsbudget.

Sie macht die Anwendungslandschaft entscheidungsfähig. Vor jeder Ablöse- oder Modernisierungsentscheidung steht die unspektakuläre Arbeit: Welche Anwendungen gibt es, wer nutzt sie, welche Daten liegen wo, welche Schnittstelle hängt an welcher. Ohne dieses Bild werden Vorhaben nach Lautstärke priorisiert statt nach Wirkung.

Sie rechnet die Vertragsseite mit. Wartungsende, Restlaufzeit, Lizenzmetrik und Kündigungsfrist entscheiden mit darüber, welche Reihenfolge überhaupt möglich ist. Ein technisch sinnvoller Plan, der ein Zeitfenster verpasst, ist teurer als ein technisch zweitbester, der es trifft.

Wo IT-Beratung endet. Sie ersetzt weder Betrieb noch Entwicklung: Wer Systeme betreibt oder Software baut, macht eine andere Arbeit. Sie nimmt der Geschäftsführung auch nicht die Frage ab, wie viel Standard das Unternehmen verträgt — das ist eine Geschäftsentscheidung. Und sie ersetzt keine Governance: Wenn niemand benannt ist, der Architektur- und Sourcing-Entscheidungen dauerhaft verantwortet, hält jedes Ergebnis nur bis zum nächsten Sonderfall.

Entscheidungspunkte

Wann externe IT-Beratung den Aufwand wert ist

Externe Unterstützung ist nicht in jedem Fall die richtige Antwort. Wo das Zielbild steht, die eigene Mannschaft Kapazität hat und ein vergleichbarer Schnitt schon einmal gelungen ist, ist der interne Weg der schnellere und der günstigere. In den folgenden Situationen fällt die Rechnung erfahrungsgemäß anders aus — nicht weil im Haus Wissen über die eigene IT fehlt, sondern weil genau diese Art von Entscheidung dort selten vorkommt und daher keine Routine entstehen kann.

1. Ein Wartungsende steht im Kalender

  • Der Hersteller hat das Supportende einer Kernanwendung angekündigt, und im Haus wurde ein solcher Schnitt noch nie gemacht.
  • Das Datum ist gesetzt, der Entscheidungsweg dorthin nicht — und je später er beginnt, desto weniger Optionen bleiben übrig.

2. Die Anwendungslandschaft ist gewachsen, nicht gebaut

  • Über Jahre kamen Systeme hinzu, Schnittstellen wurden nachgezogen, dokumentiert wurde selten.
  • Niemand kann verlässlich sagen, welches System welche Daten führt — und damit ist jede Ablösung ein Blindflug.

3. Ein Dienstleistervertrag läuft aus

  • Betrieb, Support oder Entwicklung liegen außer Haus, und die Verlängerung steht an.
  • Ohne belastbaren Vergleich von Leistung, Preis und Abhängigkeit wird der bestehende Vertrag fortgeschrieben, weil das der kürzeste Weg ist.

4. Die IT-Kosten steigen, die Begründung fehlt

  • Das Budget wächst schneller als das Geschäft, und die Zuordnung zu Anwendungen oder Fachbereichen ist unscharf.
  • Solange Kosten nicht auf Anwendungen und Verträge zurückzuführen sind, lässt sich auch nicht entscheiden, wo gekürzt werden kann.

5. Die IT-Organisation passt nicht mehr zum Auftrag

  • Rollen sind historisch verteilt, Entscheidungen brauchen zu viele Schleifen, Fachbereiche kaufen an der IT vorbei ein.
  • Das ist selten ein Personalproblem und fast immer ein Zuschnitt- und Mandatsproblem.

6. Ein Vorhaben wurde zum zweiten Mal verschoben

  • Der Business Case liegt vor, der Start rutscht — meist wegen fehlender Kapazität mit Entscheidungsnähe.
  • Wer die Umsetzung neben dem Tagesgeschäft leisten soll, priorisiert im Zweifel das Tagesgeschäft. Zu Recht.

Erkennen Sie Ihre Ausgangslage in einem dieser Punkte wieder? Zwanzig Minuten reichen, um sie einzuordnen: in welcher Taktung die Frage liegt, was zuerst belastbar gemessen werden muss und ob dafür überhaupt Unterstützung von außen nötig ist.

