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Hebel und Grenzen

Was Einkaufsberatung leistet — und was nicht

Auswertung von Ausgaben und Verträgen als Grundlage einer Einkaufsstrategie

Einkaufsberatung — je nach Haus auch Unternehmensberatung für den Einkauf, Procurement-Beratung, Beratung für den strategischen Einkauf oder Beschaffungsmanagement genannt — arbeitet an einer Kette: Bedarf, Spezifikation, Lieferantenmarkt, Vertrag, Verhandlung. Der wirtschaftliche Effekt entsteht weit vorn in dieser Kette, die Aufmerksamkeit im Unternehmen liegt fast immer am Ende. Wer erst beim Preis ansetzt, verhandelt über eine Spezifikation, die längst beschlossen ist.

Sie setzt am Bedarf und an der Spezifikation an. Ein großer Teil der Kosten einer Position ist entschieden, bevor die erste Anfrage hinausgeht: durch die technische Vorgabe, die Losgröße, die geforderte Lieferzeit und die Zahl zugelassener Varianten. Ein Bauteil, das nur ein Hersteller liefern kann, ist keine Verhandlungssituation, sondern eine Abhängigkeit. Die unbequeme Frage lautet deshalb nicht „Was kostet es?", sondern „Warum ist es so spezifiziert?".

Sie unterscheidet verhandelt von realisiert. Ein Nachlass ist eine Zusage, keine Ersparnis. Ob er ankommt, entscheidet sich danach: ob der Preis in den Stammdaten steht, ob über den Rahmenvertrag bestellt wird statt daneben, ob Mengenstaffeln erreicht werden, ob Nachforderungen den Vorteil aufzehren. Beratung, die mit dem Verhandlungsergebnis endet, liefert eine Zahl, die im Ergebnis nie auftaucht.

Sie ordnet Warengruppen nach Hebel, nicht nach Volumen. Die größte Warengruppe ist selten die mit dem meisten Potenzial. Entscheidend ist die Kombination aus Ausgabenhöhe, Anbieterzahl, Wechselaufwand und Restlaufzeit. Erst diese Sortierung zeigt, wo Bündelung wirkt und wo ein Wechsel mehr Risiko einkauft als Ersparnis bringt. Die erste Trennlinie verläuft dabei zwischen direktem Einkauf — allem, was in das eigene Produkt eingeht — und indirektem Einkauf: IT und Lizenzen, Instandhaltung, Beratung, Marketing, Reisen. Der indirekte Teil ist in vielen Häusern der größte ungesteuerte Ausgabenblock, weil ihn die Fachbereiche selbst bestellen.

Im englischsprachigen Umfeld heißen dieselben Aufgaben procurement consulting, procurement management, sourcing consulting oder procurement transformation; wer nach procurement consultants oder sourcing consultants sucht, meint in der Regel diese Leistung. Für international aufgestellte Häuser arbeiten wir zweisprachig.

Was sie nicht leistet. Sie kauft nicht für Sie ein. Vergabeentscheidung, Lieferantenfreigabe und die Verantwortung für Qualität und Termin bleiben im Haus. Und sie öffnet keine Spezifikation gegen die Technik: Wo Fachbereiche eine Anforderung nicht begründen wollen, endet jedes Einsparprogramm bei den wenigen Prozent, die Preisverhandlung hergibt.

Wo diese Seite endet: Bestandshöhen, Transportnetz, Lagerstruktur und Lieferzeitprognosen sind Gegenstand der Supply-Chain-Beratung. Die administrative Sicht auf Bestellung, Rechnungsprüfung und Freigaben beschreiben wir in der Prozessberatung, die produktionsnahe in der Operations-Beratung.

