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Im Kern

Was Produktionsberatung leistet — und was nicht

Produktionsverantwortlicher vor einer Wand mit Anlagen- und Ablaufplänen

Produktionsberatung — in der Industrie meist Produktionsoptimierung genannt, im internationalen Sprachgebrauch Operations Consulting — arbeitet an der Frage, wie viel ein Werk verlässlich liefern kann und woran das gerade hängt. Ihr Gegenstand sind Fertigungssteuerung, Kapazität, Materialfluss und Anlagenverfügbarkeit. Sie beginnt bei einer Beobachtung, die jede Fertigung teilt: In einem Werk begrenzt zu jedem Zeitpunkt genau eine Stelle den Durchsatz — und diese Stelle bleibt nicht, wo sie ist.

Sie trennt den Engpass vom Symptom. Ein Lieferrückstand ist kein Befund, sondern ein Ergebnis. Dahinter steht fast immer eine von vier Ursachen: eine Anlage, die nicht die geplante Zeit läuft; Material, das zu spät bereitsteht; eine Einlastung, die mehr verspricht als die Linie hergibt; oder ein Qualitätsproblem, das Nacharbeit erzeugt. In der Halle fühlen sich alle vier gleich an.

Sie rechnet in Durchsatz, nicht in Auslastung. Eine Maschine, die nicht die begrenzende Stelle ist, erzeugt bei voller Auslastung keinen zusätzlichen Umsatz, sondern zusätzlichen Bestand — Kapital, das zwischen den Arbeitsgängen steht. Eine Verbesserung ist deshalb nur dort eine Verbesserung, wo sie den Engpass betrifft; überall sonst verschiebt sie das Problem an eine unauffälligere Stelle.

Sie sorgt dafür, dass die nächste Grenze früh sichtbar wird. Ist die begrenzende Stelle gehoben, wandert sie weiter: an die nächste Anlage, in die Instandhaltung oder in die Planung. Ein Werk, das das erst am wachsenden Rückstand bemerkt, arbeitet dauerhaft im Nachlauf. Zu jeder Maßnahme gehört deshalb eine Kennzahl und ein Takt, in dem sie gelesen wird.

Was sie nicht leistet. Sie schafft keine Kapazität, die physikalisch nicht vorhanden ist: Übersteigt die Nachfrage dauerhaft die technische Grenze eines Standorts, ist das eine Investitionsfrage. Sie ersetzt auch keine Entscheidung über das Produktprogramm — eine Variantenvielfalt, die niemand kürzen will, bleibt ein Rüstproblem. Und sie kommt ohne Meister- und Schichtebene nicht aus: Werden die Zahlen dort nicht für richtig gehalten, hält keine neue Steuerung bis zur nächsten Sonderschicht.

Die organisatorisch-administrative Seite — Geschäftsprozesse, Schnittstellen, Rollen, Dokumentation — behandeln wir getrennt in der Prozessberatung. Reicht die Frage über das Werkstor hinaus und betrifft Netzwerk, Beschaffung oder Bestandsstrategie, gehört sie ins Supply Chain Consulting. Sales & Operations Planning berührt beide Seiten; hier steht die Fertigungssicht im Vordergrund: Kann das Werk liefern, was der Absatzplan verspricht?

Druckpunkte

Wann externe Unterstützung in Produktion und Werkssteuerung sinnvoll wird

Nicht jede Kennzahl, die kippt, braucht Hilfe von außen. Ist die Ursache bekannt, ist im Haus Kapazität frei und wurde ein vergleichbarer Fall schon einmal gelöst, ist der interne Weg der schnellere. In den folgenden Ausgangslagen fällt die Rechnung erfahrungsgemäß anders aus — meist weniger aus fachlichen als aus zeitlichen Gründen: Wer die Linie am Laufen hält, kann nicht gleichzeitig deren Ursachenanalyse führen.