Themenfelder

Die Themenfelder der IT-Beratung im Überblick

Ein Feld lässt sich einzeln besetzen, mehrere zusammen — je nachdem, wo ein Vorhaben steht. In der Praxis beginnt es meist bei Bestandsaufnahme und Zielarchitektur; Sourcing, Organisation und Betrieb folgen dort, wo die Reihenfolge es verlangt.

IT-Strategie und Zielarchitektur

Ein Zielbild der Systemlandschaft, an dem sich einzelne Entscheidungen messen lassen: welche Fähigkeiten die IT abdecken muss, welche Systeme dafür stehen, welche Daten wo geführt werden und welche Schnittstellen bewusst bestehen bleiben. Herstellerneutral — wir verkaufen keine Lizenzen und tragen keine Partnerprovision. Dazu gehört die Antwort, wann ein System besser ertüchtigt als ersetzt wird.

Applikations- und ERP-Landschaft

Bestandsaufnahme der Anwendungen samt Nutzung, Kosten, Abhängigkeiten und Ablaufdaten — die Grundlage jeder Konsolidierung. Darauf aufbauend die Bewertung von ERP- und Kernsystementscheidungen: Standard gegen Anpassung, Ablösung gegen Modernisierung, ein Schnitt gegen Wellen — bewertet an Prozessabdeckung, Datenqualität und Betriebsaufwand, nicht an Funktionslisten.

Legacy-Modernisierung

Für Anwendungen, die geschäftskritisch sind und trotzdem niemand mehr anfassen will: Zustand und Risiko bewerten, Schnittstellen kapseln, Funktionen schrittweise herauslösen. Die Frage ist selten, ob abgelöst wird, sondern in welcher Reihenfolge. Gemessen wird an Ausfallrisiko, Änderungsdauer und Wartungsaufwand.

IT-Sourcing und Providersteuerung

Welche Leistung gehört ins Haus, welche zu einem Dienstleister, und wie wird das Ergebnis nachweisbar. Dazu gehören Leistungsschnitt, Vergleichbarkeit von Angeboten, Übergabekriterien und eine Steuerung, die nach Ergebnissen fragt. Ohne benannte Steuerungsrolle im Haus wird aus einem Vertrag eine Abhängigkeit.

IT-Organisation und Governance

Zuschnitt von Rollen, Entscheidungswegen und Gremien: wer Architektur verantwortet, wer Bedarfe priorisiert, wer über Ausnahmen entscheidet. Dazu gehören Standards, die im Alltag anwendbar sind, und ein Umgang mit Ausnahmen, der sie sichtbar macht statt sie zu verbieten.

IT-Betrieb und Servicemanagement

Stabilität als Ergebnis von Prozessen, nicht von Einzelpersonen: Störungs- und Änderungsverfahren, Servicelevel, die zum Geschäft passen, Verantwortung für Betriebsübergaben. Dazu gehört das Betriebsmodell der Plattformen, auf denen Anwendungen laufen — vom eigenen Rechenzentrum bis zum bezogenen Cloud-Betrieb. Gemessen wird an Verfügbarkeit, Wiederherstellzeit und dem Anteil wiederkehrender Störungen.

Welches dieser Felder bei Ihnen zuerst greifen muss, lässt sich in einem Gespräch einordnen. Schildern Sie uns Ausgangslage und anstehende Entscheidung — Sie erhalten eine Einschätzung, keine Präsentation.

Arbeitsformen

Vier Arbeitsformen, die sich in IT-Vorhaben bewährt haben

Über das Ergebnis entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als die Form der Zusammenarbeit: wie viel externe Kapazität, mit welchem Mandat, über welchen Zeitraum. Vier Formen deckt unser Netzwerk ab, und ein Wechsel zwischen ihnen im Verlauf ist eher Regel als Ausnahme. Für alle vier gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, schriftlich festgehaltene Ziele vor dem Start und ein vereinbarter Übergabepunkt.

Zweitmeinung
Prüfung einer anstehenden Entscheidung

Eine erfahrene Person prüft eine konkrete Vorlage: Systemauswahl, Angebot eines Dienstleisters, Architekturentwurf oder ein Vorhaben, das ins Stocken geraten ist. Der Aufwand ist klein und der Nutzen liegt vor allem darin, dass jemand widersprechen darf, der nicht selbst am Ergebnis hängt.

