Beratung für Einkauf und Beschaffung
Einkaufsberatung: Einsparungen, die im Ergebnis ankommen
Einkaufsberatung arbeitet an der Frage, wie ein Unternehmen seine Beschaffung führt: welche Warengruppen strategisch geführt werden, welche Lieferanten das Geschäft tatsächlich tragen, wie verhandelt und vertraglich abgesichert wird und wie der Einkauf im Haus organisiert ist. Wichtig wird das Thema meist dann, wenn Materialkosten schneller steigen als die eigenen Preise am Markt, wenn ein Lieferant ausfällt und für seine Position keine Zweitquelle qualifiziert ist, oder wenn ein Einsparziel gesetzt wurde, für das die Datengrundlage fehlt. Nötig sind dafür Transparenz über Ausgaben und Verträge, eine Rangfolge der Warengruppen nach Hebel — und Leute, die einen verhandelten Vorteil bis in die Buchhaltung nachhalten.
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Was Einkaufsberatung leistet — und was nicht

Einkaufsberatung — je nach Haus auch Unternehmensberatung für den Einkauf, Procurement-Beratung, Beratung für den strategischen Einkauf oder Beschaffungsmanagement genannt — arbeitet an einer Kette: Bedarf, Spezifikation, Lieferantenmarkt, Vertrag, Verhandlung. Der wirtschaftliche Effekt entsteht weit vorn in dieser Kette, die Aufmerksamkeit im Unternehmen liegt fast immer am Ende. Wer erst beim Preis ansetzt, verhandelt über eine Spezifikation, die längst beschlossen ist.
Sie setzt am Bedarf und an der Spezifikation an. Ein großer Teil der Kosten einer Position ist entschieden, bevor die erste Anfrage hinausgeht: durch die technische Vorgabe, die Losgröße, die geforderte Lieferzeit und die Zahl zugelassener Varianten. Ein Bauteil, das nur ein Hersteller liefern kann, ist keine Verhandlungssituation, sondern eine Abhängigkeit. Die unbequeme Frage lautet deshalb nicht „Was kostet es?", sondern „Warum ist es so spezifiziert?".
Sie unterscheidet verhandelt von realisiert. Ein Nachlass ist eine Zusage, keine Ersparnis. Ob er ankommt, entscheidet sich danach: ob der Preis in den Stammdaten steht, ob über den Rahmenvertrag bestellt wird statt daneben, ob Mengenstaffeln erreicht werden, ob Nachforderungen den Vorteil aufzehren. Beratung, die mit dem Verhandlungsergebnis endet, liefert eine Zahl, die im Ergebnis nie auftaucht.
Sie ordnet Warengruppen nach Hebel, nicht nach Volumen. Die größte Warengruppe ist selten die mit dem meisten Potenzial. Entscheidend ist die Kombination aus Ausgabenhöhe, Anbieterzahl, Wechselaufwand und Restlaufzeit. Erst diese Sortierung zeigt, wo Bündelung wirkt und wo ein Wechsel mehr Risiko einkauft als Ersparnis bringt. Die erste Trennlinie verläuft dabei zwischen direktem Einkauf — allem, was in das eigene Produkt eingeht — und indirektem Einkauf: IT und Lizenzen, Instandhaltung, Beratung, Marketing, Reisen. Der indirekte Teil ist in vielen Häusern der größte ungesteuerte Ausgabenblock, weil ihn die Fachbereiche selbst bestellen.
Im englischsprachigen Umfeld heißen dieselben Aufgaben procurement consulting, procurement management, sourcing consulting oder procurement transformation; wer nach procurement consultants oder sourcing consultants sucht, meint in der Regel diese Leistung. Für international aufgestellte Häuser arbeiten wir zweisprachig.
Was sie nicht leistet. Sie kauft nicht für Sie ein. Vergabeentscheidung, Lieferantenfreigabe und die Verantwortung für Qualität und Termin bleiben im Haus. Und sie öffnet keine Spezifikation gegen die Technik: Wo Fachbereiche eine Anforderung nicht begründen wollen, endet jedes Einsparprogramm bei den wenigen Prozent, die Preisverhandlung hergibt.
Wo diese Seite endet: Bestandshöhen, Transportnetz, Lagerstruktur und Lieferzeitprognosen sind Gegenstand der Supply-Chain-Beratung. Die administrative Sicht auf Bestellung, Rechnungsprüfung und Freigaben beschreiben wir in der Prozessberatung, die produktionsnahe in der Operations-Beratung.