1. Der Rückstand wächst schneller, als er abgebaut wird

  • Sonderschichten laufen, der Auftragsbestand sinkt trotzdem nicht — zusätzliche Zeit wirkt an der falschen Stelle.
  • Kundeneskalationen binden die Führungsebene, die eigentlich die Ursache eingrenzen müsste.

2. Ein Serienanlauf bleibt hinter der Hochlaufkurve

  • Stückzahlen und Ausbeute erreichen die Planwerte nicht, Prozessparameter sind noch in Bewegung.
  • Jeder Woche Verzug im Hochlauf folgt Umsatz, den der Vertrieb bereits verkauft hat.

3. Eine Anlage bestimmt den Takt des ganzen Werks

  • Vor einer Station stapelt sich Ware, dahinter warten Mitarbeitende — der Hinweis auf die begrenzende Stelle.
  • Ungeplante Stillstände häufen sich, ohne erkennbares Muster.

4. Absatzplan und Fertigungsplan passen nicht zusammen

  • Vertrieb, Planung und Werk rechnen mit anderen Zahlen und einigen sich erst in der Eskalation.
  • Bestände steigen und Liefertreue sinkt zugleich — ein Widerspruch, der auf die Planung zurückgeht.

5. Ein Qualitätsvorfall bindet die gesamte Führungsmannschaft

  • Sperrbestände, Nacharbeit und Kundenaudits laufen parallel zum Tagesgeschäft.
  • 8D-Berichte und Sofortmaßnahmen brauchen eine eigene Zuständigkeit.

6. Eine Schlüsselposition im Werk ist unbesetzt

  • Werk-, Produktions- oder Instandhaltungsleitung fällt aus, während ein Vorhaben läuft.
  • Die interne Nachbesetzung dauert Monate, die Fertigung wartet nicht.

Erkennen Sie Ihre Lage in einem dieser Druckpunkte wieder? Zwanzig Minuten reichen für eine erste Eingrenzung: welche Zahl zuerst gemessen werden sollte, welche Ursache dahinter am wahrscheinlichsten ist — und ob Sie dafür überhaupt jemanden von außen brauchen.

Handlungsfelder

Von der Werkssteuerung bis zur Instandhaltung: die Handlungsfelder

Die Felder werden einzeln oder in Kombination besetzt, je nachdem, wo ein Werk gerade steht. Sie greifen unterschiedlich schnell: Steuerung und Engpassarbeit wirken binnen Wochen auf die Menge, Instandhaltungs- und Planungsthemen zahlen sich über Quartale aus. Es ist ein Ausschnitt; weitere Themen aus dem Werksalltag decken die Rollenprofile ab.

Produktions- und Werksstrategie

Welche Mengen an welchem Standort gefertigt werden, welche Fertigungstiefe sinnvoll bleibt und wie ein Werkslayout die geplanten Volumina überhaupt tragen kann. Dazu gehören Kapazitätsszenarien über mehrere Jahre und eine ehrliche Bewertung von Schichtmodellen gegen Investitionen.

Durchsatz, Kapazität und Engpasssteuerung

Die begrenzende Stelle finden, ihre verfügbare Zeit schützen und den Materialfluss darauf ausrichten. Dazu gehören Wertstromaufnahme, Taktabgleich, Rüstzeitreduzierung und eine Einlastung, die der Linie nicht mehr zumutet als sie leisten kann. Gemessen wird an Ausbringung je Schicht und Durchlaufzeit.

Sales & Operations Planning (S&OP)

Der monatliche Abgleich zwischen Absatzplan, Bestand und Fertigungskapazität — aus der Sicht des Werks: Was davon ist machbar, und was kostet es. Dazu gehören eine belastbare Bedarfsprognose, ein grobkapazitiver Abgleich und eine dokumentierte Entscheidungsrunde.

Taskforce- und Krisenprojekte

Lieferrückstand, Qualitätsvorfall oder Anlaufkrise: Situationen, in denen Wochen zählen und die Linienorganisation bereits ausgelastet ist. Kennzeichen sind Präsenz vor Ort, tägliche Taktung, klare Sofortmaßnahmen und ein Ausstiegspunkt, der beim Start definiert wird.