Zielbild
Architektur- und Sourcing-Konzept

Bestandsaufnahme, Zielarchitektur, Reihenfolge und Aufwandsschätzung als abgeschlossenes Arbeitspaket. Am Ende steht eine Entscheidungsvorlage, die auch dann trägt, wenn das Budget gekürzt wird — weil die ersten Schritte für sich genommen Nutzen liefern.

Umsetzungsteam
Besetzung entlang des Vorhabens

Mehrere Fachleute arbeiten in einem Team mit Ihren Leuten, unter interner fachlicher Führung. Der Zuschnitt verschiebt sich im Verlauf: Architektur und Datenmodell zuerst, später Integration, Test und Betriebsübergabe. Wissen bleibt im Haus, weil es dort entsteht.

Mandat
IT-Führung auf Zeit

Eine externe Person übernimmt Verantwortung mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Sondersituation oder wenn ein Vorhaben eine Instanz braucht, die nicht in den internen Interessenlagen steht. Der Übergabepunkt wird zu Beginn vereinbart, nicht am Ende gesucht.

Branchentakt

IT-Beratung nach Branche: was die Systemlandschaft prägt

Der Bedarf an IT-Beratung ist überall vorhanden, die prägende Kraft ist aber je Branche eine andere. Irgendwo gibt die Fertigungssteuerung den Takt vor, anderswo die Nachweispflicht gegenüber einer Aufsicht, an dritter Stelle die Zahl der Standorte, die eine Anwendung tragen muss. Diese Unterschiede stecken nicht in der Technik, sondern in Prozessen, Datenmodellen und Rollen — wer sie erst im Vorhaben lernt, bezahlt sie über die Laufzeit.

Wir besetzen deshalb nach Branchenerfahrung statt nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die die üblichen Systemlandschaften kennen, die Regelwerke, an denen Entscheidungen gemessen werden, und die Stellen, an denen vergleichbare Vorhaben gescheitert sind. Grundlage ist ein Netzwerk aus 25 Fachbereichen, in dem allein die IT-nahen Bereiche rund 90 Rollenprofile führen. In den folgenden Branchen arbeiten wir regelmäßig — jede Kachel nennt, was dort die Landschaft prägt und woran ein Vorhaben gemessen wird.

Fertigungsumgebung mit vernetzten Anlagen und Produktionsdaten auf einem Bildschirm

Industrie & Maschinenbau

Auswertung von Produkt- und Preisdaten über mehrere Vertriebskanäle an einer Datenwand

Handel & Konsumgüter

Arbeitsplätze in einem Finanzunternehmen mit Anwendungen zur Nachweisführung

Banken & Versicherungen

Disposition und Lagerprozesse werden an einem digitalen Board zusammengeführt

Logistik & Transport

Fachkräfte im Gesundheitswesen arbeiten mit einem digitalen Assistenzsystem

Gesundheit & Pharma

Leitstand eines Versorgungsunternehmens mit Netz- und Anlagendaten

Energie & Versorgung

Fertigungsumgebung mit vernetzten Anlagen und Produktionsdaten auf einem Bildschirm

Industrie & Maschinenbau

Auswertung von Produkt- und Preisdaten über mehrere Vertriebskanäle an einer Datenwand

Handel & Konsumgüter

Arbeitsplätze in einem Finanzunternehmen mit Anwendungen zur Nachweisführung

Banken & Versicherungen

Disposition und Lagerprozesse werden an einem digitalen Board zusammengeführt

Logistik & Transport

Fachkräfte im Gesundheitswesen arbeiten mit einem digitalen Assistenzsystem

Gesundheit & Pharma

Leitstand eines Versorgungsunternehmens mit Netz- und Anlagendaten

Energie & Versorgung

Auftragstypen

Vier Auftragstypen — und woran sie sich messen lassen

Was in IT-Vorhaben tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in vier Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor Beginn vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt.

Kernsystem ablösen oder modernisieren

Ausgangslage: Ein über Jahre angepasstes Kernsystem, dessen Anpassungen niemand mehr vollständig überblickt, und ein Wartungsende, das näher rückt. Bewährt hat sich: erst Prozesse und Stammdaten bereinigen, dann Zielbild und Auswahl, dann Migration in Wellen. Gemessen wird an der Durchlaufzeit der Kernprozesse nach dem Produktivstart — und daran, wie viele Sonderlösungen wieder entstanden sind.