Entscheidungspunkte

Wann externe Unterstützung im Einkauf etwas bewegt

Nicht jede Einkaufsaufgabe braucht Hilfe von außen. Ist die Warengruppe verstanden, der Lieferantenmarkt bekannt und im Team Luft für eine Ausschreibung, ist der interne Weg der schnellere. In den folgenden Entscheidungspunkten fällt die Rechnung anders aus — aus einem strukturellen Grund: Ein Einkaufsteam verhandelt seine Warengruppen alle paar Jahre neu und kennt nur die eigene Marktseite. Wer denselben Lieferantenmarkt regelmäßig für mehrere Auftraggeber bearbeitet, weiß, welcher Preis dort zuletzt durchsetzbar war.

1. Ein Einsparziel steht, die Datengrundlage fehlt

  • Die Vorgabe ist beschlossen, aber niemand kann sagen, aus welchen Warengruppen sie kommen soll.
  • Ausgaben liegen in mehreren Systemen, Lieferanten mehrfach angelegt, ein Teil der Bestellungen ohne Vertragsbezug.
  • Eine belastbare Ausgabenanalyse ist Handwerk und verhindert, dass das Ziel geraten wird.

2. Ein Lieferant fällt aus oder wird zum Risiko

  • Insolvenz, Qualitätsproblem, Preisdiktat oder eine Abhängigkeit, die auffällt, sobald sie ausgespielt wird.
  • Die Suche nach einer Zweitquelle braucht Marktkenntnis, Qualifizierungsaufwand und Zeit — genau das fehlt in der Situation.
  • Externe Unterstützung hält beides parallel am Laufen: Versorgung und Aufbau der Alternative.

3. Eine große Warengruppe wird neu ausgeschrieben

  • Der Rahmenvertrag läuft aus, das Volumen ist hoch, der letzte Wettbewerb liegt Jahre zurück.
  • Zwischen sauber vorbereiteter und schnell zusammengestellter Ausschreibung liegen regelmäßig zweistellige Prozentwerte.
  • Wer den Anbieter seit Jahren betreut, führt diese Runde schwer ergebnisoffen.

4. Der indirekte Einkauf läuft ungesteuert

  • IT, Beratung, Marketing, Instandhaltung, Reisen — bestellt aus den Fachbereichen, ohne Warengruppenverantwortung.
  • Der Anteil ist größer als vermutet und wird selten gemessen, weil er sich über hunderte Kleinbeträge verteilt.
  • Wirkung entsteht durch Bündelung, Standardisierung und verbindliche Bestellwege, nicht durch Verhandlung.

5. Der Einkauf soll strategisch arbeiten und kommt nicht dazu

  • Das Team ist mit Bestellabwicklung, Terminverfolgung und Reklamationen ausgelastet.
  • Warengruppenstrategien, Lieferantenentwicklung und Marktbeobachtung bleiben liegen.
  • Externe Kapazität schafft den Freiraum für die Umstellung, übernimmt sie aber nicht dauerhaft.

6. Ein Einkaufssystem soll eingeführt werden

  • Ausschreibungs-, Vertrags- oder Bestellsoftware steht an, oft angetrieben von IT oder Konzern.
  • Ein System bildet ab, was fachlich vorher entschieden ist: Warengruppenlogik, Freigaberegeln, Katalogpflege, Stammdatenverantwortung.
  • Bleibt das offen, digitalisiert die Einführung den bisherigen Zustand — nur mit Lizenzkosten.

Erkennen Sie einen dieser Entscheidungspunkte wieder? Zwanzig Minuten reichen für eine erste Einordnung: welche Warengruppe zuerst angefasst werden sollte, wie viel dort realistisch drinsteckt — und ob Sie dafür jemanden von außen brauchen.

Handlungsfelder

Womit Einkaufsberatung arbeitet: die Handlungsfelder im Überblick

Die Handlungsfelder der Einkaufsoptimierung sind einzeln oder in Kombination besetzbar. In den meisten Aufträgen beginnt es mit einem Feld und wächst über die angrenzenden weiter, weil sie voneinander abhängen: Eine Warengruppenstrategie ohne Vertragsdisziplin bleibt Papier, und ein Einsparprogramm ohne Einkaufscontrolling lässt sich nicht belegen. Welches Feld zuerst greift, hängt davon ab, ob im Haus die Markt-, die Vertrags- oder die Prozessseite der schwächere Teil ist.