Anlauf- und Ramp-up-Management

Von der Vorserie bis zur bestätigten Kammlinie: Reifegradverfolgung, Prozessfähigkeit, Lieferantenanläufe und Übergabe an die Serienmannschaft. Die meisten Anläufe scheitern nicht an der Technik, sondern an unklaren Freigabekriterien.

Instandhaltung, OEE und Produktionscontrolling

Anlagenverfügbarkeit systematisch heben: Störungserfassung, Ausfallanalyse, vorbeugende und zustandsorientierte Instandhaltung, Ersatzteilstrategie. Dazu ein Berichtswesen, das Verluste nach Verfügbarkeit, Leistung und Qualität trennt, statt sie zu einer Zahl zu verdichten.

Welches dieser Felder bei Ihnen zuerst greifen muss, hängt daran, wo der Durchsatz heute begrenzt wird. Schildern Sie uns die Ausgangslage — Sie bekommen eine Einschätzung, keinen Foliensatz.

Andockpunkte

Wie externe Unterstützung in einem Werk andockt

Über die Wirkung entscheidet oft weniger die fachliche Tiefe als der Andockpunkt: mit welchem Mandat jemand kommt, wie viel Präsenz vor Ort vereinbart ist und wer am Ende die Zahlen verantwortet. Ein Wechsel während der Laufzeit ist der Normalfall. Gemeinsam ist allen Formen dreierlei: eine benannte interne Ansprechperson auf Werksebene, schriftlich fixierte Zielgrößen vor dem ersten Tag und ein Übergabepunkt, der von Anfang an feststeht.

Zweitmeinung am Band

Analyse mit Zahlen aus der Halle

Eine erfahrene Person nimmt Wertstrom, Kapazitäten und Störgrößen auf und benennt die begrenzende Stelle — auf Basis von Maschinendaten und eigener Beobachtung in der Schicht, nicht anhand der Planwerte.

Taskforce

Kurzfristige Präsenz im Werk

Für Lieferrückstand, Qualitätsvorfall oder Anlaufkrise: kurzfristige Besetzung, überwiegend Präsenz vor Ort, tägliche Taktung mit Werkleitung und Schichtführung. Der Zuschnitt ist bewusst eng: eine Zielgröße, ein Zeitfenster, ein Übergabepunkt.

Verantwortung im Werk

Führung auf Zeit mit Entscheidungsbefugnis

Eine externe Person übernimmt Werks-, Produktions- oder Instandhaltungsleitung — bei Vakanz, in Sondersituationen oder wenn eine Instanz gebraucht wird, die nicht in den gewachsenen Interessenlagen des Standorts steht. Verbunden mit Budget- und Personalverantwortung und geregelter Übergabe an die Nachfolge.

Regelkreis

Aufbau der Fertigungssteuerung

Ein kleines Team baut Kennzahlen, Shopfloor-Management und den S&OP-Takt so auf, dass sie ohne Begleitung weiterlaufen. Es setzt nicht selbst um, sondern sorgt dafür, dass Abweichungen früh auffallen und Entscheidungen dort fallen, wo die Information entsteht.

Fertigungsarten

Produktion nach Branche: was die Steuerung bestimmt

Der Druck auf die Fertigung ist überall hoch, die begrenzende Größe ist es nicht. In der Taktfertigung entscheidet die Linienverfügbarkeit über alles, weil ein Stillstand die gesamte Kette anhält. Im Anlagen- und Sondermaschinenbau bestimmt die Terminplanung über Einzelaufträge den Erfolg, nicht die Stückzahl. In der Prozessindustrie zählt die Fahrweise der Anlage, in der validierten Fertigung die Nachweisführung, in der Lebensmittelproduktion der Wechsel zwischen Chargen und Reinigung. Wer diesen Unterschied erst im laufenden Vorhaben bemerkt, zahlt ihn in Terminen.