Altanwendung herauslösen

Ausgangslage: Eine Anwendung, die geschäftskritisch läuft, deren Änderungen aber immer länger dauern und immer riskanter werden. Der Weg führt über eine Bewertung von Zustand und Abhängigkeiten, die Kapselung nach außen und das schrittweise Herauslösen einzelner Funktionen. Gemessen wird an der Zeit bis zu einer produktiven Änderung, am Ausfallrisiko und am Anteil der Funktionen, der bereits außerhalb des Altsystems läuft.

Dienstleister neu ordnen

Ausgangslage: Ein auslaufender Vertrag über Betrieb, Support oder Entwicklung, häufig mit gewachsenem Leistungsumfang und unscharfen Übergaben. Zuerst wird der Leistungsschnitt beschrieben, dann werden Angebote vergleichbar gemacht, dann Übergabe- und Ausstiegskriterien vereinbart. Gemessen wird an der Erfüllung der Servicelevel, an den Kosten je Leistungseinheit und daran, wie lange ein Wechsel im Ernstfall dauern würde.

IT-Kosten belastbar machen

Ausgangslage: Ein Budget, das schneller wächst als das Geschäft, ohne dass die Steigerung einzelnen Anwendungen, Verträgen oder Fachbereichen zugeordnet werden kann. Der Weg führt über die Zuordnung von Kosten zu Anwendungen und Verträgen, die Sichtbarmachung von Doppelungen und ungenutzten Lizenzen und eine Entscheidung, welche Systeme bewusst weiterlaufen. Gemessen wird an Kosten je Anwendung und am Anteil des Budgets, der ohne Entscheidung gebunden ist.

Profile

Welche IT-Profile solche Vorhaben besetzen

Der Zuschnitt eines Vorhabens bestimmt die Besetzung — eine Architekturbewertung braucht ein anderes Profil als eine Vertragsverhandlung oder eine Betriebsübergabe, und mit jedem Abschnitt verschiebt sich der Bedarf. Die folgenden Profile werden in IT-Vorhaben besonders häufig angefragt; sie sind ein Ausschnitt, über die Kategorieseiten kommen zahlreiche weitere IT-Rollen hinzu. Aufgabenprofil, typische Einsätze und Tagessatzspanne stehen jeweils auf der Rollenseite.

Wie ein IT-Vorhaben von der Bestandsaufnahme in den Betrieb kommt

Umfang und Dauer der Abschnitte hängen von Größe und Landschaft ab, die Abfolge nicht: erst aufnehmen, dann entscheiden, dann bauen, dann übergeben. Übersprungen wird kein Abschnitt; verkürzt wird einer nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt.

Bestandsaufnahme der Systemlandschaft im Gespräch mit Fachbereich und IT

1. Bestandsaufnahme

Anwendungen, Schnittstellen, Verträge, Kosten und Zuständigkeiten werden aufgenommen — anhand dessen, was tatsächlich läuft, nicht anhand der Dokumentation.
Gespräche mit Fachbereich, Betrieb und Einkauf machen die Umgehungslösungen und die stillen Abhängigkeiten sichtbar, die in keiner Systemliste stehen.
Ergebnis ist ein belastbares Bild der Ausgangslage samt benannter Engstellen und Ablaufdaten.
Zielarchitektur einer Systemlandschaft als räumliche Darstellung

2. Zielbild und Architektur

Welche Fähigkeiten die IT abdecken muss, welche Systeme dafür stehen, welche Daten wo geführt werden.
Schnittstellen, Datenflüsse und eine realistische Aufwands- und Risikoabschätzung je Option — einschließlich der Option, nichts zu ändern.
Herstellerneutral bewertet, ohne Lizenzinteresse und ohne Partnerprovision.
Bewertung von Aufwand, Nutzen und Risiko einer IT-Entscheidung am Schreibtisch

3. Entscheidungsvorlage

Aufwand, Nutzen, Risiko und Zeitfenster je Vorhaben, offen dokumentiert und in eine Rangfolge gebracht.
Die Vertragsseite wird mitgerechnet: Restlaufzeiten, Kündigungsfristen und Wartungsenden bestimmen mit, was wann möglich ist.
Zurückgestellte Vorhaben werden benannt, nicht verschwiegen — auch das ist eine Entscheidung.
Gemischtes Team arbeitet an der Umsetzung eines IT-Vorhabens