Warengruppenstrategie und Sourcing

Einkaufsstrategie je Warengruppe; direkter Einkauf und indirekter Einkauf folgen dabei unterschiedlicher Logik. Ausgabenanalyse, Segmentierung nach Hebel und Risiko, Category Management, Sondierung des Lieferantenmarkts, Make-or-Buy und die Frage, wie viele Anbieter eine Position braucht. Ergebnis ist je Warengruppe eine Stoßrichtung mit Zeitpunkt: neu ausschreiben, bündeln, Zweitquelle qualifizieren, Spezifikation öffnen — oder bewusst nichts tun. Global Sourcing rechnen wir mit Ihren Mengen und Frachtraten durch.

Lieferantenmanagement und Risikoabsicherung

Lieferantenbewertung nach Qualität, Termintreue, Preisentwicklung und Bonität, Kritikalitätsanalyse der Lieferantenbasis, Lieferantenentwicklung bei Positionen ohne Ersatz und Audits, wo Nachweise verlangt werden. Ziel ist nicht eine größere Anbieterzahl, sondern für jede kritische Position eine belegte Ausfallantwort.

Verhandlung und Vertragsgestaltung

Vorbereitung und Begleitung von Verhandlungen, Preisgleitklauseln, Mengenstaffeln, Service Levels, Haftung und Kündigungsrechte, Rahmenvertrag statt Einzelbestellung. Der Unterschied entsteht in der Vorbereitung: belastbare Kostenmodelle für die Gegenseite, ein definiertes Zielband und eine real ziehbare Alternative.

Kostensenkung und Einsparhebel

Kostenoptimierung im Einkauf über mehrere Warengruppen: Bündelung von Volumen, Standardisierung von Varianten, Wertanalyse an Spezifikationen und Total-Cost-Betrachtung statt Stückpreisvergleich. Jeder Hebel bekommt einen Verantwortlichen, einen Termin und eine Buchungsstelle. Kostensenkung im Einkauf ist zu drei Vierteln Nachverfolgung.

Einkaufsprozesse, E-Procurement und Systeme

Einkaufsprozesse optimieren, vom Bedarf bis zur Rechnung: Freigabewege, Katalog- und Stammdatenpflege, Ausschreibungs- und Vertragswerkzeuge, Procurement-Software, Anbindung an das ERP. Vor jeder Automatisierung steht die Entscheidung, welcher Bestellweg verbindlich ist — ein Katalog, an dem vorbei bestellt werden darf, ändert nichts. Systeme bewerten wir herstellerneutral.

Einkaufscontrolling und Spend-Transparenz

Ausgabenberichte, auf die sich Einkauf, Controlling und Fachbereiche einigen können, Messung von Einsparungen gegen eine definierte Basis, Vertragsabdeckung und Bestellquote am Rahmenvertrag. Der unspektakuläre Teil — Warengruppenschlüssel, Lieferantenstammdaten, eine Definition davon, was als Ersparnis gilt — entscheidet, ob über Zahlen oder über Entscheidungen diskutiert wird.

Welches Handlungsfeld bei Ihnen den größten Hebel hat, lässt sich in einem kurzen Gespräch grob einordnen — inklusive der ehrlichen Antwort, ob sich ein Projekt dafür überhaupt rechnet.

Mandatsformen

Wie externe Kapazität im Einkauf eingebunden wird

Im Einkauf entscheidet neben der Fachtiefe vor allem das Mandat: Wer eine Warengruppe neu zuschneidet, muss das gegenüber Technik, Produktion und Geschäftsführung vertreten können. Vier Mandatsformen haben sich dafür bewährt, von der Zweitmeinung zu einer einzelnen Warengruppe bis zur Linienverantwortung. Sie sind kombinierbar und wechseln im Verlauf regelmäßig. Für alle gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, ein vor dem Start schriftlich vereinbartes Zielband und eine Basis, gegen die später gemessen wird.