Wir besetzen deshalb nach Fertigungserfahrung, nicht nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die die Normen, die üblichen Schichtmodelle, die typischen Verlustquellen und die Stellen kennen, an denen vergleichbare Vorhaben zuvor gescheitert sind. In den folgenden Branchen arbeiten wir regelmäßig; jede Kachel nennt, was dort den Takt vorgibt und woran der Fortschritt abgelesen wird.

Rohbaulinie in der Fahrzeugfertigung

Fahrzeug- und Zulieferindustrie

Montagelinie mit Werkstückträgern im Maschinen- und Anlagenbau

Maschinen- und Anlagenbau

Abfüll- und Dosieranlage in der Prozessindustrie

Chemie und Prozessindustrie

Blisterverpackung in der Pharmafertigung

Pharma und Medizintechnik

Qualitätsprüfung in der Lebensmittelproduktion

Lebensmittel und Getränke

Roboterarme an einer Montagelinie in der Metall- und Kunststoffverarbeitung

Metall- und Kunststoffverarbeitung

Rohbaulinie in der Fahrzeugfertigung

Fahrzeug- und Zulieferindustrie

Montagelinie mit Werkstückträgern im Maschinen- und Anlagenbau

Maschinen- und Anlagenbau

Abfüll- und Dosieranlage in der Prozessindustrie

Chemie und Prozessindustrie

Blisterverpackung in der Pharmafertigung

Pharma und Medizintechnik

Qualitätsprüfung in der Lebensmittelproduktion

Lebensmittel und Getränke

Roboterarme an einer Montagelinie in der Metall- und Kunststoffverarbeitung

Metall- und Kunststoffverarbeitung

Auftragstypen

Aufträge, die in der Produktion typischerweise vergeben werden — und ihre Zielgröße

Was in Werken tatsächlich beauftragt wird, lässt sich weitgehend auf wenige Auftragstypen zurückführen. Jeder hat eine wiederkehrende Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt. Die Aufzählung ist ein Ausschnitt aus dem, was am häufigsten angefragt wird.

Lieferrückstand abbauen und Termintreue zurückgewinnen

Ausgangslage: offene Positionen laufen auf, Kunden eskalieren, Sonderschichten helfen nicht mehr. Die Reihenfolge, die trägt: erst den Rückstand nach Ursache sortieren, dann die begrenzende Stelle entlasten, erst danach zusätzliche Zeit einsetzen. Gemessen wird an offenen Positionen über Zusagetermin und an der Liefertreue.

Einen S&OP-Regelkreis aufbauen

Ausgangslage: Vertrieb und Werk arbeiten mit unterschiedlichen Zahlen, Entscheidungen fallen erst in der Eskalation. Der Weg führt über eine gemeinsame Datenbasis und eine feste Entscheidungsrunde, nicht über ein neues Planungswerkzeug. Gemessen wird an Prognosegüte und am Anteil kurzfristiger Planänderungen.

Einen Serienanlauf stabilisieren

Ausgangslage: der Hochlauf bleibt hinter der Kurve, Ausbeute und Taktzeit erreichen die Zielwerte nicht. Zuerst werden Freigabekriterien und Prozessfähigkeit geklärt, dann die Störgrößen abgearbeitet, dann an die Serienmannschaft übergeben. Gemessen wird an Stückzahl je Woche gegen Plankurve und an der Erstausbeute.

Anlagenverfügbarkeit und OEE heben

Ausgangslage: ungeplante Stillstände häufen sich, die Instandhaltung arbeitet reaktiv, belastbare Störungsdaten fehlen. Der Weg führt über eine ehrliche Verlusterfassung, die Trennung in Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsverluste und erst danach über die Wartungsstrategie. Gemessen wird an der OEE der Engpassanlage und am Anteil geplanter Instandhaltungsstunden.

Profile

Von der Werksleitung bis zur Instandhaltung: welche Profile besetzt werden

Welche Besetzung ein Vorhaben braucht, hängt am Andockpunkt: Eine Taskforce für einen Lieferrückstand verlangt ein anderes Profil als der Aufbau eines Verbesserungssystems. Die folgenden Profile werden aus dem Bereich Operations & Produktion am häufigsten angefragt; über die Kategorieseite sind weitere erreichbar. Einsatzschwerpunkte und Tagessatzspanne stehen jeweils auf der Rollenseite.