Wann externe Unterstützung im Einkauf etwas bewegt
Nicht jede Einkaufsaufgabe braucht Hilfe von außen. Ist die Warengruppe verstanden, der Lieferantenmarkt bekannt und im Team Luft für eine Ausschreibung, ist der interne Weg der schnellere. In den folgenden Entscheidungspunkten fällt die Rechnung anders aus — aus einem strukturellen Grund: Ein Einkaufsteam verhandelt seine Warengruppen alle paar Jahre neu und kennt nur die eigene Marktseite. Wer denselben Lieferantenmarkt regelmäßig für mehrere Auftraggeber bearbeitet, weiß, welcher Preis dort zuletzt durchsetzbar war.
1. Ein Einsparziel steht, die Datengrundlage fehlt
- Die Vorgabe ist beschlossen, aber niemand kann sagen, aus welchen Warengruppen sie kommen soll.
- Ausgaben liegen in mehreren Systemen, Lieferanten mehrfach angelegt, ein Teil der Bestellungen ohne Vertragsbezug.
- Eine belastbare Ausgabenanalyse ist Handwerk und verhindert, dass das Ziel geraten wird.
2. Ein Lieferant fällt aus oder wird zum Risiko
- Insolvenz, Qualitätsproblem, Preisdiktat oder eine Abhängigkeit, die auffällt, sobald sie ausgespielt wird.
- Die Suche nach einer Zweitquelle braucht Marktkenntnis, Qualifizierungsaufwand und Zeit — genau das fehlt in der Situation.
- Externe Unterstützung hält beides parallel am Laufen: Versorgung und Aufbau der Alternative.
3. Eine große Warengruppe wird neu ausgeschrieben
- Der Rahmenvertrag läuft aus, das Volumen ist hoch, der letzte Wettbewerb liegt Jahre zurück.
- Zwischen sauber vorbereiteter und schnell zusammengestellter Ausschreibung liegen regelmäßig zweistellige Prozentwerte.
- Wer den Anbieter seit Jahren betreut, führt diese Runde schwer ergebnisoffen.
4. Der indirekte Einkauf läuft ungesteuert
- IT, Beratung, Marketing, Instandhaltung, Reisen — bestellt aus den Fachbereichen, ohne Warengruppenverantwortung.
- Der Anteil ist größer als vermutet und wird selten gemessen, weil er sich über hunderte Kleinbeträge verteilt.
- Wirkung entsteht durch Bündelung, Standardisierung und verbindliche Bestellwege, nicht durch Verhandlung.
5. Der Einkauf soll strategisch arbeiten und kommt nicht dazu
- Das Team ist mit Bestellabwicklung, Terminverfolgung und Reklamationen ausgelastet.
- Warengruppenstrategien, Lieferantenentwicklung und Marktbeobachtung bleiben liegen.
- Externe Kapazität schafft den Freiraum für die Umstellung, übernimmt sie aber nicht dauerhaft.
6. Ein Einkaufssystem soll eingeführt werden
- Ausschreibungs-, Vertrags- oder Bestellsoftware steht an, oft angetrieben von IT oder Konzern.
- Ein System bildet ab, was fachlich vorher entschieden ist: Warengruppenlogik, Freigaberegeln, Katalogpflege, Stammdatenverantwortung.
- Bleibt das offen, digitalisiert die Einführung den bisherigen Zustand — nur mit Lizenzkosten.
Erkennen Sie einen dieser Entscheidungspunkte wieder? Zwanzig Minuten reichen für eine erste Einordnung: welche Warengruppe zuerst angefasst werden sollte, wie viel dort realistisch drinsteckt — und ob Sie dafür jemanden von außen brauchen.
Womit Einkaufsberatung arbeitet: die Handlungsfelder im Überblick
Die Handlungsfelder der Einkaufsoptimierung sind einzeln oder in Kombination besetzbar. In den meisten Aufträgen beginnt es mit einem Feld und wächst über die angrenzenden weiter, weil sie voneinander abhängen: Eine Warengruppenstrategie ohne Vertragsdisziplin bleibt Papier, und ein Einsparprogramm ohne Einkaufscontrolling lässt sich nicht belegen. Welches Feld zuerst greift, hängt davon ab, ob im Haus die Markt-, die Vertrags- oder die Prozessseite der schwächere Teil ist.