Bewertung
Zweitmeinung zu einer Warengruppe

Eine Fachperson mit einem eng gefassten Auftrag: Ausgabenanalyse einer Warengruppe, Marktbewertung vor einer Neuausschreibung oder eine Prüfung des letzten Verhandlungsergebnisses. Drei bis sechs Wochen, ein schriftliches Ergebnis mit Zahlen und einer Empfehlung, keine Struktur drumherum.

Verstärkung
Externe Kapazität im Einkaufsteam

Zwei bis fünf externe Fachleute arbeiten mit Ihren Einkäuferinnen und Einkäufern in einem Team, unter interner fachlicher Führung. Übliche Form bei Einsparprogrammen und größeren Ausschreibungswellen, weil das neue Vorgehen dort entsteht, wo es danach gelebt werden muss.

Führung auf Zeit
Einkaufsverantwortung übergangsweise

Eine externe Person übernimmt Führungs- oder Warengruppenverantwortung mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Sondersituation oder wenn eine unbequeme Vergabeentscheidung von außen leichter durchzusetzen ist als aus dem laufenden Geschäft heraus.

Programmsteuerung
Steuerung eines Einsparprogramms

Eine kleine Einheit über mehreren Warengruppen und Projekten: Zielverfolgung, Abhängigkeiten, Risiken und ein Berichtsweg in die Geschäftsführung, der Entscheidungen ermöglicht statt Status zu verwalten. Sie verhandelt nicht selbst, sondern sorgt dafür, dass zugesagte Hebel auch gezogen werden.

Branchenlogik

Branchenlogik im Einkauf: wo die Warengruppen den Unterschied machen

Ein Einkauf lässt sich nicht branchenneutral verbessern, weil die Warengruppen selbst die Branche sind. In der Automobilzulieferung entscheiden Nominierungen über Jahre und ein Preisdruck, der vertraglich festgeschrieben ist; im Anlagenbau hängt die Marge an Claims und Nachforderungen aus Projektverträgen; in der Prozessindustrie entscheidet die Absicherung schwankender Rohstoffpreise; in Kliniken läuft ein Großteil der Beschaffung über Einkaufsgemeinschaften und ist medizinisch, nicht kaufmännisch begründet; bei Energieversorgern ist der wichtigste Teil des Einkaufs eine Beschaffungsstrategie mit Termin- und Spotmarktanteilen. Dieselbe Methode führt in diesen Feldern zu unterschiedlichen Ergebnissen — und zu unterschiedlichen Fehlern.

Wir besetzen deshalb nach Branchen- und Warengruppenerfahrung, nicht nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die den jeweiligen Lieferantenmarkt, die üblichen Vertragsmuster, die Nachweispflichten und die Stellen kennen, an denen vergleichbare Programme vorher gescheitert sind. Grundlage dafür ist ein Netzwerk aus 25 Fachbereichen mit mehr als 300 Rollenprofilen, aus dem gezielt ausgewählt wird. In den folgenden Feldern arbeiten wir am häufigsten — jede Kachel nennt, was dort über die Kosten entscheidet.