Vom Werksrundgang bis zum Regelkreis: der Ablauf

Umfang und Dauer der Schritte hängen von Werksgröße, Fertigungsart und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst sehen, dann messen, dann die begrenzende Stelle heben, dann absichern. Übersprungen wird kein Schritt; verkürzt wird nur, wo belastbare Vorarbeit vorliegt.

Erster Schritt: Aufnahme der Ausgangslage im Werk

1. Werksrundgang und Bestandsaufnahme

Der Anfang steht in der Halle, nicht im Besprechungsraum: Materialfluss, Bestände und Wartezeiten werden dort aufgenommen, wo sie entstehen.
Gespräche mit Schichtführung, Einrichtern und Instandhaltung machen Umgehungen sichtbar, die in keiner Auswertung stehen.
Ergebnis ist ein Bild des Ist-Zustands, das die Mannschaft wiedererkennt.
Zweiter Schritt: Verlustanalyse und Bestimmung der begrenzenden Stelle

2. Verlustanalyse und Engpassbestimmung

Maschinen-, Auftrags- und Störungsdaten werden auf Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsverluste aufgeteilt.
Daraus ergibt sich, welche Station den Durchsatz begrenzt — häufig eine andere als die, die im Haus dafür gehalten wird.
Wo Daten fehlen, wird befristet von Hand erfasst, statt mit Schätzwerten weiterzurechnen.
Dritter Schritt: Priorisierung der Maßnahmen und Festlegung der Zielgrößen

3. Maßnahmen priorisieren und Zielgrößen festlegen

Maßnahmen werden nach ihrer Wirkung auf die begrenzende Stelle sortiert, nicht nach Umsetzbarkeit.
Zu jeder Maßnahme gehören ein Verantwortlicher aus der Linie, ein Termin und eine Zahl.
Zurückgestellte Themen werden dokumentiert, nicht verschwiegen.
Vierter Schritt: Umsetzung der Maßnahmen in der laufenden Schicht

4. Umsetzung in der Schicht

Umgesetzt wird im laufenden Betrieb, gemeinsam mit Meistern und Einrichtern: Rüstversuche, Taktanpassungen und geänderte Bereitstellung entstehen an der Maschine.
Jede Änderung wird vor der Ausweitung an einer Linie geprüft, damit ein Fehlschlag begrenzt bleibt.
Widerstand zeigt meist auf eine Randbedingung, die in der Planung fehlt.
Fünfter Schritt: Messung der Wirkung und Nachsteuerung

5. Wirkung messen und nachsteuern

Die vereinbarten Zahlen werden täglich auf Schichtebene und wöchentlich auf Werksebene gelesen.
Maßnahmen ohne messbare Wirkung werden beendet statt verlängert.
Ist die begrenzende Stelle gehoben, wird die Analyse wiederholt — sie liegt dann woanders.
Sechster Schritt: Übergabe an die Werksorganisation und Regelbetrieb

6. Übergabe und Regelbetrieb

Kennzahlentafeln, Regeltermine und Eskalationswege gehen mit benannten Verantwortlichen an die Werksorganisation über.
Der Übergabepunkt ist an Zahlen festgemacht, nicht am Kalender.
Was an Wissen entstanden ist, bleibt im Standard: Arbeitsanweisungen, Rüstpläne und Wartungsintervalle werden aktualisiert.
Tagessätze

Was Beratung und Interim Management in der Produktion kosten

Abgerechnet wird im Freelancer- und Interim-Modell nach Tagessatz, nicht nach Projektpauschale. Der Satz hängt an vier Größen: der Seniorität — ob jemand eine Methode anwendet oder ein Werk verantwortet; der Branche und Regulatorik — validierte Fertigung und Automotive-Audits verlangen Vorerfahrung, die den Satz hebt; dem Präsenzanteil — Produktionsarbeit findet überwiegend vor Ort statt, und je nach Standort kommen Reisekosten hinzu; sowie der Einsatzdauer — längere Mandate liegen in der Regel unter dem Satz eines kurzen Krisen­einsatzes.