Warengruppenstrategie und Sourcing
Einkaufsstrategie je Warengruppe; direkter Einkauf und indirekter Einkauf folgen dabei unterschiedlicher Logik. Ausgabenanalyse, Segmentierung nach Hebel und Risiko, Category Management, Sondierung des Lieferantenmarkts, Make-or-Buy und die Frage, wie viele Anbieter eine Position braucht. Ergebnis ist je Warengruppe eine Stoßrichtung mit Zeitpunkt: neu ausschreiben, bündeln, Zweitquelle qualifizieren, Spezifikation öffnen — oder bewusst nichts tun. Global Sourcing rechnen wir mit Ihren Mengen und Frachtraten durch.
Lieferantenmanagement und Risikoabsicherung
Lieferantenbewertung nach Qualität, Termintreue, Preisentwicklung und Bonität, Kritikalitätsanalyse der Lieferantenbasis, Lieferantenentwicklung bei Positionen ohne Ersatz und Audits, wo Nachweise verlangt werden. Ziel ist nicht eine größere Anbieterzahl, sondern für jede kritische Position eine belegte Ausfallantwort.
Verhandlung und Vertragsgestaltung
Vorbereitung und Begleitung von Verhandlungen, Preisgleitklauseln, Mengenstaffeln, Service Levels, Haftung und Kündigungsrechte, Rahmenvertrag statt Einzelbestellung. Der Unterschied entsteht in der Vorbereitung: belastbare Kostenmodelle für die Gegenseite, ein definiertes Zielband und eine real ziehbare Alternative.
Kostensenkung und Einsparhebel
Kostenoptimierung im Einkauf über mehrere Warengruppen: Bündelung von Volumen, Standardisierung von Varianten, Wertanalyse an Spezifikationen und Total-Cost-Betrachtung statt Stückpreisvergleich. Jeder Hebel bekommt einen Verantwortlichen, einen Termin und eine Buchungsstelle. Kostensenkung im Einkauf ist zu drei Vierteln Nachverfolgung.
Einkaufsprozesse, E-Procurement und Systeme
Einkaufsprozesse optimieren, vom Bedarf bis zur Rechnung: Freigabewege, Katalog- und Stammdatenpflege, Ausschreibungs- und Vertragswerkzeuge, Procurement-Software, Anbindung an das ERP. Vor jeder Automatisierung steht die Entscheidung, welcher Bestellweg verbindlich ist — ein Katalog, an dem vorbei bestellt werden darf, ändert nichts. Systeme bewerten wir herstellerneutral.
Einkaufscontrolling und Spend-Transparenz
Ausgabenberichte, auf die sich Einkauf, Controlling und Fachbereiche einigen können, Messung von Einsparungen gegen eine definierte Basis, Vertragsabdeckung und Bestellquote am Rahmenvertrag. Der unspektakuläre Teil — Warengruppenschlüssel, Lieferantenstammdaten, eine Definition davon, was als Ersparnis gilt — entscheidet, ob über Zahlen oder über Entscheidungen diskutiert wird.
Welches Handlungsfeld bei Ihnen den größten Hebel hat, lässt sich in einem kurzen Gespräch grob einordnen — inklusive der ehrlichen Antwort, ob sich ein Projekt dafür überhaupt rechnet.
Wie externe Kapazität im Einkauf eingebunden wird
Im Einkauf entscheidet neben der Fachtiefe vor allem das Mandat: Wer eine Warengruppe neu zuschneidet, muss das gegenüber Technik, Produktion und Geschäftsführung vertreten können. Vier Mandatsformen haben sich dafür bewährt, von der Zweitmeinung zu einer einzelnen Warengruppe bis zur Linienverantwortung. Sie sind kombinierbar und wechseln im Verlauf regelmäßig. Für alle gilt dasselbe Gerüst: eine benannte interne Verantwortung, ein vor dem Start schriftlich vereinbartes Zielband und eine Basis, gegen die später gemessen wird.
Zweitmeinung zu einer Warengruppe
Eine Fachperson mit einem eng gefassten Auftrag: Ausgabenanalyse einer Warengruppe, Marktbewertung vor einer Neuausschreibung oder eine Prüfung des letzten Verhandlungsergebnisses. Drei bis sechs Wochen, ein schriftliches Ergebnis mit Zahlen und einer Empfehlung, keine Struktur drumherum.