Roboterfertigung in der Automobilzulieferindustrie

Automotive & Zulieferindustrie

Ingenieur prüft eine Getriebebaugruppe im Maschinen- und Anlagenbau

Maschinen- & Anlagenbau

Anlage der Prozessindustrie als Gegenstand der Rohstoffbeschaffung

Chemie & Prozessindustrie

Ärztinnen und Ärzte besprechen die Materialauswahl im Klinikalltag

Gesundheitswesen & Kliniken

Technische Beschaffung für Netz und Erzeugung bei einem Energieversorger

Energie & Versorger

Warenlager mit Sortimentsartikeln im Handel

Handel & Konsumgüter

Roboterfertigung in der Automobilzulieferindustrie

Automotive & Zulieferindustrie

Ingenieur prüft eine Getriebebaugruppe im Maschinen- und Anlagenbau

Maschinen- & Anlagenbau

Anlage der Prozessindustrie als Gegenstand der Rohstoffbeschaffung

Chemie & Prozessindustrie

Ärztinnen und Ärzte besprechen die Materialauswahl im Klinikalltag

Gesundheitswesen & Kliniken

Technische Beschaffung für Netz und Erzeugung bei einem Energieversorger

Energie & Versorger

Warenlager mit Sortimentsartikeln im Handel

Handel & Konsumgüter

Programmtypen

Programmtypen im Einkauf und ihr Erfolgsmaßstab

Was im Einkauf tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt. Entscheidend ist in allen Fällen die Basis: Ohne eine festgeschriebene Vergleichsgrundlage lässt sich hinterher jede Zahl behaupten und keine belegen.

Einsparprogramm über mehrere Warengruppen

Ausgangslage: ein Ergebnisziel ist gesetzt, die Ausgaben sind über Systeme und Gesellschaften verteilt, Lieferantenstammdaten mehrfach angelegt. Die Reihenfolge, die trägt: erst Ausgaben und Verträge zusammenführen, dann Warengruppen nach Hebel und Risiko sortieren, dann Wellen bilden — Bündelung zuerst, Spezifikationsarbeit parallel, weil sie länger dauert. Gemessen wird gegen eine fixierte Preisbasis, getrennt nach Preis-, Mengen- und Spezifikationseffekt.

Lieferantenkonsolidierung und Zweitquellen

Ausgangslage: zu viele Anbieter in unkritischen Positionen, zu wenige in den kritischen — historisch gewachsen und nie überprüft. Zuerst wird die Lieferantenbasis nach Kritikalität sortiert, dann konsolidiert, wo Bündelung Konditionen bringt, und aufgebaut, wo eine einzige Quelle ein Risiko ist. Gemessen wird an der Zahl kritischer Positionen ohne freigegebene Alternative.

Einkaufsorganisation und Warengruppenverantwortung

Ausgangslage: der Einkauf ist operativ ausgelastet, strategische Arbeit findet nicht statt, Zuständigkeiten verlaufen nach Standort statt nach Warengruppe. Der Weg führt über die Trennung von operativer Abwicklung und Warengruppenverantwortung, über Wert- und Freigabegrenzen und über die Frage, was zentral entschieden wird. Gemessen wird an der Vertragsabdeckung der Ausgaben und daran, ob jede wesentliche Warengruppe eine namentlich verantwortliche Person hat.

Einführung eines Einkaufssystems

Ausgangslage: Ausschreibungen laufen über Tabellen, Verträge liegen in Ordnern, Bestellungen entstehen per E-Mail — ein Werkzeug soll das lösen. Zuerst werden Warengruppenschlüssel, Freigabelogik, Katalogumfang und Stammdatenverantwortung entschieden, danach ausgewählt und eingeführt. Gemessen wird an der Bestellquote über den verbindlichen Weg und an der Durchlaufzeit von Bedarf bis Bestellung.

Profile

Profile, die in Einkaufsvorhaben angefragt werden

Welches Profil ein Einkaufsvorhaben braucht, entscheidet der Zuschnitt: Eine Ausgabenanalyse verlangt eine andere Person als eine Vertragsverhandlung im Anlagenbau, und mit dem Übergang von der Analyse in die Vergabe verschiebt sich der Bedarf. Der Fachbereich Einkauf & Procurement führt die folgenden Rollenprofile; angrenzende Aufgaben werden aus den Bereichen Supply Chain Management, Restrukturierung und Compliance besetzt. Aufgabenprofil, typische Einsätze und die Tagessatzspanne stehen auf der jeweiligen Rollenseite.