Die folgenden Spannen sind die auf unseren Rollenseiten ausgewiesenen Tagessätze im Bereich Operations & Produktion — kein Angebot, sondern das, was für diese Profile aufgerufen wird:

Wie sich ein Vorhaben budgetieren lässt. Rechnen Sie mit Einsatztagen, nicht mit Kalenderwochen. Eine Analyse mit Werksrundgang und Verlustaufnahme liegt üblicherweise im niedrigen zweistelligen Tagebereich. Eine Taskforce ist dagegen nahezu Vollzeit vor Ort; hier bestimmt die Zahl der Präsenztage die Kosten, nicht der Tagessatz. Eine Führungsvertretung auf Zeit rechnet sich am ehrlichsten gegen die Kosten der unbesetzten Stelle und der Verzögerung, die ohne Besetzung entsteht.

Der Unterschied zur klassischen Beratungsgesellschaft. Dort wird ein Team beauftragt, in dem eine erfahrene Person verantwortet und mehrere jüngere ausführen — die Mischkalkulation senkt das Tagesmittel und erhöht die Gesamtzahl der Tage. Im Freelancer- und Interim-Modell zahlen Sie einen höheren Satz für weniger Köpfe: Es kommt die Person, die auch arbeitet. Für abgegrenzte Vorhaben in der Fertigung ist das in der Summe meist die kleinere Rechnung; bei breiten Programmen über mehrere Standorte kann es anders ausfallen. Alle Sätze verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer und Reisekosten.

Welche Besetzung passt, entscheidet der Zuschnitt: Eine Verlustanalyse verlangt ein anderes Profil als eine Werksvertretung. Die vollständige Übersicht steht unter Operations & Produktion — darunter Interim Werksleiter, Interim Produktionsleiter und Freelance Lean Manager. Für angrenzende Fragen ergänzen Industrial Engineering und Supply Chain Management.

Industrielage

Freie Kapazität ist in deutschen Werken vorhanden — sie steht nur selten dort, wo sie gebraucht wird

77,5 %

Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie im Januar 2026 — gegenüber 83,2 % im langjährigen Durchschnitt. Wer heute Menge gewinnt, gewinnt sie an der Steuerung, nicht an zusätzlicher Fläche.
ifo Institut, Februar 2026

−3,9 %

Produktion im Maschinenbau im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat, während die Fahrzeugfertigung im selben Monat um 3,6 % zulegte. Die Last verteilt sich sehr ungleich über die Branchen.
Statistisches Bundesamt, August 2026

357.000

offene Stellen blieben im März 2026 bundesweit rechnerisch unbesetzbar. In Metall- und Elektroberufen nahmen die Engpässe entgegen dem allgemeinen Trend sogar zu.
KOFA / Institut der deutschen Wirtschaft
Kurz und konkret

