Jede unbesetzte Schlüsselrolle kostet Geld, Tempo und Nerven – und trotzdem steuern viele Unternehmen ihre Besetzung nach Bauchgefühl. Wer offene Positionen wirklich in den Griff bekommen will, braucht Zahlen: Kennzahlen, die zeigen, wo es klemmt, wie lange es dauert und was es kostet. Die wichtigsten sind schnell erklärt – und einer der wirksamsten Hebel, um sie zu verbessern, wird dabei fast immer übersehen.
Dieser Beitrag definiert die vier Kennzahlen, die im Recruiting und in der Besetzung von Fach- und Führungsrollen zählen, ordnet sie mit aktuellen Benchmarks ein und zeigt, wie sich die Zeit bis zur Besetzung konkret verkürzen lässt.
Time to Fill misst die Zeitspanne von dem Moment, in dem eine Stelle offiziell freigegeben oder ausgeschrieben wird, bis zu dem Tag, an dem ein Kandidat die Position annimmt. Sie beantwortet die Frage, die Entscheider wirklich umtreibt: Wie lange bleibt diese Rolle leer?
Die Formel ist einfach: Time to Fill = Tage von der Stellenfreigabe bis zur Zusage des Kandidaten. Für eine belastbare Kennzahl bildet man den Durchschnitt über mehrere Besetzungen, idealerweise getrennt nach Rollentyp – eine Fachkraft im Vertrieb ist nicht mit einem Interim-CFO vergleichbar.
Beide Begriffe werden ständig synonym benutzt, messen aber Unterschiedliches:
Kurz: Time to Fill ist die Perspektive des Unternehmens auf die Vakanz, Time to Hire die Perspektive auf einen einzelnen Kandidaten im Prozess. Ein Unternehmen kann eine kurze Time to Hire haben und trotzdem eine lange Time to Fill – weil es Wochen dauert, überhaupt passende Kandidaten zu finden. Genau diese Lücke ist der Ansatzpunkt.
Die Vakanzzeit ist das deutsche Pendant und wird von der Bundesagentur für Arbeit offiziell erhoben: Sie misst die Zeit von der geplanten Besetzung einer gemeldeten Stelle bis zu ihrer tatsächlichen Besetzung. Weil die Bundesagentur sie flächendeckend auswertet, ist sie der beste öffentliche Benchmark für den deutschen Arbeitsmarkt.
Die durchschnittliche Vakanzzeit gemeldeter sozialversicherungspflichtiger Stellen liegt seit Jahren im Bereich von rund vier bis fünf Monaten, in Engpass- und Spezialistenberufen deutlich darüber – für hochspezialisierte Fach- und Führungsrollen sind mehrere Monate keine Seltenheit (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, „Blickpunkt Arbeitsmarkt“). Diese Zahlen sind kein Naturgesetz, sondern ein Maßstab: Wer die eigene Time to Fill unter dem Marktdurchschnitt hält, verschafft sich einen realen Vorsprung – jeder Monat weniger Vakanz ist ein Monat produktive Rolle statt Stillstand.
Zeit ist nur eine Dimension. Drei weitere Kennzahlen runden das Bild ab:
Recruiting-Kennzahlen entfalten ihren Wert erst im Zusammenspiel: Time to Fill zeigt das Wie lange, Cost per Hire das Wie teuer, Qualität und Vermittlungsquote das Wie gut.
Angenommen, ein Unternehmen besetzt in einem Quartal vier Rollen mit folgenden Zeiten von Freigabe bis Zusage: 40, 55, 70 und 95 Tage. Summe = 260 Tage, geteilt durch 4 Besetzungen = 65 Tage durchschnittliche Time to Fill.
Aussagekräftig wird die Zahl erst im Vergleich – gegen den eigenen Vormonat, gegen den Marktdurchschnitt (Vakanzzeit) und getrennt nach Rollentyp. Ein einzelner Wert ohne Bezug ist nur eine Zahl.
Drei Hebel greifen wirklich:
Für kritische Vakanzen, Überbrückungssituationen und spezialisierte Projektrollen verschiebt das die Time to Fill in eine andere Größenordnung. Wie das konkret funktioniert, zeigen diese Beiträge:
Wenn eine Schlüsselrolle nicht wochenlang leer bleiben darf, ist der direkte Weg der schnellste: Interim Manager, freiberufliche Unternehmensberater oder Experten aus dem Netzwerk – passgenau und geprüft.
Time to Fill misst die gesamte Zeit von der Stellenfreigabe bis zur Zusage des Kandidaten. Time to Hire misst nur die Zeit vom ersten Kontakt mit einem konkreten Kandidaten bis zur Zusage. Time to Fill bewertet den ganzen Besetzungsprozess, Time to Hire nur den Auswahlprozess.
Man addiert die Tage von der Stellenfreigabe bis zur Zusage über alle Besetzungen eines Zeitraums und teilt die Summe durch die Zahl der Besetzungen. Für Aussagekraft trennt man nach Rollentyp und vergleicht gegen den Vormonat und den Marktdurchschnitt.
Die Bundesagentur für Arbeit weist für gemeldete sozialversicherungspflichtige Stellen eine durchschnittliche Vakanzzeit im Bereich von rund vier bis fünf Monaten aus; in Engpassberufen liegt sie deutlich höher.
Der wirksamste Hebel ist der Zugriff auf ein kuratiertes Experten- und Interim-Netzwerk mit bereits geprüften Profilen. Statt einer wochenlangen Suche liefern solche Netzwerke passende Kandidaten innerhalb von 24 bis 36 Stunden.
Sie wollen dieses Thema im eigenen Unternehmen angehen? Auf diesen Seiten steht, worum es fachlich geht und wie sich ein solches Vorhaben mit externer Unterstützung besetzen lässt.

Die Arbeitswelt befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel, geprägt durch technologische Innovationen,...

In einem zunehmend wettbewerbsorientierten Arbeitsmarkt ist es entscheidend, dass Unternehmen die besten Talente...

In der heutigen, von Daten und Technologie geprägten Arbeitswelt stehen Unternehmen vor einer entscheidenden...