Wie ein Einkaufsprogramm praktisch läuft

Umfang und Dauer der Schritte hängen von Ausgabenvolumen, Anzahl der Gesellschaften und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst sehen, dann sortieren, dann verhandeln, dann nachhalten. Wir überspringen keinen Schritt und verkürzen ihn nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt — eine Verhandlung ohne Kostenmodell ist ein Gespräch über Rabatte.

Ausgaben und Verträge werden für eine Einkaufsanalyse zusammengeführt

1. Ausgaben und Verträge sichtbar machen

Ausgabenanalyse über alle Gesellschaften: Stammdaten bereinigen, Warengruppen zuordnen, Bestellungen ohne Vertragsbezug ausweisen.
Vertragsübersicht mit Laufzeiten, Kündigungsfristen und Preisanpassungsklauseln — häufig zum ersten Mal an einer Stelle.
Ergebnis ist eine Zahl, über die niemand mehr streitet: wofür wieviel ausgegeben wird und an wen.
Abstimmung über die Reihenfolge der Warengruppen im Einkaufsprogramm

2. Warengruppen sortieren und Ziele setzen

Segmentierung nach Ausgabenhöhe, Anbieterzahl, Wechselaufwand und Restlaufzeit — nicht nach Volumen allein.
Je Warengruppe eine Stoßrichtung mit Zeitpunkt und ein Zielband, das begründet ist und nicht gesetzt.
Zurückgestellte Warengruppen werden benannt, samt Grund.
Prüfung von Rohstoffmustern bei der Sondierung des Lieferantenmarkts

3. Lieferantenmarkt sondieren

Marktscreening über den Bestand hinaus: Wer könnte liefern, unter welchen Bedingungen, mit welchem Aufwand?
Kostenmodelle für die wichtigsten Positionen — Material, Fertigung, Logistik, Marge — als Verhandlungsgrundlage.
Parallel beginnt die Qualifizierung möglicher Zweitquellen, weil sie der zeitkritische Teil ist.
Prüfung eines Angebots vor der Vergabeentscheidung

4. Verhandeln, vergeben, dokumentieren

Ausschreibung oder Verhandlungsrunde mit definiertem Zielband und einer real ziehbaren Alternative.
Die Vergabeentscheidung bleibt im Haus; externe Unterstützung bereitet vor, verhandelt mit und dokumentiert.
Ergebnis ist ein Vertrag, kein Protokoll: Preise, Staffeln, Laufzeiten und Anpassungsregeln schriftlich.
Neue Konditionen kommen in der Lagerwirtschaft im Alltag an

5. In den Alltag bringen

Neue Konditionen in Stammdaten und Katalogen hinterlegen, Bestellwege verbindlich machen.
Wo eine Spezifikation geändert wurde, begleiten Technik und Qualitätssicherung die Umstellung.
Widerstand zeigt meist auf eine Anforderung, die der neue Vertrag nicht abdeckt.
Nachmessung der Einsparwirkung nach Abschluss des Programms

6. Wirkung messen und übergeben

Messung gegen die zu Beginn fixierte Basis, getrennt nach Preis-, Mengen- und Spezifikationseffekt.
Nachverfolgung über mindestens zwölf Monate — erst dann zeigt sich, ob ein Vorteil im Ergebnis angekommen ist.
Der Übergabepunkt steht zu Beginn fest: danach führt Ihr Einkauf die Warengruppe allein weiter.
Tagessätze

Was Einkaufsberatung kostet: Tagessätze und Budgetierung

Externe Unterstützung im Einkauf wird bei uns nach Tagessatz abgerechnet, nicht nach Projektpauschale. Er ergibt sich aus fünf Faktoren: Seniorität und Verhandlungserfahrung, Branche und Warengruppe (Elektronik, Chemie, Anlagenbau und regulierte Vergaben liegen über dem Mittel), Präsenzanteil vor Ort, Projektdauer — längere Mandate liegen pro Tag niedriger — und Verfügbarkeit im gesuchten Profil.