4. Umsetzung in Abschnitten

Besetzt wird entlang des Vorhabens: Architektur und Datenmodell zuerst, später Integration, Test und Betriebsvorbereitung.
Schrittweise Einführung entlang von Meilensteinen statt eines einzelnen großen Schnitts — jede Welle liefert einen überprüfbaren Nutzen.
Interne Mitarbeitende arbeiten im selben Team mit, damit das Wissen dort entsteht, wo es später gebraucht wird.
Vorbereitung der Betriebsübergabe an Servicedesk und Fachbereich

5. Betrieb vorbereiten

Störungs-, Änderungs- und Freigabeverfahren werden festgelegt, bevor ein System produktiv geht.
Servicelevel werden an dem ausgerichtet, was das Geschäft wirklich braucht — nicht an dem, was technisch messbar ist.
Wer im Betrieb welche Entscheidung trifft, steht vor dem Produktivstart fest und nicht danach.
Abschlussrunde zur Übergabe eines IT-Vorhabens in die Linie

6. Wirkung messen und übergeben

Wenige, klar messbare Zielgrößen, die zu Beginn feststehen: Verfügbarkeit, Änderungsdauer, Kosten je Anwendung, Durchlaufzeit im Kernprozess.
Nachgesteuert wird auf Basis gemessener Werte, nicht auf Basis von Statusfolien.
Der Übergabepunkt ist zu Beginn vereinbart: Am Ende arbeitet die Organisation ohne externe Unterstützung weiter.
Kostenrahmen

Was kostet IT-Beratung? Tagessätze und Budgetrahmen

Zwei Größen bestimmen das Budget eines IT-Vorhabens: der Tagessatz und die Zahl der Tage. Die zweite ist die größere — sie wird aber seltener geplant. Abgerechnet wird über unser Netzwerk nach Tagessatz, ohne Projektpauschale und ohne erfolgsabhängige Bestandteile.

Was den Satz bewegt. Zuerst die Seniorität und die Entscheidungsnähe der Rolle: Wer eine Zielarchitektur verantwortet oder gegenüber der Geschäftsführung für ein Vorhaben einsteht, liegt über einer Rolle, die zuliefert. Dann der Technologiestack — Erfahrung in einem verbreiteten Umfeld ist breiter verfügbar als Erfahrung in einer seltenen Altplattform, und Knappheit wirkt unmittelbar auf den Preis. Dann die Branche: Umgebungen mit Nachweis- oder Zulassungspflichten verlangen Zusatzerfahrung und verengen den Kreis. Der Remote-Anteil schlägt in beide Richtungen aus — Architektur-, Analyse- und Konzeptarbeit läuft weitgehend ortsunabhängig und öffnet den Kreis möglicher Profile über die eigene Region hinaus, während Betriebsübergaben, Werke und Standorte Anwesenheit verlangen. Zuletzt Projektdauer und Verfügbarkeit: Ein Einsatz über zwölf Monate liegt pro Tag unter einem Kurzeinsatz mit demselben Einarbeitungsaufwand, und kurzfristige Besetzungen kosten mehr als geplante.

Die Spannen unseres Bestands, wie sie auf den Rollenseiten ausgewiesen sind. Für Servicemanagement und Betriebsverantwortung 750 bis 1.300 € pro Tag (Freelance ITIL Consultant, Interim IT-Service-Delivery-Manager). Für die Steuerung von Bedarfen, Portfolio und Dienstleistern 750 bis 1.200 € (Freelance IT Demand Manager, Freelance IT-Portfoliomanager, Freelance IT-Outsourcing-Manager). Für Governance und Zielbild 750 bis 1.450 € (Freelance IT Governance Consultant, Freelance IT Consultant). Für Architektur und Anwendungslandschaft 750 bis 1.650 € (Freelance Solution Architekt, Freelance Legacy-Modernisierung Consultant, Freelance SAP Architect). Jede Angabe ist eine Spanne und kein Festpreis; der Satz für einen konkreten Einsatz wird vor Beauftragung vereinbart.

Stufenweise budgetieren statt in einer Summe. Jeder Abschnitt endet mit einer Entscheidung, die auch „nicht weiter“ lauten darf: die Bestandsaufnahme mit einer belastbaren Rangfolge, die Entscheidungsvorlage mit einer getroffenen Wahl, der erste Umsetzungsabschnitt mit einer gemessenen Zielgröße, die Übergabe mit einem Betrieb, der ohne externe Unterstützung läuft. Wer alles in einem Betrag freigibt, verliert genau die Stellen, an denen ein Abbruch noch günstig wäre.