Häufig gestellte Fragen zur Produktionsoptimierung

Produktionsoptimierung ist die systematische Arbeit daran, aus vorhandenen Anlagen, Schichten und Beständen mehr verlässlich lieferbare Menge zu holen. Dazu gehören die Aufnahme des Ist-Zustands in der Halle, die Trennung der Verluste nach Verfügbarkeit, Leistung und Qualität, das Heben der begrenzenden Stelle und eine Steuerung, die Abweichungen früh sichtbar macht. Gemessen wird sie an Durchsatz, Termintreue, Bestand und Stückkosten.
Operations Beratung arbeitet an der physischen Wertschöpfung: Anlagen, Takt, Material, Kapazität, Schichten. Eine Unternehmensberatung für Prozessmanagement setzt an den Geschäftsprozessen an — an Abläufen über Abteilungsgrenzen hinweg, an Schnittstellen, Rollen und Dokumentation. Beide Sichten greifen ineinander, führen aber zu verschiedenen Maßnahmen: Die eine verkürzt eine Rüstzeit, die andere eine Freigabeschleife.
Sales & Operations Planning ist ein fester monatlicher Abgleich zwischen Absatzplan, Bestand und Fertigungskapazität, an dessen Ende eine verbindliche Entscheidung steht. Für das Werk beantwortet der S&OP-Prozess eine einzige Frage: Ist der Absatzplan mit der vorhandenen Kapazität machbar, und wenn nicht, was wird priorisiert. Entscheidend ist weniger das Planungswerkzeug als die Verbindlichkeit der Runde: ein Termin, an dem Vertrieb, Planung und Produktion die Abweichung entscheiden, statt sie zu vertagen.
Taskforce-Einsätze bei Lieferrückstand, Qualitätsvorfall oder Anlaufkrise sind der zeitkritischste Fall, den wir besetzen. Üblich ist eine Vorstellung passender Profile innerhalb weniger Tage; der Start hängt danach an Ihrer Entscheidung. Kennzeichen eines Taskforce-Zuschnitts sind hohe Präsenz im Werk, tägliche Abstimmung mit Werkleitung und Schichtführung und eine eng gefasste Zielgröße. Wichtig ist, den Ausstiegspunkt beim Start zu vereinbaren, damit der Einsatz nicht zur Dauerlösung wird.
Die OEE (Overall Equipment Effectiveness) ist das Produkt aus drei Faktoren: Verfügbarkeit, also der Anteil der geplanten Zeit, in dem die Anlage tatsächlich lief; Leistung, also die erreichte Geschwindigkeit im Verhältnis zur Sollgeschwindigkeit; und Qualität, also der Anteil fehlerfreier Teile. Ihr Wert liegt in der Aufteilung: Eine OEE von 65 Prozent sagt nichts darüber, ob eine Anlage stillstand, langsam lief oder Ausschuss produzierte. Wichtig ist zudem eine ehrliche Bezugszeit — wer geplante Stillstände herausrechnet, erhält eine schöne Zahl ohne Aussagekraft.
Im Freelancer- und Interim-Modell wird nach Tagessatz abgerechnet. Die auf unseren Rollenseiten im Bereich Operations & Produktion ausgewiesenen Spannen reichen von 650 € bis 1.900 € pro Tag, je nach Profil und Verantwortungsumfang. Methodisch geprägte Rollen wie KVP- oder Lean-Manager liegen am unteren Ende, Führungsvertretungen am oberen. Der Gesamtaufwand ergibt sich aus der Zahl der Einsatztage: Eine Verlustanalyse mit Werksrundgang liegt üblicherweise im niedrigen zweistelligen Tagebereich, ein Taskforce-Einsatz nahe bei Vollzeitpräsenz.
Für einen Interim Produktionsleiter weisen wir 1.000 € bis 1.700 € pro Tag aus, für einen Interim Werksleiter 1.200 € bis 1.900 €, für einen Interim Instandhaltungsleiter 900 € bis 1.500 €. Wo eine Besetzung in der Spanne liegt, hängt an Werksgröße, Schichtmodell, Variantenzahl, Branchen- und Auditanforderungen sowie an der Dringlichkeit. Sinnvoll ist der Vergleich nicht mit einem Festgehalt, sondern mit den Kosten der unbesetzten Stelle. Reisekosten und Umsatzsteuer kommen hinzu.
Zwischen geplanter und tatsächlich produktiver Zeit liegt in den meisten Werken eine zweistellige Prozentzahl — verteilt auf Rüstvorgänge, ungeplante Stillstände, Materialwarten und Nacharbeit. Kurzfristig wirken drei Hebel: die verfügbare Zeit der begrenzenden Station schützen, indem Rüst-, Wartungs- und Pausenzeiten dort anders gelegt werden; Rüstvorgänge verkürzen und gleiche Rüstfamilien bündeln; und die Einlastung an der realen statt an der nominellen Kapazität ausrichten.
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