Die Spannen unseres Bestands im Fachbereich Einkauf & Procurement liegen aktuell zwischen 800 € und 1.600 € pro Tag. Sie ordnen sich in drei Bänder: operative und analytische Profile — Einkaufscontrolling, Lieferantenmanagement, Vertragsmanagement, strategischer Einkauf — liegen etwa zwischen 800 € und 1.300 €. Warengruppen- und Sourcing-Verantwortung etwa zwischen 900 € und 1.450 €. Einkaufsverantwortung auf Zeit mit Entscheidungsbefugnis am oberen Ende, typischerweise zwischen 1.100 € und 1.600 €. Die Spanne je Rolle ist auf der Rollenseite ausgewiesen, nicht auf Anfrage.

Wie sich ein Vorhaben budgetieren lässt. Sie planen über Personentage, nicht über eine Summe. Eine Ausgabenanalyse mit Warengruppensortierung liegt für einen mittelständischen Bestand meist bei 15 bis 30 Personentagen. Eine einzelne größere Warengruppe von der Marktsondierung bis zur Vergabe eher bei 25 bis 50 Tagen über zwei bis vier Monate. Einsparprogramme werden in Wellen gerechnet, damit früh entscheidbar ist, ob die nächste Welle den Aufwand rechtfertigt. Verantwortung auf Zeit rechnet anders: vier bis fünf Tage pro Woche über sechs bis achtzehn Monate.

Entscheidend ist nicht der Tagessatz, sondern das Verhältnis zum bewegten Ausgabenvolumen: Ein Programm über einen Ausgabenblock von 20 Mio. € trägt 40 Beratungstage schon bei einem Effekt von unter einem Prozent. Bei 300.000 € Jahresvolumen lohnt ein externes Mandat fast nie — diese Antwort geben wir vor dem Angebot.

Wo der Unterschied zur klassischen Beratungsgesellschaft liegt. Sie bezahlen die Person, die arbeitet, und nicht eine Pyramide über ihr: kein Engagement Manager, kein Partneranteil, keine Sockelkosten für Methodik und Foliensatz. Dafür bekommen Sie keinen Apparat — Sie beauftragen einzelne Fachleute oder ein kleines Team und behalten die fachliche Führung im Haus. Erfolgsabhängige Modelle bilden wir nicht ab: sie setzen den Anreiz, Ersparnis rechnerisch zu erzeugen statt zu realisieren.

Welches Profil passt, hängt an der Aufgabe: Eine Ausgabenanalyse verlangt andere Erfahrung als eine Vertragsverhandlung im Anlagenbau. Die vollständige Übersicht steht unter Einkauf & Procurement — darunter Interim Einkaufsleiter, Strategic Sourcing Manager, Category Manager und Einkaufscontroller. Für angrenzende Aufgaben ergänzen Supply Chain Management, Restrukturierung & operative Effizienz und Compliance & Legal.

Marktlage

Einkaufspreise steigen wieder — und die Lieferantenbasis ist der Engpass

+5,4 %

teurer waren Vorleistungsgüter im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat — genau die Güter, die der Einkauf beschafft. Der Gesamtindex lag bei +3,0 %.
Statistisches Bundesamt, Erzeugerpreise Juli 2026

80,6 %

der befragten Mittelständler sehen im Lieferantenmanagement den größten Digitalisierungsbedarf ihres Einkaufs.
Einkaufsbarometer Mittelstand, BME und Onventis

46,6 %

halten die eigenen Systeme beim Risikomanagement in der Lieferantenbasis für unzureichend — knapp die Hälfte arbeitet also ohne belastbare Frühwarnung.
Einkaufsbarometer Mittelstand, BME und Onventis
Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen zur Einkaufsberatung