Der Unterschied zur Beauftragung eines Systemhauses oder einer großen Beratungsgesellschaft liegt weniger im Satz als darin, was Sie einkaufen. Ein Systemhaus liefert Leistung samt eigener Werkzeuge und lebt zu einem Teil von dem, was es implementiert und betreibt; eine große Beratungsgesellschaft liefert ein Team samt Methodik, Qualitätssicherung und dem Apparat dahinter. Hier besetzen Sie eine Rolle in Ihrer eigenen Linie. Das setzt voraus, dass die fachliche Führung im Haus bleibt, und hat zur Folge, dass die Erfahrung dort bleibt, wo die Entscheidung später getroffen wird. Lizenz-, Plattform- und Betriebskosten der eingesetzten Systeme gehören nicht zum Tagessatz; sie hängen an Ihrer Architektur, nicht an der Besetzung.

Welche Besetzung ein Vorhaben braucht, ergibt sich aus dem Zuschnitt: Eine Architekturbewertung verlangt ein anderes Profil als eine Vertragsverhandlung oder eine Betriebsübergabe. Die vollständige Übersicht steht unter IT-Service-Management — darunter ITSM-Process-Consultants, IT-Change-Manager und IT-Release-Manager. Für Anwendungen und Architektur ergänzen SAP & Enterprise Systems und Software Engineering, für Infrastruktur und Betriebsmodell Cloud & Infrastruktur sowie für die Datenseite Data Engineering & Data Science. Angrenzende Themen behandeln wir auf eigenen Seiten: Digitale Transformation für das Zielbild jenseits der IT, Cyber Security für Schutzniveau und Nachweise, KI-Beratung für Anwendungsfälle und Modelle und Projektmanagement-Beratung für PMO und Projektsteuerung.

Zeitdruck

Der Zeitpunkt einer IT-Entscheidung wird selten frei gewählt

3

Taktungen bestimmen, wann eine IT-Entscheidung überhaupt möglich ist: der Betrieb in Tagen, die Anwendungslandschaft in Jahren, Verträge und Lizenzen in Laufzeiten.

90

IT-nahe Rollenprofile führen wir in fünf Fachbereichen — von IT-Service-Management über SAP und Cloud bis Softwareentwicklung und Data.
Fachbereiche im Netzwerk

750–1.650 €

ist die Spanne der auf unseren Rollenseiten ausgewiesenen Tagessätze für IT-Profile, je nach Entscheidungsnähe, Stack und Branche.
Beispiel: Freelance IT Consultant
Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur IT-Beratung