Externe Kapazität im Einkaufsteam
Zwei bis fünf externe Fachleute arbeiten mit Ihren Einkäuferinnen und Einkäufern in einem Team, unter interner fachlicher Führung. Übliche Form bei Einsparprogrammen und größeren Ausschreibungswellen, weil das neue Vorgehen dort entsteht, wo es danach gelebt werden muss.
Einkaufsverantwortung übergangsweise
Eine externe Person übernimmt Führungs- oder Warengruppenverantwortung mit Entscheidungsbefugnis — bei einer Vakanz, in einer Sondersituation oder wenn eine unbequeme Vergabeentscheidung von außen leichter durchzusetzen ist als aus dem laufenden Geschäft heraus.
Steuerung eines Einsparprogramms
Eine kleine Einheit über mehreren Warengruppen und Projekten: Zielverfolgung, Abhängigkeiten, Risiken und ein Berichtsweg in die Geschäftsführung, der Entscheidungen ermöglicht statt Status zu verwalten. Sie verhandelt nicht selbst, sondern sorgt dafür, dass zugesagte Hebel auch gezogen werden.
Branchenlogik im Einkauf: wo die Warengruppen den Unterschied machen
Ein Einkauf lässt sich nicht branchenneutral verbessern, weil die Warengruppen selbst die Branche sind. In der Automobilzulieferung entscheiden Nominierungen über Jahre und ein Preisdruck, der vertraglich festgeschrieben ist; im Anlagenbau hängt die Marge an Claims und Nachforderungen aus Projektverträgen; in der Prozessindustrie entscheidet die Absicherung schwankender Rohstoffpreise; in Kliniken läuft ein Großteil der Beschaffung über Einkaufsgemeinschaften und ist medizinisch, nicht kaufmännisch begründet; bei Energieversorgern ist der wichtigste Teil des Einkaufs eine Beschaffungsstrategie mit Termin- und Spotmarktanteilen. Dieselbe Methode führt in diesen Feldern zu unterschiedlichen Ergebnissen — und zu unterschiedlichen Fehlern.
Wir besetzen deshalb nach Branchen- und Warengruppenerfahrung, nicht nach Verfügbarkeit: mit Fachleuten, die den jeweiligen Lieferantenmarkt, die üblichen Vertragsmuster, die Nachweispflichten und die Stellen kennen, an denen vergleichbare Programme vorher gescheitert sind. Grundlage dafür ist ein Netzwerk aus 25 Fachbereichen mit mehr als 300 Rollenprofilen, aus dem gezielt ausgewählt wird. In den folgenden Feldern arbeiten wir am häufigsten — jede Kachel nennt, was dort über die Kosten entscheidet.
Automotive & Zulieferindustrie
Nominierungen binden über die Laufzeit eines Modells, und die jährliche Preisreduktion steht oft im Vertrag, bevor die erste Serie läuft. Der Einkauf arbeitet damit unter zwei Zwängen: gesicherte Versorgung und eine Kostenkurve, die nach unten zeigen muss. Themen sind Zweitquellen für Elektronik und Gussteile, Wertanalyse an Teilen mit langer Wiederbeschaffungszeit und Ursprungsregeln bei Verlagerungen. Gemessen wird an Materialkostenquote und am Anteil kritischer Positionen mit Alternative.
Maschinen- & Anlagenbau
Kleine Serien, hohe Variantenzahl, Projektgeschäft mit langen Vorlaufzeiten: Bündelung greift kaum, die Marge hängt an der Vertragsseite. Die Arbeit liegt in Rahmenverträgen mit Preisgleitklauseln für Stahl, Kupfer und Elektronik, im Claim-Management gegenüber Unterlieferanten und in der Zukaufentscheidung je Baugruppe. Einkaufsberatung im Maschinenbau scheitert selten an der Methodik, meist an Stammdaten. Gemessen wird an Standardisierungsgrad.
Chemie & Prozessindustrie
Hier bestimmen Rohstoffe die Kostenstruktur, und ihre Preise schwanken schneller als jeder Vertragszyklus. Einkauf heißt deshalb zuerst Absicherung: Preisgleitklauseln mit belastbaren Indizes, Laufzeiten passend zum Beschaffungsmarkt und Mengengerüste, die Produktionsschwankungen abbilden. Dazu kommen wenige qualifizierte Anbieter je Spezifikation und Nachweispflichten aus REACH und angrenzender Regulierung, die einen Lieferantenwechsel aufwendig machen. Gemessen wird an Materialkostenquote, Indexabweichung und Qualifizierungsdauer neuer Anbieter.