Einkaufsberatung unterstützt Unternehmen dabei, ihre Beschaffung wirtschaftlicher und sicherer zu führen: Ausgabentransparenz, Warengruppenstrategie, Lieferantenmanagement, Verhandlung und Vertragsgestaltung, Einkaufsprozesse samt Systemen und ein Einkaufscontrolling, das die Wirkung belegt. Sie unterscheidet sich von reiner Preisverhandlung dadurch, dass sie am Bedarf und an der Spezifikation ansetzt. Wer nach einem Einkaufsberater sucht, meint diese Leistung.
Der operative Einkauf sorgt dafür, dass bestellte Ware zum Termin ankommt: Bestellabwicklung, Terminverfolgung, Reklamation. Der strategische Einkauf entscheidet, was beschafft wird und von wem: Warengruppenstrategie, Lieferantenmarkt, Ausschreibung, Verhandlung, Rahmenverträge. Quer dazu liegt die Trennung in direkten und indirekten Einkauf. In vielen Häusern liegt alles in denselben Händen — mit dem Ergebnis, dass das Tagesgeschäft gewinnt.
Wir rechnen nach Tagessatz ab. Im Fachbereich Einkauf & Procurement liegen die ausgewiesenen Spannen aktuell zwischen 800 € und 1.600 € pro Tag, abhängig von Seniorität, Branche, Warengruppe, Präsenzanteil und Projektdauer; die Spanne je Rolle steht offen auf der jeweiligen Rollenseite. Ein Vorhaben planen Sie über Personentage: eine Ausgabenanalyse liegt meist bei 15 bis 30 Tagen, eine Warengruppe von der Marktsondierung bis zur Vergabe bei 25 bis 50 Tagen. Entscheidend ist das Verhältnis zum bewegten Ausgabenvolumen.
Von fünf Größen: Seniorität und Verhandlungserfahrung, Branche und Warengruppe — regulierte Vergaben, Chemie und Anlagenbau liegen über dem Mittel —, Präsenzanteil, Projektdauer und Verfügbarkeit. Verantwortung auf Zeit liegt am oberen Ende, analytische Aufgaben am unteren. Ein niedriger Satz ist kein Vorteil, wenn dieselbe Aufgabe doppelt so lange dauert.
Sie baut die Grundlagen auf, mit denen sich eine Lieferantenbasis führen lässt: Lieferantenbewertung nach Qualität, Termintreue, Preisentwicklung und Bonität, eine Kritikalitätssicht darauf, welche Positionen bei Ausfall das Geschäft stoppen, Lieferantenentwicklung ohne Ersatzquelle und Audits, wo Nachweise gefordert sind. Ziel ist eine belegte Antwort darauf, was passiert, wenn ein Lieferant morgen nicht liefert.
Über vier Hebel in dieser Reihenfolge: Bedarf hinterfragen, Spezifikation öffnen, Volumen bündeln, Preis verhandeln. Die reine Preisverhandlung liefert meist wenige Prozent, die Arbeit an Spezifikation und Variantenzahl deutlich mehr — sie braucht aber die Technik mit am Tisch. Total-Cost-Betrachtung rechnet Ausschuss, Nacharbeit, Prüfaufwand und Lieferverzug mit ein.
Sie lohnt, wenn ein Einsparziel ohne Datengrundlage gesetzt wurde, wenn eine große Warengruppe nach Jahren neu ausgeschrieben wird, wenn ein Lieferant zum Risiko geworden ist, wenn der indirekte Einkauf ungesteuert läuft oder wenn der Einkauf strategisch arbeiten soll und operativ nicht dazu kommt. Sie lohnt nicht, wenn Warengruppe, Markt und Kapazität intern vorhanden sind.
Eine Ausgabenanalyse mit Warengruppensortierung ist eine Frage von Wochen. Eine einzelne Warengruppe von der Marktsondierung bis zur Vergabe braucht zwei bis vier Monate, ein Programm über mehrere Warengruppen sechs bis achtzehn Monate in Wellen. Gemessen wird gegen eine vorab fixierte Preisbasis, getrennt nach Preis-, Mengen- und Spezifikationseffekt, zusätzlich an Vertragsabdeckung und Bestellquote. Der Prüfstein kommt nach zwölf Monaten.
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