IT-Beratung ordnet die Informationstechnik eines Unternehmens an dessen Zweck aus: Sie klärt, welche Fähigkeiten die IT abdecken muss, welche Systeme und Dienstleister dafür stehen, wie die Landschaft betrieben wird und wer welche Entscheidung verantwortet. Dazu gehören Bestandsaufnahme, Zielarchitektur, die Bewertung von Anwendungen und Verträgen, der Zuschnitt der IT-Organisation und die Vorbereitung des Betriebs. Von reiner Umsetzung unterscheidet sie sich dadurch, dass sie vor der Systemfrage ansetzt und nach ihr die Frage beantwortet, wie ein Ergebnis dauerhaft gehalten wird.
Ein Systemhaus oder IT-Dienstleister liefert Leistung: Es implementiert, betreibt, liefert Hardware oder stellt Kapazität. Sein Geschäft hängt an dem, was es einsetzt und betreut. Eine IT-Beratung hat kein Produkt- oder Betriebsinteresse und kann deshalb auch zu dem Ergebnis kommen, dass ein System bleibt, ein Vorhaben verschoben oder ein bestehender Vertrag anders geschnitten wird. In der Praxis arbeiten beide zusammen: Die Beratung klärt Zielbild, Reihenfolge und Leistungsschnitt, der Dienstleister liefert. Entscheidend ist, dass nicht dieselbe Partei die Empfehlung und deren Umsetzung verkauft.
Eine IT-Strategie beschreibt, welche Fähigkeiten die IT in den nächsten Jahren abdecken muss und wie die Landschaft dafür aussehen soll. Dazu gehören ein Zielbild der Anwendungen und Daten, Grundsatzentscheidungen zu Standard und Eigenentwicklung, ein Sourcing-Bild, ein Zuschnitt der IT-Organisation samt Entscheidungswegen, eine Reihenfolge der Vorhaben mit Aufwand und Nutzen sowie ein Kostenrahmen. Was nicht hineingehört, ist eine Produktliste: Sobald eine Strategie auf Herstellernamen zusammenschrumpft, ist sie eine Beschaffungsliste. Nützlich wird sie erst, wenn eine Einzelentscheidung an ihr gemessen werden kann.
Über gemeinsame Zielgrößen und über die Reihenfolge, nicht über Abstimmungsrunden. Praktisch heißt das: Man leitet aus den Vorhaben des Geschäfts ab, welche Fähigkeiten die IT dafür braucht, und prüft für jede geplante Investition, auf welches dieser Vorhaben sie einzahlt. Investitionen ohne Zuordnung sind entweder Betriebsnotwendigkeit — dann sollten sie so benannt sein — oder verzichtbar. Der zweite Teil ist organisatorisch: Solange Fachbereiche an der internen IT vorbei einkaufen, entsteht die Landschaft aus Einzelentscheidungen.
Selten an der Technik. Häufige Ursachen sind: eine Bestandsaufnahme, die auf Dokumentation statt auf dem tatsächlichen Betrieb beruht; zu viele parallele Vorhaben, die um dieselben wenigen Fachleute konkurrieren; fehlende Entscheidungsnähe, sodass Klärungen wochenlang liegen bleiben; ein Zielbild, das nie in eine verbindliche Reihenfolge übersetzt wurde; und die Betriebsübergabe, bei der Verantwortung wechselt, ohne dass jemand sie annimmt. Dazu kommt die Vertragsseite: Wer Restlaufzeiten und Wartungsenden nicht mitrechnet, plant an Zeitfenstern vorbei, die sich nicht verschieben lassen.
Für einen Wechsel spricht, wenn der Hersteller die Wartung beendet, wenn wesentliche Geschäftsprozesse im Bestandssystem nicht mehr abbildbar sind oder wenn der Aufwand für Anpassungen den Nutzen übersteigt. Für eine Modernisierung spricht, wenn die Prozessabdeckung im Kern stimmt und die Probleme an Datenqualität, Schnittstellen oder Sonderlösungen hängen — die wandern bei einem Wechsel sonst mit. Belastbar wird die Antwort erst nach der Bestandsaufnahme: Welche Anpassungen sind noch in Benutzung, welche Prozesse laufen wirklich im System. Ein Wechsel, der einen unbereinigten Prozessbestand mitnimmt, erzeugt dieselbe Landschaft auf neuer Grundlage.
Das Honorar ergibt sich aus Tagessatz und Zahl der Tage. Die auf unseren Rollenseiten ausgewiesenen Spannen für IT-Profile reichen von 750 € für Umsetzungs- und Servicerollen bis 1.650 € für Architektur- und Governance-Verantwortung. Der Umfang hängt am Zuschnitt: Eine Zweitmeinung zu einer anstehenden Entscheidung ist ein Bruchteil dessen, was eine begleitete Ablösung über mehrere Wellen kostet. Sinnvoll ist deshalb, in Abschnitten zu budgetieren und jeden mit einer Entscheidung enden zu lassen. Nicht im Honorar enthalten sind Lizenz-, Plattform- und Betriebskosten sowie interne Aufwände für Test und Abnahme, die keine Rechnung erzeugen, aber Kapazität binden.
Die Spannen auf unseren Rollenseiten liegen zwischen 750 € und 1.650 € pro Tag. Servicemanagement- und Betriebsrollen bewegen sich zwischen 750 und 1.300 €, die Steuerung von Bedarfen, Portfolio und Dienstleistern zwischen 750 und 1.200 €, Governance- und Zielbildrollen zwischen 750 und 1.450 €, Architektur- und Anwendungsrollen zwischen 750 und 1.650 €. Wo ein Profil innerhalb seiner Spanne liegt, entscheiden Seniorität, Entscheidungsnähe, Technologiestack, Branche, Remote-Anteil, Projektdauer und Verfügbarkeit. Dieselbe Aufgabe kann als Zulieferung oder als verantwortete Rolle besetzt werden — dazwischen liegen mehrere hundert Euro pro Tag.
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