Gesundheitswesen & Kliniken
Ein Großteil des Klinikeinkaufs läuft über Einkaufsgemeinschaften, und viele Positionen sind medizinisch begründet, nicht kaufmännisch — verhandelt wird deshalb zuerst im Haus. Themen sind Standardisierung von Verbrauchsmaterial und Implantaten im Konsens mit den Fachabteilungen, Preisvergleiche über Gemeinschaften hinweg und Instandhaltungsverträge für Medizintechnik. Gemessen wird an Sachkosten je Fall und Artikelvielfalt.
Energie & Versorger
Der Einkauf zerfällt hier in zwei Welten. Die Energiebeschaffung selbst — Strombeschaffung und Energieeinkauf mit Termin- und Spotmarktanteilen, Absicherungsstrategie und Risikogrenzen — folgt einer Handelslogik. Die technische Beschaffung für Netz, Erzeugung und Instandhaltung folgt der Gegenlogik: lange Lieferzeiten, wenige qualifizierte Anbieter, nachweispflichtige Vergaben. Schwerpunkte sind Rahmenverträge für Transformatoren, Kabel und Schaltanlagen sowie Bauleistungsvergaben für den Netzausbau. Gemessen wird an Termintreue und Abweichung zum Beschaffungsbudget.
Handel & Konsumgüter
Im Handel ist der Einkauf das Geschäftsmodell: Sortiment, Konditionen und Verfügbarkeit entscheiden über die Marge, und die Verhandlungsposition wechselt mit der Saison. Themen sind Konditionssysteme mit Werbekosten- und Rückvergütungsanteilen, Eigenmarkenaufbau samt Lieferantenqualifizierung und die Frage, wie viele Anbieter eine Kategorie tragen soll. Bei Herstellern kommen Verpackung und Rohstoffe hinzu. Gemessen wird an Einkaufsmarge je Kategorie.
Automotive & Zulieferindustrie
Nominierungen binden über die Laufzeit eines Modells, und die jährliche Preisreduktion steht oft im Vertrag, bevor die erste Serie läuft. Der Einkauf arbeitet damit unter zwei Zwängen: gesicherte Versorgung und eine Kostenkurve, die nach unten zeigen muss. Themen sind Zweitquellen für Elektronik und Gussteile, Wertanalyse an Teilen mit langer Wiederbeschaffungszeit und Ursprungsregeln bei Verlagerungen. Gemessen wird an Materialkostenquote und am Anteil kritischer Positionen mit Alternative.
Maschinen- & Anlagenbau
Kleine Serien, hohe Variantenzahl, Projektgeschäft mit langen Vorlaufzeiten: Bündelung greift kaum, die Marge hängt an der Vertragsseite. Die Arbeit liegt in Rahmenverträgen mit Preisgleitklauseln für Stahl, Kupfer und Elektronik, im Claim-Management gegenüber Unterlieferanten und in der Zukaufentscheidung je Baugruppe. Einkaufsberatung im Maschinenbau scheitert selten an der Methodik, meist an Stammdaten. Gemessen wird an Standardisierungsgrad.
Chemie & Prozessindustrie
Hier bestimmen Rohstoffe die Kostenstruktur, und ihre Preise schwanken schneller als jeder Vertragszyklus. Einkauf heißt deshalb zuerst Absicherung: Preisgleitklauseln mit belastbaren Indizes, Laufzeiten passend zum Beschaffungsmarkt und Mengengerüste, die Produktionsschwankungen abbilden. Dazu kommen wenige qualifizierte Anbieter je Spezifikation und Nachweispflichten aus REACH und angrenzender Regulierung, die einen Lieferantenwechsel aufwendig machen. Gemessen wird an Materialkostenquote, Indexabweichung und Qualifizierungsdauer neuer Anbieter.
Gesundheitswesen & Kliniken
Ein Großteil des Klinikeinkaufs läuft über Einkaufsgemeinschaften, und viele Positionen sind medizinisch begründet, nicht kaufmännisch — verhandelt wird deshalb zuerst im Haus. Themen sind Standardisierung von Verbrauchsmaterial und Implantaten im Konsens mit den Fachabteilungen, Preisvergleiche über Gemeinschaften hinweg und Instandhaltungsverträge für Medizintechnik. Gemessen wird an Sachkosten je Fall und Artikelvielfalt.
Energie & Versorger
Der Einkauf zerfällt hier in zwei Welten. Die Energiebeschaffung selbst — Strombeschaffung und Energieeinkauf mit Termin- und Spotmarktanteilen, Absicherungsstrategie und Risikogrenzen — folgt einer Handelslogik. Die technische Beschaffung für Netz, Erzeugung und Instandhaltung folgt der Gegenlogik: lange Lieferzeiten, wenige qualifizierte Anbieter, nachweispflichtige Vergaben. Schwerpunkte sind Rahmenverträge für Transformatoren, Kabel und Schaltanlagen sowie Bauleistungsvergaben für den Netzausbau. Gemessen wird an Termintreue und Abweichung zum Beschaffungsbudget.
Handel & Konsumgüter
Im Handel ist der Einkauf das Geschäftsmodell: Sortiment, Konditionen und Verfügbarkeit entscheiden über die Marge, und die Verhandlungsposition wechselt mit der Saison. Themen sind Konditionssysteme mit Werbekosten- und Rückvergütungsanteilen, Eigenmarkenaufbau samt Lieferantenqualifizierung und die Frage, wie viele Anbieter eine Kategorie tragen soll. Bei Herstellern kommen Verpackung und Rohstoffe hinzu. Gemessen wird an Einkaufsmarge je Kategorie.
Programmtypen im Einkauf und ihr Erfolgsmaßstab
Was im Einkauf tatsächlich beauftragt wird, fällt zum größten Teil in wenige Typen. Jeder hat eine typische Ausgangslage, eine Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Zielgröße, die vor dem Start vereinbart und während der Laufzeit gemessen wird — nicht am Ende geschätzt. Entscheidend ist in allen Fällen die Basis: Ohne eine festgeschriebene Vergleichsgrundlage lässt sich hinterher jede Zahl behaupten und keine belegen.
Einsparprogramm über mehrere Warengruppen
Ausgangslage: ein Ergebnisziel ist gesetzt, die Ausgaben sind über Systeme und Gesellschaften verteilt, Lieferantenstammdaten mehrfach angelegt. Die Reihenfolge, die trägt: erst Ausgaben und Verträge zusammenführen, dann Warengruppen nach Hebel und Risiko sortieren, dann Wellen bilden — Bündelung zuerst, Spezifikationsarbeit parallel, weil sie länger dauert. Gemessen wird gegen eine fixierte Preisbasis, getrennt nach Preis-, Mengen- und Spezifikationseffekt.
Lieferantenkonsolidierung und Zweitquellen
Ausgangslage: zu viele Anbieter in unkritischen Positionen, zu wenige in den kritischen — historisch gewachsen und nie überprüft. Zuerst wird die Lieferantenbasis nach Kritikalität sortiert, dann konsolidiert, wo Bündelung Konditionen bringt, und aufgebaut, wo eine einzige Quelle ein Risiko ist. Gemessen wird an der Zahl kritischer Positionen ohne freigegebene Alternative.
Einkaufsorganisation und Warengruppenverantwortung
Ausgangslage: der Einkauf ist operativ ausgelastet, strategische Arbeit findet nicht statt, Zuständigkeiten verlaufen nach Standort statt nach Warengruppe. Der Weg führt über die Trennung von operativer Abwicklung und Warengruppenverantwortung, über Wert- und Freigabegrenzen und über die Frage, was zentral entschieden wird. Gemessen wird an der Vertragsabdeckung der Ausgaben und daran, ob jede wesentliche Warengruppe eine namentlich verantwortliche Person hat.
Einführung eines Einkaufssystems
Ausgangslage: Ausschreibungen laufen über Tabellen, Verträge liegen in Ordnern, Bestellungen entstehen per E-Mail — ein Werkzeug soll das lösen. Zuerst werden Warengruppenschlüssel, Freigabelogik, Katalogumfang und Stammdatenverantwortung entschieden, danach ausgewählt und eingeführt. Gemessen wird an der Bestellquote über den verbindlichen Weg und an der Durchlaufzeit von Bedarf bis Bestellung.
Profile, die in Einkaufsvorhaben angefragt werden
Wie ein Einkaufsprogramm praktisch läuft
Umfang und Dauer der Schritte hängen von Ausgabenvolumen, Anzahl der Gesellschaften und Datenlage ab, die Abfolge nicht: erst sehen, dann sortieren, dann verhandeln, dann nachhalten. Wir überspringen keinen Schritt und verkürzen ihn nur, wenn belastbare Vorarbeit vorliegt — eine Verhandlung ohne Kostenmodell ist ein Gespräch über Rabatte.
1. Ausgaben und Verträge sichtbar machen
2. Warengruppen sortieren und Ziele setzen
3. Lieferantenmarkt sondieren
4. Verhandeln, vergeben, dokumentieren
5. In den Alltag bringen
6. Wirkung messen und übergeben
Was Einkaufsberatung kostet: Tagessätze und Budgetierung
Externe Unterstützung im Einkauf wird bei uns nach Tagessatz abgerechnet, nicht nach Projektpauschale. Er ergibt sich aus fünf Faktoren: Seniorität und Verhandlungserfahrung, Branche und Warengruppe (Elektronik, Chemie, Anlagenbau und regulierte Vergaben liegen über dem Mittel), Präsenzanteil vor Ort, Projektdauer — längere Mandate liegen pro Tag niedriger — und Verfügbarkeit im gesuchten Profil.
Die Spannen unseres Bestands im Fachbereich Einkauf & Procurement liegen aktuell zwischen 800 € und 1.600 € pro Tag. Sie ordnen sich in drei Bänder: operative und analytische Profile — Einkaufscontrolling, Lieferantenmanagement, Vertragsmanagement, strategischer Einkauf — liegen etwa zwischen 800 € und 1.300 €. Warengruppen- und Sourcing-Verantwortung etwa zwischen 900 € und 1.450 €. Einkaufsverantwortung auf Zeit mit Entscheidungsbefugnis am oberen Ende, typischerweise zwischen 1.100 € und 1.600 €. Die Spanne je Rolle ist auf der Rollenseite ausgewiesen, nicht auf Anfrage.
Wie sich ein Vorhaben budgetieren lässt. Sie planen über Personentage, nicht über eine Summe. Eine Ausgabenanalyse mit Warengruppensortierung liegt für einen mittelständischen Bestand meist bei 15 bis 30 Personentagen. Eine einzelne größere Warengruppe von der Marktsondierung bis zur Vergabe eher bei 25 bis 50 Tagen über zwei bis vier Monate. Einsparprogramme werden in Wellen gerechnet, damit früh entscheidbar ist, ob die nächste Welle den Aufwand rechtfertigt. Verantwortung auf Zeit rechnet anders: vier bis fünf Tage pro Woche über sechs bis achtzehn Monate.
Entscheidend ist nicht der Tagessatz, sondern das Verhältnis zum bewegten Ausgabenvolumen: Ein Programm über einen Ausgabenblock von 20 Mio. € trägt 40 Beratungstage schon bei einem Effekt von unter einem Prozent. Bei 300.000 € Jahresvolumen lohnt ein externes Mandat fast nie — diese Antwort geben wir vor dem Angebot.
Wo der Unterschied zur klassischen Beratungsgesellschaft liegt. Sie bezahlen die Person, die arbeitet, und nicht eine Pyramide über ihr: kein Engagement Manager, kein Partneranteil, keine Sockelkosten für Methodik und Foliensatz. Dafür bekommen Sie keinen Apparat — Sie beauftragen einzelne Fachleute oder ein kleines Team und behalten die fachliche Führung im Haus. Erfolgsabhängige Modelle bilden wir nicht ab: sie setzen den Anreiz, Ersparnis rechnerisch zu erzeugen statt zu realisieren.
Welches Profil passt, hängt an der Aufgabe: Eine Ausgabenanalyse verlangt andere Erfahrung als eine Vertragsverhandlung im Anlagenbau. Die vollständige Übersicht steht unter Einkauf & Procurement — darunter Interim Einkaufsleiter, Strategic Sourcing Manager, Category Manager und Einkaufscontroller. Für angrenzende Aufgaben ergänzen Supply Chain Management, Restrukturierung & operative Effizienz und Compliance & Legal.
Einkaufspreise steigen wieder — und die Lieferantenbasis ist der Engpass
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80,6 %
46,6 %
Häufig gestellte Fragen zur Einkaufsberatung
Ausgezeichnet. Finden nicht nur wir selbst.
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